Nadja Weippert
Mit mehr Entschiedenheit: häusliche Gewalt bekämpfen
Sehr geehrte Frau Präsidentin, vielen Dank. - Sehr geehrter Herr Bothe, ich finde es sehr interessant, dass ausgerechnet Sie aus Ihrer Partei und Fraktion hier so einen Redebeitrag machen. Denn das Frauenbild, das in Ihrer Partei vorherrscht, ist, glaube ich, uns allen hier bekannt: ein völkisches Frauenbild. Und wie Frauen in diesem Bereich behandelt werden, ist auch hinlänglich bekannt - das einmal vorweggeschickt. Ich möchte noch auf eine Sache eingehen: Was möchten Sie Frauen sagen, die selbst jahrelang unter Stalking gelitten haben? Wir wissen, das sind auch Menschen aus diesem Plenarsaal. Oder was möchten Sie Frauen sagen, die vielleicht in ihrer Familie so einen Mord miterlebt haben? In der letzten Wahlperiode gab es hier eine Aktion, die hieß „Rote Schuhe". Eines dieser Paare gehörte meiner Cousine. Die Frauen, die sie gefunden haben, die ihre Leiche gefunden haben, sind noch heute traumatisiert, und meine ganze Familie ist zerstört. Genau das berücksichtigen Sie nicht. Das sind alles deutsche Täter gewesen. Ich finde, es ist einfach nicht angemessen, immer mit dem Finger auf andere zu zeigen. Natürlich zeigen dann auch immer mehrere Finger auf Sie, wenn Sie mit einem Finger auf andere zeigen. Fangen Sie bei sich an, aufzuräumen und für Frauenrechte einzutreten! Leider habe ich aber die Hoffnung bei Ihrer Partei verloren.
