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Thore Güldner

SPD 25.09.2024 3:14 min Tagungsabschnitte 19/19

Jugendschutz stärken: kein Lachgas an Kinder und Jugendliche. Maßnahmen zur Prävention und Aufklärung ergreifen

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich, dass wir heute die Beratung zu dem vorliegenden Antrag zur Eindämmung des missbräuchlichen Konsums von Lachgas mutmaßlich mit den Stimmen aller demokratischen Fraktionen dieses Hauses abschließen werden. Denn auch in den vergangenen Wochen haben der missbräuchliche Konsum von Lachgas und die Berichterstattung darüber nicht an Brisanz verloren. Ganz im Gegenteil: Wenn besorgte Eltern und Angehörige zunehmend das Giftinformationszentrum kontaktieren, weil ihr Kind durch den Konsum von Lachgas ohnmächtig geworden ist, es nachhaltige Bewegungseinschränkungen erlebt oder andere langfristige körperliche Schädigungen davongetragen hat, dann ist das ein alarmierendes Signal und macht das Handeln von Politik unerlässlich. Deshalb war es so wichtig, dass der Gesundheitsminister im Bundesrat aktiv geworden ist und der Bundesgesetzgeber nun intensiv daran arbeitet, die Möglichkeiten zur Herstellung, zum Verkauf und Besitz von Lachgas insbesondere für Minderjährige deutlich einzuschränken. Das ist der richtige Schritt. Ich möchte mich hier ausdrücklich beim Minister für sein persönliches Engagement, aber auch beim Gifhorner Stadtelternrat bedanken, durch dessen Initiative überhaupt erst ein starkes Bewusstsein für dieses Problem geschaffen wurde - auch über die Grenzen Niedersachsens hinaus. Das zeigt: Partizipation wirkt. Doch, liebe Kolleginnen und Kollegen, müssen wir uns auch darüber im Klaren sein, dass eine Verbotsstrategie allein das Problem nicht lösen wird. Deshalb brauchen wir darüber hinaus eine kluge und funktionierende Präventivstrategie. Dabei darf Präventionsarbeit nicht nur an Schule stattfinden, sondern sie muss auch Eltern, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen einbeziehen. Sie sind oft die Ersten, die riskantes Verhalten erkennen, und müssen unbedingt sensibilisiert werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, zu einer wirksamen Präventionsstrategie gehört auch, die offensive und perfide Werbung für Lachgaskartuschen, wie wir sie in Teilen an Verkaufsautomaten, aber auch online erleben, klar einzuschränken und konsequent zu verbieten. Das, was der Minister in dieser Woche im Zusammenhang mit einem möglichen Werbeverbot von Alkohol und Tabak, wie ich finde, richtigerweise gesagt hat, gilt selbstverständlich auch für Freizeitdrogen wie Lachgas. Werbung verhindert die natürliche Distanz Jugendlicher zu Drogen. Das müssen wir endlich mal anerkennen und deshalb diesem zwielichtigen Marketing einen Riegel vorschieben. All das, liebe Kolleginnen und Kollegen, sind Punkte aus diesem Antrag, den wir leicht modifiziert haben. Ich hoffe heute auf Ihre Unterstützung, und ich hoffe, dass es uns dann schnell gelingt, die Maßnahmen aus unserem Antrag auf die Bahn zu bringen und damit die Jüngsten in unserer Gesellschaft bestmöglich zu schützen. Ich bedanke mich herzlich für die Aufmerksamkeit.

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