Swantje Schendel
Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" fortsetzen
Swantje Schendel (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich, gleich angesprochen zu sein und dass Sie meine Rede vorweggenommen haben. Denn natürlich werde ich, stell- vertretend für die Grüne-Fraktion, sagen: Ja, die Sprach-Kitas sind wichtig. Ja, sie sind uns wichtig, weil sie aus unserer Sicht einen wichtigen Beitrag bei der Weiterentwicklung von einer inklusiven Pädagogik leisten. In dieser Hinsicht teilen wir Ihre Ansicht; das kann ich bestätigen. (Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD) Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU- Fraktion, ich teile die Ansicht nicht, dass Ihr Antrag Rückendeckung bietet. (Christian Fühner [CDU]: Die Ministerin aber!) Mir kam er stattdessen vor, als hätte er ein paar Monate in der Schublade gelegen. Ich wollte hier schon sagen, dass Sie die Presse vielleicht gar nicht aufmerksam genug lesen, um sagen zu können, dass unsere Kultusministerin in einer ihrer ersten Amtshandlungen deutlich gemacht hat, dass das Land Niedersachsen für die Weiterfinanzierung der Sprach-Kitas sorgen wird und dass diese wichtige Säule der Sprachförderung erhalten bleibt. Gott sei Dank haben Sie es gelesen. (Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD) Was Sie vielleicht überlesen haben, ist, dass sie auch klargestellt hat, dass die Verträge der entsprechenden Fachkräfte und der Fachberatung selbst- verständlich verlängert werden können und sollen. Wir sehen in den sozialen Medien schon, wie entsprechende Fachkräfte ihr Weiterbleiben mit den Kolleginnen und Kollegen feiern. Die Planungssicherheit, die Sie in Ihrem Antrag fordern, hat die Kultusministerin bereits hergestellt. (Beifall bei den GRÜNEN - Sebastian Lechner [CDU]: Das hat er eben gesagt!) Zum Bund: Ja, ein Sonderprogramm endet. Das ist auch ein normaler Gang. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Ampelkoalition hier aus der Verantwortung nimmt oder wir sie aus der Verantwortung entlassen. Denn wenn Sie die Haushaltsberatungen beobachtet haben, dann können Sie erkennen, dass für die Fortführung der Sprach-Kitas für den Bundeshaushalt im nächsten Jahr bereits 140 Milli- onen Euro eingeplant und beschlossen sind. Das haben die Länder gemeinsam erreicht. Der Erhalt der Sprach-Kitas wird damit bis zur Umsetzung des Kita-Qualitätsgesetzes gesichert. (Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD) Ich will nicht unterschlagen, dass auch wir uns eine langfristige Beteiligung des Bundes bei der Finan- zierung der Sprachbildung wünschen. Aber seien Sie bitte so ehrlich: Dafür hat ein Sonderprogramm unter der unionsgeführten Regierung nun ja auch nicht gesorgt. - Deswegen ist es richtig, dass die Ampelkoalition jetzt dafür sorgt, dass das Sonder- programm in eine Regellösung überführt wird. Durch das Kita-Qualitätsgesetz werden in den nächsten beiden Jahren insgesamt 4 Milliarden Euro in die frühkindliche Bildung und auch in die Sprachförderung fließen. Also, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, unsere Kultusministerin und die Niedersächsische Landesregierung nehmen die Verantwortung für die frühkindliche Bildung an, statt die Pflicht nur auf den Bund zu schieben. Wir setzen die Sprachförderung in den niedersächsischen Kitas fort. Wir sichern Berufsperspektiven für Fachkräfte. Und wir sichern die Teilhabe und Bildungschancen aller Kinder in den Kitas. Ich halte Ihren Antrag damit für hinfällig. (Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD) Vizepräsidentin Barbara Otte-Kinast: Vielen Dank, Frau Kollegin Schendel. - Die Redezeit haben Sie top eingehalten. Das ist bei einer ersten Rede nicht so leicht.
