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Christian Schroeder

GRÜNE 25.06.2025 4:10 min Tagungsabschnitte 19/26

Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Kantinen stärken - DGE-Standards verbindlich umsetzen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ernährung ist ein Schlüssel zur Gesundheit, zum sozialen Miteinander und zum nachhaltigen Handeln. Speziell die Gemeinschaftsverpflegung stellt Schulen aber auch vor eine Herausforderung. Doch sie bietet vor allem eine Chance für uns, für die Kinder - und die sollten wir unbedingt nutzen. Mit dem Haushalt 2025 haben wir als Landtag zusätzliche Mittel in Höhe von ca. 2,6 Millionen Euro für den Bereich Ernährung bereitgestellt - ein wichtiges Signal, wie ich finde. Damit sollten wir auch einen weiteren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag umsetzen können: Unter anderem sollen Schulmensen zu Lernorten entwickelt werden. Schule ist kein Ort reiner Wissensvermittlung, sondern inzwischen auch ein Lebensraum. In diesem Lebensraum spielt Essen eine nicht unwichtige Rolle, und ich glaube, diese Rolle wird zukünftig mit dem Rechtsanspruch auf den Ganztag noch viel wichtiger. Deshalb dürfen wir die Schulmensen nicht weiter als reine Versorgungsorte sehen. Wir müssen vielmehr unsere pädagogische Gesamtverantwortung auch an diesem Ort wahrnehmen, damit man als Kind dort nicht nur gerne isst, sondern auch gerne ist. Gemeinsam kochen macht Spaß. Meine Damen und Herren, das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Kinder, die früh lernen, was gutes Essen bedeutet, werden ihr Leben lang entsprechende Fähigkeiten entwickeln und davon profitieren. Sie lernen, auf ihren eigenen Körper zu achten. Sie lernen, woher Lebensmittel kommen. Sie lernen, Unterschiede auch kulturelle wertzuschätzen. Und sie lernen, Verantwortung zu übernehmen - für sich, für andere, aber auch für die Umwelt. Eine gut gestaltete Schulmensa ist eben mehr als nur ein Raum mit Tischen und Stühlen. Sie ist sozialer Treffpunkt. Sie ist ein Ort für gelebte Demokratie und Mitbestimmung. Sie ist ein praktischer Lernort, an dem Mathematik, Biologie, Physik und Hauswirtschaft zusammengedacht werden und zusammenfinden können. Sie ist ein Ort, an dem die Kinder soziale und emotionale Kompetenzen entwickeln. Wir sehen, Ernährungsbildung ist kein eigenes, losgelöstes Unterrichtsfach. Sie ist eine Alltagserfahrung. Genau deshalb wollen wir Schulmensen weiterentwickeln. Wir werden uns vier Modellprojekte in Niedersachsen aussuchen und erproben, wie Gemeinschaftsverpflegung qualitativ hochwertig, gesund, nachhaltig und kindgerecht gestaltet werden kann. Wir haben uns inzwischen auch schon viele Projekte angeschaut. Wir waren vor Kurzem in Göttingen und haben gesehen, dass es geht. Wir müssen jetzt nur herausfinden, welche Projekte auf welche Herausforderungen antworten und in der Breite umgesetzt werden können. Ideen für das Ganze liefern uns die Verbände und die Vernetzungsstellen. Sie machen das mit wissenschaftlich fundierten Konzepten und konkreten Maßnahmen zur Personalschulung und zur Raumgestaltung. Ihre Fachkräfte machen praktische Unterstützungsvorschläge. Sie binden die Schulen, die Trägerschaften und die Eltern ein. Aber es geht auch um die Stärkung der bestehenden Beratungsstrukturen. Das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen ZEHN müssen wir unbedingt einbinden, und wir werden es weiterhin stärken. Wir werden auch genau auf die Gemeinschaftsverpflegung in den Alten- und Pflegeheimen, den Krankenhäusern und den Kitas schauen und sie nicht aus den Augen verlieren. Wir werden die dafür zuständigen Vernetzungsstellen weiter stärken, unterstützen und auch finanziell ausstatten. Sehr geehrte Damen und Herren, unsere Mitmenschen verdienen mehr als ein warmes Mittagessen. Sie verdienen einen Ort, an dem sie sich wohlfühlen, an dem sie neue Lebensmittel entdecken und an dem Körper, Geist und Gemeinschaft gestärkt werden. Bei den Verbänden bedanke ich mich für die tolle Mitarbeit im Ausschuss. Danke schön fürs Zuhören.

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