Ulf Prange
Kulturelle Bildung und Teilhabe fördern - jungen Menschen kostenfreien Zugang zu den staatlichen Museen gewähren!
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In der Tat ist kulturelle Teilhabe wichtig, und es ist wichtig, dass junge Menschen früh mit Kultur, auch spartenübergreifend, in Berührung kommen. Gerade Museen spielen da eine große Rolle, weil man da Geschichte erleben kann, dort Erinnerungsarbeit geleistet wird und es auch um gesellschaftliche Verständigung geht. Das Ziel eint uns also durchaus. Ich will aber trotzdem die Frage stellen: Ist der Weg, den die CDU, liebe Frau Machulla, hier vorgeschlagen hat, der richtige? Erreichen wir dieses Ziel wirklich damit, dass wir Museumsbesuche für junge Menschen bis 18 Jahren kostenlos anbieten? Sie haben beschrieben, dass es viele Beispiele in Deutschland und auch im Ausland gibt, wo es solche Angebote gibt. Die Debatte ist ja auch schon älter. Auch in Oldenburg zum Beispiel dort wird nächste Woche das neue Stadtmuseum eröffnet werden wir das Museumsangebot für unter 18-Jährige eintrittsfrei stellen. Nichtsdestotrotz gibt es die Debatte darüber, ob die Eintrittsgelder freizustellen tatsächlich zur Folge hat, dass mehr junge Menschen in die Museen gehen. Das wird wissenschaftlich begleitet, seit vielen Jahren kulturpolitisch diskutiert und ist sehr umstritten. Das ist die Ausgangslage, die man erst einmal betrachten muss. Dann muss man fragen: Was bewirkt Ihr Vorschlag eigentlich? Wir leben in einem Flächenland, und die Landesmuseen befinden sich in Oldenburg, Braunschweig und Hannover. Da hilft Ihr Vorschlag Kindern und Jugendlichen aus Lingen oder Cuxhaven sehr wenig. Ob es wirklich kulturelle Teilhabe ist, dieses Angebot nur für einen Teil der jungen Niedersächsinnen und Niedersachsen zu machen? Die zweite Frage ist: Reicht es aus, die Eintritte kostenfrei zu machen, oder braucht man auch besondere Angebote für junge Menschen, die diese Häuser auch entsprechend attraktiv machen? Letzteres ist, glaube ich, in der kulturpolitischen Debatte Konsens. Da braucht es gute museumspädagogische Angebote, die dann auch kostenfrei gestellt werden müssen. Und es braucht eine intensive Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen. Das wäre sicherlich der bessere Weg, denn damit würden Sie genau das erreichen, was Sie eben eingefordert haben, nämlich, dass junge Menschen tatsächlich früh mit Kultur in Berührung kommen und dass die Zugangshemmnisse, die es für einige Familien durchaus gibt, damit beseitigt werden. Ein weiterer Punkt Sie haben es angesprochen ist, dass der Aspekt der Familie gerade bei jüngeren Menschen eine große Rolle spielt, denn sie gehen mit 18 vielleicht schon, aber mit 10 oder 11 in der Regel noch nicht alleine ins Museum. Also geht es auch darum, wie man Familien in ein solches Ticketing mit einbezieht. Das bedeutet letztlich, dass man sich darüber Gedanken machen muss, wie man ein preisgünstiges Familienticket schafft, sodass das Erlebnis Museum für die Gesamtfamilie bezahlbar ist. Auch darauf gibt Ihr Antrag leider keine Antwort. Er ist, glaube ich, sehr mit der heißen Nadel gestrickt; Sie wollten auch mal ein kulturpolitisches Thema setzen. Der Widerspruch zu den Tablets wurde ja schon aufgedeckt. Wenn Sie das, was Herr Lechner heute Morgen gesagt hat, ernst genommen hätten, hätten Sie da auch eine Orientierung an den - Aber wenn Sie hier vortragen, das muss vom Einkommen abhängig sein, dann muss das doch bei allen Leistungen gelten und nicht nur bei der einen. Dann haben Sie ja etwas gelernt, wenn Sie das jetzt so vorschlagen. - Wie auch immer, es ist auf jeden Fall nicht konsequent. Wir haben im Ausschuss auch gesagt: Wir können immer gerne darüber reden, wie wir das Ziel, kulturelle Teilhabe für junge Menschen in Niedersachsen zu erleichtern und zu verbessern, umsetzen zu können. Da waren wir offen. Sie wollten mit dem Kopf durch die Wand, wie es so schön heißt. Sie haben für diese Maßnahme für dieses Jahr 225 000 Euro beantragt, aber es gibt ja gar keinen Haushaltsansatz dafür. Das heißt, es ginge sowieso frühestens im nächsten Jahr; wir haben auch im Ausschuss darüber diskutiert. Natürlich geht es auch um politische Prioritäten. Wir haben eine ganze Menge Herausforderungen, und Sie alle kennen die Steuerschätzung. Es ist keine neue Entwicklung, dass wir in der Kulturpolitik seit vielen Jahren und insbesondere auch in Zusammenarbeit mit der CDU eine Menge von Positionen auf der politischen Liste haben, die verstetigt werden müssen, und daran arbeiten wir. Da geht es ganz oft um Beträge in dieser Größenordnung; das wissen Sie ganz genau. Und wenn diese Beträge nicht zur Verfügung gestellt werden, werden Angebote gerade auch in der Fläche des Landes Niedersachsen infrage gestellt. Dann müssten Sie ganz klar beantworten: Wo nehmen Sie das Geld weg? Nehmen Sie es dem Museumsverband weg? Wie läuft das? Dann müssten Sie auch die Frage beantworten: Wie gehen Sie mit anderen Museen um, also solchen in kommunaler oder privater Trägerschaft? Bekommen diese dann auch eine Erstattung, damit auch dort der Zugang zu kultureller Bildung ermöglicht wird? Es gibt also viele Fragen, die offen geblieben sind. Deswegen noch einmal der Appell: Machen Sie, wenn Sie so einen Vorschlag machen, einen guten Vorschlag, der auch die Attraktivität der Vermittlungsangebote in den Blick nimmt und nicht nur Symbolpolitik darstellt, die letztlich nur für wenige Menschen einen Erfolg bedeutet. Im Landesmuseum in Hannover gibt es schon das Angebot, dass der Eintritt am Freitagnachmittag kostenfrei ist; da können Familien gemeinsam hingehen. Auch das ist sicherlich ein Vorschlag, über den man nachdenken kann. Der vorliegende Antrag war sehr schnell und nicht zu Ende gedacht. Deswegen können wir diesem Antrag, auch wenn wir das Ziel grundsätzlich teilen, leider nicht folgen. Vielen Dank. Herr Kollege Prange, bitte laufen Sie noch nicht weg, denn es gibt noch den Wunsch nach einer Zwischenfrage: der Kollegin Machulla. Wollen Sie dem entsprechen? Ja, gerne. Bitteschön, Frau Kollegin! Lieber Herr Kollege Prange, wollten Sie eben ausdrücken,
