Miriam Staudte
Langfristige Strategien und verlässliche Unterstützung für Niedersachsens Wälder - zukunftsfeste Strukturen in Zeiten des Klimawandels
Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich glaube, es ist schon deutlich geworden: In Zeiten des Klimawandels nehmen Niedersachsens Wälder mit der beeindruckenden Größe von 1,2 Millionen Hektar wirklich eine überregional bedeutende Rolle ein, gerade bei den wichtigen Schlüsselfunktionen, sei es die Kohlenstoff-Speicherfunktion, der Erhalt der Biodiversität oder eben Rohstoffversorgung. Es gilt, diese Funktionen nach den Extremwetterereignissen und den erheblichen Schäden, die durch Borkenkäferbefall entstanden sind, da, wo es nötig ist, wiederherzustellen - Stichwort: Senkenfunktion des Waldes. Es war ja nun leider nicht in jedem Jahr so, dass sie erhalten geblieben ist. Wir alle wissen, die klimaresilienten Mischwälder sind die Antwort. Es ist wirklich eine historische Herausforderung, diesen Waldumbau hinzubekommen. Das ist die zentrale Aufgabe für die kommenden Jahrzehnte. Man kann sagen: Glücklicherweise, vielleicht sogar mehr, als viele erwartet haben, hilft uns die Natur - da, wo es zu Totalausfällen gekommen ist. Ich finde es auch gut, dass die Nebenbaumarten eine stärkere Rolle spielen und auch in den Fokus der Forschung rücken. Es ist wichtig, dass wir je nach Standort genau hinschauen. Das Thema der Standortkartierung ist sicherlich ein ganz wichtiger Punkt. Ich glaube, es ist richtig das haben auch viele meiner Vorredner, Herr Schroeder zum Beispiel gesagt, dass wir auf bewährte Ansätze aus dem GAK-Rahmenplan setzen. Die forstliche Förderung ist absolut das Mittel der Wahl, um die Etablierung standortangepasster Mischwälder voranzubringen. Es geht darum, die Stabilisierung geschädigter Waldflächen einzuleiten. Sehr geehrter Herr Dorendorf, Sie sagten vorhin, dass bestimmte Baumarten wie die Douglasie von der Förderung komplett ausgeschlossen sind. Das stimmt nicht. Es gibt immer Obergrenzen. Das ist, glaube ich, auch richtig so. Die Vielfalt ist aber definitiv gegeben, auch in Bezug auf die Baumartenförderung. Der Privatwald spielt natürlich eine sehr große Rolle. 60 % der Waldfläche sind Privatwald. Viele haben in ihren Reden schon dargestellt, dass die große strukturelle Herausforderung tatsachlich der Kleinprivatwald man kann zum Teil auch schon Kleinstprivatwald sagen ist. Deswegen ist die Förderung von Strukturen, von Zusammenschlüssen unter den Waldbesitzenden wirklich sehr wichtig. Sie müssen wir als Adressaten nutzen, wir müssen sie ausbauen und zielgerichtet mit der forstlichen Förderung unterstützen. Zu den beiden vorliegenden Anträgen: Ich muss sagen, dass es im Antrag der CDU einige Punkte gibt, die aus unserer Sicht nicht so wirklich anwendbar sind, wie die Praxis gezeigt hat. Das gilt zum Beispiel für die Pachtmodelle. In diesem Fall lieber mal auf die bewährten Förderinstrumente setzen - ich glaube, damit kommen wir schneller und effektiver voran. Wir alle wissen: Nachhaltige Waldpolitik muss ökologische Stabilität, wirtschaftliche Perspektiven und soziale Verantwortung gleichermaßen berücksichtigen. Das ist uns allen klar. Ich finde, der Antrag der Regierungsfraktionen mit den unterschiedlichsten Unterstützungsangeboten ist dafür eine sehr gute Basis. Insofern werbe ich für diesen Antrag und freue mich, dass er gleich beschlossen werden wird. Denn letztendlich brauchen wir ein Paket aus vielfältigen Maßnahmen, insbesondere den bewährten. Vielen Dank.
