Alfred Dannenberg
Agri-Photovoltaik in Niedersachsen voranbringen - Chancen für die Landwirtschaft nutzen!
her nähern - aus der Lebenswirklichkeit. Nehmen wir mal an, da ist ein Acker mit senkrecht hängenden Solarmodulen ausgestattet gut 10 m Reihenabstand, und da steht jetzt erntereifes Getreide drauf. Da kommt man dann mit seinem Mähdrescher mit 10 m breitem Schneidwerk an, beginnt auf dem Vorgewende zu dreschen und soll dann jeweils exakt in die Gassen zwischen den Solarmodulen einschwenken und Spur halten. Klar können Sie jetzt sagen: Die Maschine ist satellitengesteuert. Das klappt. - Ja, ja, auf dem Papier. Aber in echt kann immer mal was nicht funktionieren. Jeder, der schon mal auf einer Maschine gesessen hat, weiß, dass, aus welchen Gründen auch immer, plötzlich mal ein kleiner Schwenk zur Seite vorkommen kann, und sei es, weil der Fahrer mal unachtsam war und das gemacht hat, was er nicht sollte. Was im Normalfall ein bisschen verschenkte Arbeitsbreite bedeutet, wird hier zum 1 000 Euro teuren Schaden: Solarmodule kaputt, Schneidwerk kaputt, Ernte steht still. Viel Spaß! Nächstes Mal steht da vielleicht ein Ackergras. Man düst da mit der großen Mähkombination zwischen den Reihen lang. Zack, Steinschlag. Wieder ein Solarfeld beschädigt. Nächstes Mal: Gründüngung mit der Scheibenegge schwarz machen. Und flächendeckend legt sich ein dichter, schwarzer Staubschleier auf die Solarmodule. Und selbst, wenn über die Jahre alles gut geht: Was haben Industrieanlagen eigentlich auf dem Acker zu suchen? Sonst heißt es doch immer, wir müssen Bodenverdichtung vermeiden, wir müssen Böden entsiegeln, wir dürfen nicht noch mehr wertvollen Acker verlieren, wir müssen unsere Landschaften für die Lebensraumvernetzung offenhalten. Aber für Agri-PV sollen munter ganze Fundamentreihen in die offene Landschaft gesetzt werden, sodass grob überschlägig 5 bis 10 % der nutzbaren Fläche verloren gehen? „Ja, aber dafür hat man ja den doppelten Nutzen", liegt mir noch im Ohr - so aus dem Ausschuss. Strom und Ernte vom Acker. Jedoch in welcher Quantität? Jeder sollte doch wissen: Energie kannst du nicht doppelt nutzen. Die Sonnenstrahlen, die ins Solarpanel gehen, gelangen nicht mehr zur Pflanze. Wenn Schatten, dann weniger Wachstum! Das ist keine rechte Verschwörungstheorie, sondern Basiswissen Physik und Bio. Hier noch eine Frage für die grüne Seele: Haben Sie sich mal gefragt, was unsere Wildtiere zu solchen Industrieanlagen in offener Landschaft sagen? - Nicht vergessen: Es ist ja nicht nur Agri-PV, sondern Freiflächen-PV und Windkraft im Wald kommen ja auch noch dazu. Entschuldigung, Herr Dannenberg! Lassen Sie eine Zwischenfrage des Kollegen Leddin zu? Nein, Frau Präsidentin, ich würde gerne ausführen. Alles klar. Industrieanlagen weit draußen in der offenen Landschaft. Das Störpotenzial ist erheblich. Reicht es nicht, Photovoltaik auf Dächern zu haben? Sollte man weitere Solarfelder nicht lieber über Parkplätzen anstatt auf dem Acker montieren? Immerhin ist auf Parkplätzen der Boden bereits versiegelt und verdichtet, und die Beschattung der Autos wäre doch ein netter Nebennutzen. Stattdessen soll es der Acker sein. Immerhin, es geht bei beiden Anträgen, die hier final beraten werden, zum großen Teil erst mal um Forschung und Klärung der Begleitumstände. Forschung stehen wir von der AfD grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Deswegen werden wir uns auch nicht gegen diese Anträge wenden, sondern uns enthalten. Aber die aus ganz praktischen Erwägungen begründete Skepsis bleibt. Agri-PV wird wohl kaum der große Wurf, selbst wenn es gut liefe. Herr Dannenberg, können Sie kurz Luft holen? Es gibt noch den Wunsch nach einer Zwischenfrage des Kollegen Willeke. Danke, auch hier nicht. Ich möchte das zu Ende ausführen. Alles klar. Denn selbst, meine Damen und Herren, wenn es gut liefe, dann haben wir halt noch mehr von dem „Zappelstrom", wohl meist weit weg von bisherigen Einspeisepunkten. Das wird mal wieder kein günstiger Strom, doch genau den bräuchten wir so dringend. Vielen Dank. - Als Nächstes hat das Wort:
