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Christian Schroeder

GRÜNE 18.06.2024 3:52 min Tagungsabschnitte 19/17

Direktvermarktung und regionale Wertschöpfung stärken - zukunftsfähige Landwirtschaft für Niedersachsen

Frau Präsidentin! Meine lieben Damen und Herren! Liebe Kollegin, gestern habe ich von dem Biohähnchen aus Bayern erzählt, was zwar aus Bayern kommt und auch „bio“ ist, aber eben durch die ganze Republik gefahren werden muss. Transformation und Transparenz für die Verbraucher*innen – das wurde gestern auch mehrfach gesagt – sind grundlegende Voraussetzungen für eine bewusste Kaufentscheidung. Aber natürlich muss auch eine vernünftige Wertschöpfung möglich sein. Ich glaube, darin geben wir alle einander recht – das wurde gestern mehrfach gesagt. Heute nehmen wir deshalb diesen Perspektivwechsel vor – von den Verbraucher*innen hin zu den Produzent*innen. Mit unserem Antrag nehmen wir die Produzent*innen, die Landwirte, die nachgelagerten Wirtschaftsbereiche, in den Fokus. Die Art, wie wir Lebensmittel produzieren, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten extrem verändert – hin zu spezialisierten, zentralisierten Systemen. Wenig war da übrig für die kleinen ländlichen Betriebe, und es wird für die Familienbetriebe immer schwieriger, sich am Markt zu behaupten und vernünftige Preise zu erzielen. Hinzu kommt ein Lebensmitteleinzelhandel, der, zunehmend monopolisiert, die Preisgestaltung im Einkauf bestimmen kann. Durch die Förderung der Direktvermarktung, wie in unserem Antrag vorgeschlagen, wird es den landwirtschaftlichen Betrieben einfach gemacht werden, ihre Produkte direkt am Markt zu positionieren und direkt mit den Verbrauchern und Verbraucherinnen in Kontakt zu kommen. Eine lokale Lebensmittelherstellung, -verarbeitung und -vermarktung sichert die Grundversorgung vor Ort. Sie macht Regionen nachhaltiger, krisenfester und stärkt die Kaufkraft und Beschäftigung der Menschen vor Ort. Das dörfliche Leben, die sozialen Strukturen, die ländliche Wirtschaftskraft werden so gefördert. Wir drängen auf den Abbau der bürokratischen Hürden. Ja, es gibt sie, und sie müssen reduziert werden. Wo immer es nötig ist, werden wir auch auf Bundes- und EU-Ebene darauf hinwirken. Die Bedingungen für die Absatzförderung sollen ganzheitlich ausgerichtet werden. Wir werden die bereits bestehenden regionalen Netzwerke ausbauen und erweitern. Eine zielgerichtete Beratung – das wurde in der Anhörung sehr deutlich – ist von zentraler Bedeutung. Die zahlreichen Maßnahmen, die Karin Logemann hier genannt hat, kommen zum größten Teil – das ist richtig – von den Verbänden, von den Produzent*innen, von den Vermarktern selbst. Sehr viele davon finden sich auch im Antrag der CDU. Ich muss zugeben: Einiges davon haben wir durchaus übernommen – inklusive eines Fehlers, muss ich sagen; den verrate ich aber erst später. Zwei weitere Punkte möchte ich aber besonders herausstellen, weil sie mir sehr am Herzen liegen. Das eine ist die Gemeinschaftsverpflegung, und das andere ist die Ernährungsbildung. Die Gemeinschaftsverpflegung ermöglicht es, wirklich nennenswerte Mengen zu generieren. Ein Verkauf allein an die Endkunden – da sind wir uns, glaube ich, einig – wird nicht reichen. Der zweite Punkt – ich glaube, auch da sind wir uns einig – ist die Bildung. Die Ernährungsbildung ist einfach Voraussetzung dafür, das gute Verhältnis zu den guten Lebensmitteln, zu den hochwertigen Lebensmitteln von vor Ort zu fördern. Hierzu sind wir inzwischen sehr intensiv im Austausch mit den Verbänden, mit den Sozial-, aber eben auch mit den Schulpolitiker*innen, um dabei wirklich endlich voranzukommen. Da müssen wir Meter machen! Der vorliegende Antrag zur Direktvermarktung und zur Verarbeitung der regionalen Wertschöpfung vor Ort wird am Ende allen nutzen. Davon bin ich überzeugt. Ich bin auch sicher, dass ganz viele, die jetzt vielleicht hier anders reden, sagen, dass das eine gute Sache ist – vielleicht: Ich gucke da mal in die Richtung der CDU. Danke schön.

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