Veronika Bode
Von Lootboxen zu problematischem Glücksspiel? Jugendschutz und Suchtprävention konsequent umsetzen und simuliertes Glücksspiel regulieren
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst darf ich der Kollegin Katharina Jensen an dieser Stelle herzliche Genesungswünsche übersenden. Sie ist leider erkrankt und hätte natürlich gerne auch hier abschließend zu diesem Tagesordnungspunkt gesprochen. Das übernehme ich jetzt an dieser Stelle, und zwar zu dem Thema Lootboxen, das zunehmend viele Menschen betrifft, insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen, wenn sie nämlich in digitalen Spielen mit problematischen Mechanismen konfrontiert werden. Als wir hier zum ersten Mal von diesem Thema gehört haben und darüber sprachen, wussten viele von uns noch gar nicht, was das ist. Auch wir in der CDU-Fraktion mussten uns erst einmal intensiv damit befassen. Sie kennen vermutlich die Spiele am Rechner und am Handy spätestens von Ihren Kindern oder auch Enkelkindern, wo man die Möglichkeit hat, per einfachem Klick mehr Energien oder Werkzeuge zu erwerben. Das haben Sie sicherlich alle schon einmal gesehen. Sehr erhellend waren die Anhörungen im Rahmen unserer Beratungen. Es wurde insbesondere deutlich, dass das Thema viele Menschen bewegt. Deswegen begrüßt die CDU-Fraktion den vorliegenden Antrag in der geänderten Fassung. Es ist gut, dass wir den Antrag einen konnten, da er wichtige Maßnahmen für den Jugendschutz und die Suchtprävention vorschlägt. Die Anhörungen haben klar gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht. Zu schnell und zu einfach werden die User dazu verleitet, mit einfachen Klicks vertragliche Verpflichtungen einzugehen, und sie werden subtil an Glücksspiele herangeführt. Das birgt ein erhebliches Suchtpotenzial. Es ist daher richtig, strengere Regulierungen zu prüfen. Hierzu eignen sich etwa Altersfreigaben ab 18 für Spiele mit Pay-to-Win-Elementen oder die Kennzeichnungspflicht für problematische Mechanismen. Auch Maßnahmen wie spielübergreifende Limitdateien und Warnhinweise zur Spielzeit sind sicherlich sinnvolle Ansätze. Doch wir dürfen nicht über die Köpfe der Branche hinweg entscheiden - ein Punkt, der uns jedenfalls zu Beginn der Beratungen zu kurz kam. Deswegen war für uns der Hinweis aus der Anhörung von Gaming in Niedersachsen e.V. wichtig, dass kosmetische Lootboxen differenziert zu Pay-to-Win- und Pay-to-Progress-Elementen gesehen werden müssen. Nur so lassen sich praktikable Lösungen finden, die sowohl den Jugendschutz stärken als auch die Innovationskraft der Games-Branche erhalten. Abschließend bedanke ich mich im Namen von Frau Jensen bei allen Fraktionen, dass wir dieses Thema gemeinsam zu einem Antrag entwickelt haben, der von breiter Zustimmung getragen wird. Ich freue mich tatsächlich auch, dass wir damit das Anliegen des verstorbenen Kollegen Dennis True hier noch einmal angemessen würdigen. Danke schön. Vielen Dank, Frau Kollegin Bode. -
