Jessica Miriam Schülke
Perspektive der Stiftung Schloss Marienburg und der Schloss Marienburg GmbH
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Herren und Damen! Ich komme zu unserer Dringlichen Anfrage: „Perspektive der Stiftung Schloss Marienburg und der Schloss Marienburg GmbH“. Die besondere Geschichte der Marienburg liegt unter anderem in der Bedingung, dass im Jahr 2019 das Welfenschloss in eine Stiftung überführt wurde und diese Stiftung einen Pächter fand, der mit interaktiven, inklusiven, interdisziplinären und immersiven Ansätzen arbeitete - so wie es im internationalen Museums- und Tourismusmarketing mittlerweile zeitgemäßer Standard ist. Den Geschäftsbetrieb des Schlosses mit Museum und Gastronomie hatte im Juli 2019 die neu gegründete Schloss Marienburg GmbH als Pächterin im Auftrag der Stiftung von der vormaligen Betreibergesellschaft EAC GmbH übernommen. Damit wurden 60 Arbeitsplätze auf Schloss Marienburg gesichert, die bis zum Jahr 2023 auf 75 Mitarbeiter anwuchsen. Die Pächtergesellschaft konnte mit einem ‑ wie oben schon erwähnt ‑ erfolgreichen Veranstaltungsgeschäft erhebliche Finanzmittel für die Stiftung erwirtschaften. Mit der aktuellen Stilllegung des Schlosses, die bis zum Jahr 2030 andauern könnte, ist nunmehr der Geschäftsbetrieb der Schloss Marienburg GmbH infrage gestellt. Zur Aushandlung eines neuen Pachtvertrages mit der Stiftung kam es in jüngster Zeit nicht, auch weil der Vorstand der Stiftung zeitweilig vakant war. Für die anstehenden Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am Schloss gab es unter anderem ein Gutachten aus dem Jahre 2014. Aus dem Jahr 2023 gibt es dann eine baufachliche Stellungnahme, der laut Wissenschaftsministerium zu entnehmen ist, dass aufgrund von Hausschwamm eine sofortige Schließung von West-, Süd- und Ostflügel des Schlosses nötig sei. Der Museumsbetrieb wurde daraufhin von der Baubehörde geschlossen, obwohl es in der Zwischenzeit sanierte und unbeschadete Gebäudebereiche gibt. Im November 2023 wurde ebenfalls bekannt, dass eine weitere, konträre Einschätzung eines anderen Ingenieurbüros mit umfangreicher Expertise für historische Baudenkmalsanierung vorliegt. Dieses konnte keine Einsturzgefährdung feststellen und hält eine umfängliche Schließung des Schlosses nicht für geboten. Insofern bezeichnen Experten es als glaubhaft, dass es weder weiträumige substanzielle Schäden am Gebäude gibt noch Personenschäden beim Betreten und laufenden Betrieb zu befürchten sind. Der aktuelle Verlust des Schlosses für den Publikumsbetrieb hat in der Bevölkerung und den Medien ein überregionales Engagement für eine weitestgehende Öffnung der Schlossbereiche entstehen lassen. Unmittelbarer Ausdruck sind Online-Petitionen, die vorerst von rund 15 000 Bürgern unterzeichnet wurden. Diese verweisen auf die Bedeutung der Marienburg für die regionale Wertschöpfung, den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft im ländlichen Raum der Region. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung: 1. Wie könnte die Bewirtschaftung durch einen Pachtvertrag abgesichert werden, der dem Pächter, dem Publikum und dem überregionalen Tourismus im ländlichen Raum interessante Schlossbereiche zur Besichtigung bereitstellt, bspw., indem statt einer Komplettschließung die Sanierungsarbeiten abschnittsweise in einzelnen Sektionen des Schlosses erfolgen? 2. Welche Gründe gab es für die Zeitverzögerung der Sanierung trotz schon lange bewilligter Gelder und im Hinblick auf anzunehmende Kostensteigerungen? 3. Teilt die Landesregierung die Auffassung, dass die Stiftung zur Erfüllung ihres gemeinnützigen Zwecks Eigenmittel erwirtschaften sollte - mit allen Möglichkeiten eines Museums- und Veranstaltungsbetriebes, der State of the Art ist? Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Kollegin Schülke. - Herr Minister Mohrs,
