landtag-niedersachsen.de ↗

Daniela Behrens

SPD 28.04.2026 2:41 min Tagungsabschnitte 19/33

Die psychosoziale Versorgung für Mädchen und junge Frauen mit Essstörungen verbessern

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Der Kollege Dr. Philippi ist für heute Nachmittag entschuldigt, deswegen müssen Sie mit mir Vorlieb nehmen. Ich freue mich, dass Sie das auch tun. Meine Damen und Herren, Magersucht, Bulimie und Binge Eating stellen ernsthafte Gesundheitsgefahren dar. Sie alle haben das sehr treffend beschrieben. Betroffene leiden unter einem gestörten Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper, und das kann gravierende psychische, aber auch physische Folgen haben. Besonders alarmierend das haben Sie auch beschrieben ist, dass immer mehr junge Mädchen und Frauen betroffen sind. Die Zahlen steigen seit Jahren an. Wenn ich mich an meine Jugend und an die Kritik aus der Gesellschaft erinnere, die junge Mädchen und Frauen damals aushalten mussten, ist es, glaube ich, heute in Zeiten der Digitalisierung und von Social Media sehr viel heftiger für sie - erst recht, weil man ihnen Körper vorspielt, die es in der realen Welt gar nicht gibt. Das setzt unsere junge Generation, vor allem die jungen Mädchen, sehr unter Druck. Deswegen ist es richtig und wichtig, dass Sie sich hier mit diesem Thema beschäftigen. Ich bin sehr dankbar, dass im Haushalt 400 000 Euro dafür bereitstehen. Sie werden zum Beispiel für die Förderung von Beratungsstellen in Niedersachsen, für eine Fachtagung unter Beteiligung aller Beratungskräfte, die mit der Zielgruppe in Berührung kommen, und vor allen Dingen für eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Wir müssen junge Frauen und Mädchen positiv mit diesem Thema beschäftigen und ihnen ein besseres Selbstwertgefühl geben. Zusätzlich brauchen wir eine dauerhafte und nachhaltige Verbesserung der psychosozialen Versorgung für Mädchen und junge Frauen mit Essstörungen. Die Nachfrage nach Beratung und Therapie auch das haben Sie richtig beschrieben steigt. Die bestehenden Strukturen können diesen Bedarf noch nicht ausreichend auffangen. Die Wartezeiten für Therapieplätze sind oft zu lang. Mädchen und junge Frauen benötigen häufig ein geschlechterspezifisches und vertrauensvolles Beratungsangebot, das ihnen einen niederschwelligen Zugang zur Hilfe ermöglicht, und auch das wollen wir damit schaffen. Es ist wichtig, dass man dieses Thema angeht, und Sie tun das. Denn Essstörungen sind eine Folge von komplexen Zusammenhängen aus Familie, Biologie und wie immer gesellschaftlichen Faktoren. Daher dürfen wir die Betroffenen nicht alleinlassen. Sie brauchen rechtzeitig kompetente Hilfe. Das Geld bringt uns in die Lage, das zu tun, und Sie können davon ausgehen, meine Damen und Herren, dass kein Antrag in der Schublade eines Landesministeriums verschwindet. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Frau Ministerin Behrens.

Alle Reden von Daniela Behrens Rede ansehen ↗