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Lena Nzume

GRÜNE 31.01.2025 5:12 min Tagungsabschnitte 19/22

Die Fachkräfte von morgen brauchen jetzt unsere bestmögliche Unterstützung - berufliche Orientierung an niedersächsischen Schulen ausbauen und weiterentwickeln!

Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte KollegInnen! Es ist schön, dass wir zum Ende des Plenums wieder das wichtige Thema der beruflichen Orientierung aufrufen. Ich sage es noch mal an die KollegInnen der CDU: Wir hätten diesen Antrag gerne fraktionsübergreifend auf den Weg gebracht, denn uns allen ist klar: Unsere Fachkräfte von Morgen verdienen die bestmögliche Unterstützung. Heute legen wir einen umfangreichen und zukunftsweisenden Antrag zur beruflichen Orientierung vor. Anders als die CDU tragen wir aber die Verantwortung, dass alle Interessensgemeinschaften eingebunden werden und dass die bestmögliche Umsetzung garantiert ist. Genau ist es nicht immer „schnell-schnell", sondern auch: Gut Ding will und muss Weile haben. Deshalb haben wir mit vielen Verbänden gesprochen. Es gab einen Prozess in verschiedenen Werkstätten. Gern stelle ich Ihnen wesentliche Punkte unseres Antrages vor. Berufliche Orientierung soll ein festes Bildungsziel in unserem Schulgesetz werden. Wir fordern eine klare Verankerung der beruflichen Orientierung in allen weiterführenden Schulformen, insbesondere an den Gymnasien, aber auch an den Vollzeitschulformen der berufsbildenden Schulen, im Rahmen des Niedersächsischen Schulgesetzes. Punkt 2: Dieser Prozess braucht natürlich Unterstützung. Deshalb wollen wir prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Menschen zu unterstützen, die die Koordination mit außerschulischen Partnern übernehmen und die Berufsorientierung effektiv und nachhaltig gestalten. Das sind aber nicht immer Lehrkräfte, sondern oftmals sind es auch SozialpädagogInnen. Diese brauchen an dieser Stelle andere Unterstützungsmöglichkeiten. Ein Punkt, der mir auch sehr wichtig ist, ist, dass wir Praktika in allen Schulformen verbindlich machen wollen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn wir haben in der Beratung festgestellt, dass an den Gymnasien zu wenig passiert. Wir wollen jetzt Praktika in der Sekundarstufe°1 ermöglichen, damit auch dort junge Menschen die Berufswelt kennenlernen. Das ist ein unerlässliches Element, um Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Aber es reicht nicht, die Praktika verbindlich zu machen. Wir möchten diese flexibilisieren. Denn manche Kinder möchten einmal pro Woche in einen Beruf oder einen Betrieb gehen, andere möchten gerne über Wochen ein Praktikum machen. Wir sehen Berufsorientierung als Prozess und Kompetenzorientierung. Deswegen ist es wichtig, von den Fähigkeiten der Individuen auszugehen, damit alle SchülerInnen alle Facetten der beruflichen Welt kennenlernen können. Dazu ist es wichtig, die Kooperation zwischen Schulen und außerschulischen Lernorten und PartnerInnen zu stärken - und natürlich auch zwischen den Schulen, das heißt zwischen den berufsbildenden Schulen, zwischen den allgemeinbildenden Schulen, aber auch mit den Kammern, der Agentur für Arbeit und den Berufsagenturen. Weitere Punkte unseres Antrags sind die Zusammenarbeit mit den Eltern, das Thema Inklusion die wir auch ausbauen wollen, aber natürlich auch die Dokumentation der Berufspraxis und der beruflichen Orientierung. Das wollen wir mit der SchülerInnen-ID angehen. Wir wollen prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, um die Nachvollziehbarkeit der Berufsbiografien herstellen zu können. Wir verfolgen mit unserem Antrag einen systemischen, einen prozessorientierten und einen ganzheitlichen Ansatz. Ich habe schon gesagt, wir wollen gerne mit den Eltern zusammenarbeiten, mit allen AkteurInnen, die im Übergangssystem wichtig sind. Genau deshalb ist es uns auch wichtig, Kompetenzorientierung in den Blick zu nehmen. Wir möchten einerseits die beruflichen Themen in allen Curricula implementieren, wir möchten andererseits aber auch die verschiedenen Kompetenzfeststellungsverfahren evaluieren. Das Thema Evaluation ist mir immer sehr wichtig. Deshalb freue ich mich, dass wir das verankern konnten, um zu schauen: Welche Maßnahmen sind wie effektiv? Welche Maßnahmen haben sich in den Regionen bewährt? Wie können wir sie übertragen in verschiedene andere Regionen? Mein Kollege Philipp Meyn hat schon am Mittwoch erwähnt, dass es gerade beim Thema Kompetenzorientierung auch Kritik gibt. Diese Kritik möchten wir gerne aufnehmen und uns damit auseinandersetzen. Weil uns allen das Thema wichtig ist, freue ich mich, dass wir heute noch mal darüber sprechen. Insbesondere freue ich mich auf die konstruktive Beratung im Ausschuss. Vielen Dank.

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