Julia Willie Hamburg
Leben retten macht Schule - Wiederbelebungsunterricht als fester Bestandteil im Lehrplan
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte erst einmal Danke an alle Fraktionen sagen, die heute gemeinsam diesen Antrag auf den Weg bringen. Denn es ist ein gutes und es ist ein starkes Zeichen, dass dieser Landtag immer wieder sagt: Bei bestimmten Themen muss man zusammenstehen, die sind zentral, und da spalten wir uns auch nicht, sondern da stehen wir gemeinsam hinter der Idee. Die Idee, dass alle Menschen und auch Schulen sich mit der Frage beschäftigen, wie beim plötzlichen Herzstillstand Hilfe geleistet werden kann, ist wichtig. Wir alle sind als Multiplikatoren und Multiplikatorinnen gefordert, ins Land rauszugehen und alle zu motivieren, das zu tun. Ich möchte Ihnen, Herr Baatzsch, ganz herzlich für Ihre Offenheit danken und dafür, dass Sie Ihre persönliche Erfahrung mit uns teilen, denn das macht das Ganze noch einmal viel deutlicher: Wir reden hier von Menschen, von 120 000 Menschen, die jährlich am plötzlichen Herztod sterben oder daran leiden, und davon, dass nur 11 % dieser Menschen überleben. Wir wissen, dass zwei- bis dreimal so viele Menschen überleben könnten, wenn sofort kompetent und niedrigschwellig, einfach durch Drücken, gehandelt werden würde. Deshalb ist es völlig richtig und konsequent, dass dieses Thema an Schulen eine viel größere Rolle spielt, denn alleine das Lernen und Üben führt dazu, dass Hemmungen abgebaut werden und dass am Ende auch wirklich geholfen wird. Deswegen habe ich mich sehr frühzeitig mit der Landesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe und den Verbänden, dem Deutschen Roten Kreuz und den Johannitern, getroffen, um genau diese Frage, wie wir das an Schulen besser implementieren können, zu diskutieren. Ich weiß, dass Sie das als Abgeordnete genauso tun. Der Schulsanitätsdienst, den wir in Niedersachsen haben, ist super. Er erfreut sich großer Beliebtheit. Auch die „Wochen der Wiederbelebung" waren ein weiterer Baustein, um das Bewusstsein für das Retten von Leben noch einmal zu verstärken. Ihre weiteren Forderungen treffen genau den Kern: Wir müssen es noch stärker verankern! Herr Rykena, ich möchte deutlich sagen, dass „kann" eben zu kurz greift. Wir wissen, dass jeder, der Erfahrungen damit gesammelt hat, kompetenter und selbstbewusst hilft. Es ist unsere Verantwortung als Staat, darauf an dieser Stelle hinzuwirken. Deswegen finde ich es so wichtig, dass wir das künftig in den Kerncurricula für Bio und Naturwissenschaften etablieren und implementieren. Da wird sich ohnehin mit dem Organismus und dem Herz befasst. Dabei kann man auch die Frage, wie Erste Hilfe funktioniert, wunderbar mitberücksichtigen. Auch zusätzliches Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen und Schulen dabei zu unterstützen, noch mehr solche Angebote vorzunehmen, ist sicherlich absolut hilfreich. Ich finde es auch sehr gut das hatten Sie als CDU eingebracht, dass Sie den Blick auf das Thema Grundschulen lenken und vorschlagen, wie wir gemeinsam dieses Thema schon an Grundschulen adressieren, denn am Ende kann man nicht früh genug damit anfangen, Leben zu retten. Deswegen möchte ich Ihnen als Fraktionen auch ganz herzlich für diese Initiative danken. Wir werden diese gerne aufnehmen und in den nächsten Jahren umsetzen. Ich möchte aber auch noch einmal an uns alle und an die Gesellschaft appellieren: Auch Sie sollten sich regelmäßig damit auseinandersetzen, wie man Erste Hilfe leistet, denn im Zweifel sind Sie es, die das nächste Mal danebenstehen und Leben retten können! Vielen Dank.
