Jessica Miriam Schülke
Totalitäre Tendenzen und Antisemitismus an niedersächsischen Universitäten
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren und Damen! Wir schauen mit Entsetzen auf die Bilder der antisemitischen Exzesse an den Universitäten in den USA. Wir schauen im Jahr 2024 vor allem auf die deutschen Universitäten, auf die Gewalt und die Aufrufe zum Töten der Juden und zur Vernichtung des einzigen jüdischen Staats. Wir schauen auf die Verfolgungs- und Vernichtungswünsche gegen Andersdenkende. Wir schauen mit Entsetzen auf unsere niedersächsische Leibniz Universität, auf deren Campus sich eine pro-palästinensische Demonstration versammelte und unter anderem zur Intifada, also zum Terror gegen Israel, aufrief. - Kein Wort über den Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, kein Wort über die bestialisch Gefolterten und bestialisch Ermordeten. Kein Fünkchen Empathie, nur Hass und Arroganz. Wir schauen mit Entsetzen auf die ehrwürdige Georg-August-Universität in Göttingen, die seit fast 300 Jahren für freie Wissenschaft, Aufklärung und demokratische Werte steht und die schon seit langer Zeit nicht nur von radikalen Linken, sondern auch von radikalen muslimischen Hochschulgruppen, die sich jüngst dort versammelten und islamische Gebete ausführten, unterwandert wird. Übrigens: Religiöse Missionierungsversuche im Kontext der Hochschulen werden vom Wissenschaftlichen Dienst der Bundesregierung als Grundrechtseingriff eingeordnet. Der sich seit Langem entwickelnde und jetzt sichtbar gewordene Totalitarismus an Universitäten, zu dem auch der jetzige Antisemitismus gehört, subsumiert sich unter dem Begriff „Postkolonialismus“. Wir schauen auf eine Lehre, in der es vordergründig um die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit geht - um die Sünden der Weißen; denn zum Tätervolk gehören nicht nur wir, sondern auch Israel. Dieses Denksystem beschäftigt sich in Wirklichkeit mit einer Zukunft, in der es keinen Westen und keine Bürgergesellschaft mehr geben soll. Wer sich mit dem Thema Postkolonialismus beschäftigt, versteht sehr schnell die seit Jahren schleichend stattfindende Veränderung unserer Gesellschaft. Beispiele dafür sind Deindustrialisierung mit der damit einhergehenden Verarmung der Bevölkerung, Klimahysterie, Umwandlung der Sprache, Angriff auf die Familie, Queer-Ideologie, schärfste Bekämpfung der Opposition und die massenhafte Hereinholung kulturfremder Ethnien zur Destabilisierung des eigenen Landes. Dazu gehört eben auch der Hass auf Israel. Immer mehr Menschen fragen sich, was hier passiert, warum die Politik so hilflos reagiert, nichts dagegen unternimmt und die Medien dies noch verharmlosen. Politische Gesellschaftsforscher, große Vordenker, sind sich inzwischen weitestgehend einig, dass die Macht nicht mehr bei Politik und Regierung liegt. Die ganzen gesellschaftsbestimmenden Denksysteme, die Begriffe, die Dogmen und die damit verbundenen Institutionen, Stiftungen und sonstigen Organisationen befinden sich heute in den Hochschulen und Universitäten. Von hier aus verbreitet sich der links-woke Wahn und dringt in Schulen, Sportvereine, den gesamten Kulturbereich und sogar bis in die Chefetagen der großen Konzerne vor. Vor diesem Hintergrund sind die Bemühungen unseres Wissenschaftsministers, Herrn Mohrs, die Hochschulgesetze nachzuschärfen, ein gutes Vorhaben. Doch die wichtigste Frage, die im Raum steht, lautet: Sind die Universitäten in dem jetzigen Zustand überhaupt noch reformierbar oder zukunftsfähig? Vor allem: Sind die Universitäten noch tragbar für den Steuerzahler, der diesen ganzen woken Wahnsinn mitfinanziert? Sehr geehrter Herr Minister Mohrs, sorgen Sie bitte dafür, dass der eigentliche Sinn unserer Universitäten verteidigt und erhalten bleibt. Schützen Sie den Rechtsstaat und jene Studenten, die ordentlich studieren wollen. Und: Führen Sie die niedersächsischen Hochschulen und Universitäten wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zu, die bedeutet, exzellent zu sein in Forschung und Lehre, zum Gedeihen für unser einst so blühendes Land. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
