Christian Meyer
Grüner-Wasserstoff-Standort Niedersachsen - wie entwickelt sich die Infrastruktur?
Bitte, Herr Minister! Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Wilhelmshaven wird ja in mehrfacher Hinsicht zum großen deutschen Energie-HUB. In Wilhelmshaven steht das erste LNG-Terminal in Deutschland, das nur vorübergehend fossile Gase importiert. Der Bund hat vorgegeben, dass Terminals auf grünen Wasserstoff umgerüstet werden, sodass dort dann auch der Import von grünen Molekülen möglich sein wird. Es wird weniger Wasserstoff in Reinform sein, sondern es werden Vorprodukte sein, die man dann aus erneuerbaren Energien importiert. Deshalb wird Wilhelmshaven der große Standort für den Import von grünen Energieträgern sein. Ich habe angesprochen, dass eine Pipeline-Anbindung nach Wilhelmshaven geplant ist im Zusammenhang mit dem Projekt AquaDuctus, mit dem das Ziel verfolgt wird, neben Windparks auf See mit Elektrolyseuren, die auf einer Plattform stehen, große Mengen herzustellen. Darüber hinaus ist die Region natürlich grundsätzlich sehr geeignet, weil die Kavernenspeicher in Etzel, die umgerüstet werden, in der Nähe sind. Wir haben übrigens schon eine Anbindung geschaffen EWE hat sie „Zukunftsleitung" genannt, von Wilhelmshaven nach Emden. Die Leitung basiert jetzt noch auf der Durchleitung von Gas, sie kann aber in Zukunft komplett für Wasserstoff umgerüstet werden. Das ist schon im Gange, um den Import auf der Energiedrehscheibe Wilhelmshaven nach Emden und dann ins Wasserstoffkernnetz weiterzuführen. Zum Teil ist das also schon im Bau. Wilhelmshaven ist deswegen Energiedrehscheibe, aber natürlich auch ein Standort für die Umwandlung von Ammoniak oder Methan in grünen Wasserstoff. Es gibt die Debatten, dort einen großen Ammoniak-Cracker zu bauen, um mit ihm man lernt bei diesem Thema ganz viel über Moleküle grünen Wasserstoff herzustellen - mit Ammoniak, der, hergestellt aus Erneuerbaren, aus anderen Ländern importiert worden ist. Von daher wird Wilhelmshaven der zentrale Anknüpfungspunkt sein. Der letzte Punkt, warum Wilhelmshaven ideal ist: Dort landet über Kabeltrassen ganz viel erneuerbarer Strom aus der See an. Ich glaube, letztes Jahr ist der Baustart einer Stromleitung für das Projekt „NeuConnect" gewesen, die von Wilhelmshaven nach England führt und mit der Strom aus Erneuerbaren, gerade von Offshore, in beide Richtungen transportiert wird. Das Ideale an Wasserstoff ist, wie gesagt, dass wir dann, wenn wir gerade sehr viel Strom erzeugt und im Netz haben, überschüssigen Strom direkt in Wilhelmshaven in grüne Moleküle, in grünen Wasserstoff umwandeln können und diesen in Kavernen, die in der Gegend sind, speichern können. Von daher ist Wilhelmshaven nicht nur in Bezug auf die Erzeugung, sondern auch in Bezug auf die Anlandung und den Transport wirklich eine Energiedrehscheibe in Deutschland.
