Christian Schroeder
Langfristige Strategien und verlässliche Unterstützung für Niedersachsens Wälder - zukunftsfeste Strukturen in Zeiten des Klimawandels
Herr Schroeder, bitte! Sie haben das Wort. Vielen Dank. - Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, in der Sache, in der Analyse dessen, was wir vorfinden, sind wir uns hier im Plenum zu 75 % einig. Ich glaube, Herr Dorendorf hat in der Analyse vieles richtig gesagt, Herr Penno hat auch sehr viel Richtiges gesagt. Ich würde sogar behaupten: Alles, was er gesagt hat, war richtig. Und dann sehen wir eine kleine Fraktion, die nicht mal bereit ist in diesem Fall beim Wald, anzuerkennen, dass wir durch den Klimawandel schlichtweg ein Problem haben. Wer das ignoriert, hat sich eigentlich schon disqualifiziert, überhaupt zu diesem Thema zu reden. Bei diesen 1,2 Millionen Hektar Wald ich glaube, Herr Dorendorf hat es gesagt geht es nicht nur um eine statistische Zahl, sondern das sind 1,2 Millionen Hektar Klimaschutz, Artenvielfalt, Wertschöpfung - und Heimat, liebe AfD. Dieser Wald steht unter Druck, auch das haben wir gehört. Der Wald leidet enorm, und jeder und jede von uns, die etwa im Harz, aber auch überall anders unterwegs sind, sehen die Kalamitäten, sehen den Holzbruch, sehen die Folgen des Borkenkäfers. Wir sehen inzwischen aber auch das darf man auch dazu sagen, dass es funktioniert, dass sich was tut. Die Lücken schließen sich. Wir sehen neue aufwachsende Mischwälder, wir sehen frisches Grün, selbst da, wo der Mensch nicht eingreift - dort kommt natürlich auch wieder Nadelholz hoch. Aber das ist auch völlig in Ordnung. Die Natur hilft sich selber, sie hilft uns dabei, diese Lücken schnell zu schließen, manchmal sogar, bevor wir da sind. Aber wir brauchen auch die Unterstützung. Jetzt wurde behauptet, wir würden der Entwicklung und dem Streben der CDU hinterherlaufen. Herr Dorendorf hat das gesagt. Er hat auch gesagt, wann sein Antrag eingebracht wurde. Ich möchte daran erinnern, dass wir hier schon mal einen Waldantrag beraten haben. Der Antrag „Niedersächsische Wälder zukunftssicher umbauen" ist am 20. Juni 2023 von den regierungstragenden Fraktionen eingebracht worden - vielleicht so viel dazu. Ich kann mich gut an Ihre Reden erinnern. Ganz so weit waren wir auch damals nicht auseinander; im Grunde, wenn Sie ehrlich sind, sind wir es auch heute nicht. Wir alle wissen, dass wir die Kleinwaldbesitzer unterstützen müssen natürlich auch die Waldbesitzerinnen, wir haben von ihnen 60 000 an der Zahl. Sie brauchen unsere Hilfe, sie brauchen unsere Unterstützung, aber sie brauchen keine neuen Modellprojekte und keine neuen Pachtmodelle. Wir brauchen hier praxisnahe Lösungen, die es zum Großteil schon gibt - ich war mal Teil einer Realgemeinde. Es gibt Ansätze, die seit Jahrzehnten bestehen das ist auch gut so und die wir weiter unterstützen wollen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir mit ihnen vorankommen. Und ja, liebe CDU, Ihre Anträge, Ihre Sichtweise zu den Realgemeinden teile ich durchaus das ist vernünftig, und die werden wir auch weiter unterstützen. Was Niedersachsen jetzt braucht ist ganz klar: Wir brauchen weiterhin die Arbeit an den standortangepassten Mischwäldern. Wir brauchen keine Monokulturen, wir brauchen Wasserrückhalt. Wir brauchen keine Entwässerung, sondern wir brauchen naturnahe Waldbewirtschaftung, und dafür gibt es auch schon tolle Ansätze. Wir werden jedenfalls keine Experimente machen. Ja, wir werden uns breit aufstellen, aber wir werden vor allem das unterstützen, was wir schon haben, und wir werden unsere Waldbesitzenden unterstützen, wo wir nur können. Danke schön. Herr Schroeder,
