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Christian Schroeder

GRÜNE 19.11.2025 4:24 min Tagungsabschnitte 19/29

Vogelgrippe: Großställe in der Krise - Prävention und Resilienz verbessern

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! In diesen Wochen erleben wir wir haben es gerade ausführlich gehört eine Vogelgrippewelle, wie wir sie eigentlich nicht mehr erleben wollten. Natürlich wissen wir, was in der Vergangenheit gelaufen ist; das brauche ich jetzt nicht alles zu wiederholen. Aber wir sehen auch das hat die Ministerin sehr eindrücklich geschildert, dass wir alles daransetzen, dass diese Zahlen nicht weiter steigen. Das, was unsere Behörden und Institutionen aktuell machen, ist Schadensbegrenzung; das haben wir auch gehört. Ich habe weiterhin höchstes Vertrauen in unsere Ministerin, dass das funktionieren wird. Es gibt in dieser Situation aber verschiedenste Betroffenheiten, auf die ich hier eingehen möchte. Es wurde gut beschrieben auch Herr Kollege Leddin hat es gesagt: Die Veterinärämter bekämpfen das Symptom. Die löschen Brände, die an anderen Stellen ausgelöst wurden. Denn die eigentliche Ursache, meine Damen und Herren, liegt tiefer, und sie muss besprochen werden. Wir müssen uns ja, natürlich auch über die finanziellen Auswirkungen Gedanken machen. Wir müssen über die Entschädigungen sprechen. Das tun wir, und ich glaube, dass wir da dichter beieinander sind, als es hier dargestellt wurde. Ja, wir müssen bei alldem vor allem über das Leid der Tiere sprechen - in den Ställen, in den Wildvogelbeständen, aber auch bei den Hobbyhalterinnen und Hobbyhaltern: über das Leid der Tiere in den Ställen, weil sie so eng leben, dass eine Ausbreitung bei einem Ausbruch vorprogrammiert ist und damit auch das präventive Keulen von nicht erkrankten Tieren das ist leider so, über den Wildvogelbestand, weil Kraniche und andere Zugvögel im wahrsten Sinne des Wortes einfach tot vom Himmel fallen, und über die Rassegeflügel in privaten Haltungen Wassergeflügel wie Gänse, die genauso enorm unter der Aufstallpflicht leiden. Sie wissen sicherlich alle, wie es aussieht, wenn solche Tiere in Ställen ohne einen Teich leben müssen. Das ist keine schöne Sache. Niedersachsen hat mit die höchste Geflügeldichte in Europa. In manchen Ställen leben 20 000, 40 000, 60 000 Tiere. Laut DLG sind sogar Ställe mit über 100 000 Mastplätzen in Planung. Gerade Putenbestände natürlich mit deutlich weniger Tieren sind große Brutstätten nicht nur für das Virus selbst, sondern auch für dessen Weiterentwicklung. Je mehr Tiere, je enger sie stehen, desto schneller wandert das Virus, desto schneller verändert es sich. Diese Strukturen sind ein Risiko. Darüber müssen wir reden! Das kann ich doch nicht ignorieren und sagen: Die Ausbreitung ist kinderleicht zu erklären. - Das ist doch Quatsch! Die Natur ist doch nicht unser Feind! Herr Dorendorf, Sie haben gesagt: Dann müssen wir eben eine Lösung finden - alles abschießen! - Alle Kraniche vom Himmel holen, und dann haben wir keine Probleme mehr? Sorry, das geht zu weit! Dabei ist es natürlich wichtig, zu sagen: Das Problem ist selten bei den einzelnen Betrieben zu suchen. Das hat niemand hier getan. Das Problem ist eine Frage des Systems. Über Jahrzehnte ist die Größe der Ställe angestiegen. Wir haben uns auf Masse, auf maximale Auslastung ausgerichtet. Das ist ein System, das die Tiere leiden lässt, sodass es in der Krise immer schwieriger wird, zu unterscheiden, welches Tier krank ist und welches nicht. Wenn wir verhindern wollen, dass wir wie eben gesagt in jedem Jahr wieder aufs Neue über diese Bilder sprechen, über diese Zahlen, über die gleichen Dramen reden, dann müssen wir eben an die Ursachen. Dazu kommen wir. Wir brauchen weniger Enge. Wir brauchen weniger Stress. Wir brauchen weniger Hochleistungszucht. Wir brauchen mehr Platz für die Tiere. Wir brauchen robuste Linien und Strukturen, die nicht erst im Kontakt mit einem Virus zusammenbrechen. Dass die Vogelgrippe solche Auswirkungen hat, ist eine Tragödie. Lassen Sie uns also alles daransetzen, das Leid der Tiere einzugrenzen und Konsequenzen aus dem Gelernten zu ziehen! Ich glaube, was wir auch noch besprechen müssen, ist, wie wir solche Probleme miteinander angehen. Ich finde, wir als demokratische Fraktionen sind weit davon entfernt, wie bei Corona zusammenzustehen und gemeinsam an Lösungen für Probleme zu arbeiten. Wir werfen uns hier vor, dass einzelne Personen angeblich zu sehr zaudern und zögern. Das ist definitiv nicht der Fall. Lassen Sie uns zusammen an Lösungen arbeiten und vernünftig miteinander reden! Danke schön. Vielen Dank, Herr Kollege Schroeder.

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