Thorsten Paul Moriße
Entwurf eines Gesetzes zur Ergänzung des Europabezuges in der Landesverfassung
<v UU>Sehr geehrter Herr Präsident!</v> <v UU>Sehr geehrte Damen und Herren!</v> Die Initiative zur Ergänzung des Europabezuges in der niedersächsischen Landesverfassung erhebt den Anspruch, die Beziehung zu <v UU>Europa zu stärken. <v UU>Diese Maßnahme ‑ so scheint es ‑</v> <v UU>soll ein Zeichen der Verbundenheit und</v> Integration setzen.</v> <v UU>Doch diese Initiative verkennt</v> <v UU>grundlegend die Realitäten der EU,</v> <v UU>wie sie sich uns heute darbieten: ein bürokratisches Monstrum, das den</v> <v UU>souveränen Nationalstaat</v> <v UU>systematisch schwächt.</v> <v UU>Die AfD steht unmissverständlich für</v> <v UU>die Bewahrung nationalstaatlicher</v> Souveränität und Subsidiarität - Prinzipien, die durch die <v UU>vorgeschlagene Verfassungsänderung</v> <v UU>weiter untergraben werden.</v> <v UU>Wir sehen in der EU in ihrer jetzigen <v UU></v> Form ein Konstrukt, welches zunehmend</v> <v UU>durch überbordende Regulierungen,</v> <v UU>Eingriffe in die nationale</v> <v UU>Selbstbestimmung und eine Entfernung</v> <v UU>von den demokratischen Wurzeln</v> gekennzeichnet ist. <v UU>Europa ist mehr als eine Europäische</v> <v UU>Union und ihre Institutionen.</v> Wir müssen das Europa der Vaterländer, das Europa der Kulturen,</v> <v UU>der unabhängigen Staaten stärken -</v> <v UU>und nicht das bürokratische Europa,</v> <v UU>das aus Brüssel regiert wird.</v> <v UU>Die vorgeschlagene</v> <v UU>Verfassungsänderung birgt die Gefahr,</v> <v UU>dass wir die legislativen Rechte</v> <v UU>Niedersachsens zugunsten einer</v> <v UU>zentralisierten europäischen</v> <v UU>Machtstruktur opfern.</v> <v UU>Ein solcher Schritt würde das Wesen</v> <v UU>der Subsidiarität ‑ das Herzstück</v> <v UU>europäischer Wertvorstellungen ‑</v> <v UU>infrage stellen und Niedersachsen in</v> <v UU>ein Korsett zwingen, das wenig</v> <v UU>Spielraum für individuelle und</v> <v UU>regionale Bedürfnisse lässt.</v> <v UU>Es ist illusionär, zu glauben, <v UU>dass</v> eine stärkere rechtliche Verankerung</v> <v UU>der EU in unserer Verfassung zu einer</v> <v UU>tieferen Identifikation der Bürger</v> <v UU>mit Europa führt.</v> <v UU>Wahre Verbundenheit entsteht durch</v> <v UU>gemeinsame Werte, Geschichte und</v> <v UU>Kultur, nicht</v> <v UU>durch verordnete Verfassungstexte.</v> <v UU>Die EU ist weit davon entfernt,</v> diesen Anforderungen an eine lebendige bürgerzentrierte Union <v UU>gerecht zu werden.</v> <v UU>Als AfD-Fraktion treten wir</v> <v UU>entschieden für ein Europa der</v> <v UU>Nationen ein, in dem die Souveränität</v> <v UU>und die Entscheidungsfreiheit der</v> <v UU>Mitgliedstaaten oberste</v> <v UU>Priorität haben.</v> Die vorgeschlagene Erweiterung des Europabezuges in der Landesverfassung <v UU>lehnen wir daher strikt ab, da sie nicht nur unnötig ist, sondern auch eine gefährliche Präzedenz für die Übertragung weiterer Befugnisse an <v UU>die EU darstellen könne.</v> <v UU>Wir werden die Beratungen im</v> <v UU>Ausschuss kritisch begleiten und auch</v> <v UU>kritisch bewerten, meine Damen und</v> <v UU>Herren, weil die Bewahrung unserer</v> <v UU>verfassungsmäßigen Unabhängigkeit und</v> <v UU>Identität an erster</v> <v UU>Stelle stehen sollte.</v> <v UU>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.</v>
