Philipp Meyn
Sport stärkt - Ehrenamt wirkt. Gemeinsam für ein starkes und solidarisches Niedersachsen
Sie haben das Wort. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Sport stärkt - Ehrenamt wirkt" - diesen, man kann schon sagen, weltmeisterlichen Antrag möchte ich erst einmal mit zwei Fragen starten. Frage 1: Wird Deniz Undav, unser Achimer, heute in der Startelf stehen? ‑ Hier höre ich viel „Ja", dort höre ich „Nein". - Ja! Und die Frage 2: Was macht Waldemar Anton? Er ist hier in Linden-Süd an der Humboldtschule gewesen. Kriegt er heute seine erste Einsatzzeit in der Innenverteidigung oder als Außenverteidiger? ‑ Da ist man eher skeptisch. Was wir aber festhalten können, ist: Wir drücken unserer Mannschaft die Daumen und fiebern mit. Wenn wir über den Sport in Niedersachsen reden, dann reden wir über emotionale Höchstleistungen und über herausragende Athletinnen und Athleten. Denn Niedersachsen, das ist Spitzensport, großer Spitzensport! Wir freuen uns in diesem Zusammenhang auch auf die Finals Ende Juli hier in Hannover. Dabei ist das Land nämlich auch ganz stark eingestiegen und unterstützt das. Der große Unterschied zur WM, bei der man teilweise 3 000 Dollar pro Eintrittskarte zahlen muss, ist: Die Finals, die vier Tage Ende Juli, sind für alle kostenfrei. Spitzensport kostenfrei hier in Niedersachsen! Das ist ein ganz tolles Angebot, das auch unbedingt wir alle wahrnehmen sollten. Doch neben der glänzenden Spitze sprechen wir heute vor allem über das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts - über rund 9 000 Sportvereine mit 2,7 Millionen Menschen in Niedersachsen. Das ist fast jeder dritte Einwohner. Der Organisationsgrad ist ganz knapp hinter Rheinland-Pfalz auf Platz 2 im Bundesvergleich. Deswegen halten wir fest: Niedersachsen, das ist großer Breitensport. Hinter dieser beeindruckenden Zahl steht eine unbezahlbare Kraft, nämlich das Ehrenamt. Die Trainerinnen, die Trainer, die Platzwartin, die Vorstände, sie alle spenden das Kostbarste, was sie haben: ihre Freizeit, ihre Leidenschaft. Sie tun das für unsere Kinder, für die Gesundheit und für das soziale Miteinander vor Ort. Kurzum: Sport stärkt und Ehrenamt wirkt. Genau deshalb bringen wir heute diesen Antrag ein, weil dieses Engagement unsere volle politische Unterstützung verdient. Dabei wissen wir: Die Politik stellt die Weichen, und der Landessportbund ist der starke, verlässliche Partner an unserer Seite. Die Autonomie des Sports wird vorbildlich gelebt. In der Mitbestimmung der Fachverbände der 47 Kreissportbünde sind alle eingebunden. Diese Anerkennung erschöpft sich aber nicht in warmen Worten. Anerkennung braucht verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen. Kurzum, als Sportler sagt man: Wichtig ist auf dem Platz. Diese rot-grüne Koalition liefert starke Ergebnisse. Schauen wir uns das an: 35,2 Millionen Euro Förderung über das Sportfördergesetz. Diese gesetzliche Regelung ist einmalig in Deutschland. Hinzu kommen die Glücksspielabgaben - auch auf einem Rekordkurs mittlerweile. Rot-Grün hat das Glücksspielgesetz noch leicht verändert. Mittlerweile sind wir bei 16,5 Millionen Euro Mehreinnahmen für den Landessportbund. Die Energiekrise mit zusätzlich 30 Millionen Euro und jetzt in diesem Haushaltsjahr der Sportstättenbau-Booster: 19,35 Millionen Euro für die vereinseigenen Sportplätze. Das sind dann wenn man sich anschaut, was das bewirkt 789 Modernisierungs- und Baumaßnahmen im ganzen Land! Ich weiß von vielen Kollegen, die auch mal die Kreissportbünde vor Ort besuchen und schauen: Was passiert mit dem Geld? Da gibt es ganz unterschiedliche Beispiele. Ein Beispiel aus meinem Kreissportbund: Da gibt es den HC Lüneburg. Die bauen dort jetzt Ich habe die Glocke wegen der Lautstärke im Plenarsaal benutzt. Ja, es gibt hier gewisse Personen, die nicht so am Sport interessiert sind, aber das überstehen wir. Ich wollte zum HC Lüneburg kommen. Die konnten mit dem Geld ganz maßgeblich, bis zu 40 % eine Padel-Anlage bauen. Beim Padel-Tennis spielt man zwei gegen zwei. Das ist eine Mischung aus Tennis und Squash. Ziel des Vereins ist es, neue Mitglieder zu gewinnen und eben nicht nur gewerbliche Anbieter in diesem Bereich zu haben. Insofern bringen diese Investitionen Rahmenbedingungen, die dazu führen, Lust auf das Sporttreiben zu haben, aber auch ein neues Angebot zu schaffen. Insofern ist das vorbildlich. Aber ich möchte nicht nur nach hinten gucken, sondern uns interessiert ja auch: Wie geht es weiter? Genau hier setzt unser Antrag an. Wir bitten die Landesregierung ausdrücklich, diese kraftvolle Förderung in allen Kreissportbünden fortzusetzen und die vereinseigenen Sportstätten weiter zu berücksichtigen. Die Haushaltsberatungen stehen ja an. Ich setze dabei ganz stark auf die Landesregierung und auf unsere Sportministerin. Wir wollen das ist uns wichtig den Sport nicht nur finanziell stärken, sondern ihn moderner, vielfältiger, sicherer und unbürokratischer machen. Ich nenne Ihnen die Kernforderungen unseres Antrags ganz in Kürze: Bürokratiebremse lösen. Dazu zählen beispielsweise feste Ansprechpartner im Behördendschungel, praxisnahe feste Kontakte in den Finanzämtern. Es geht darum, Doppelstrukturen abzubauen. Beispielsweise wollen wir Anzeigen-, Nachweis- und Dokumentationspflichten systematisch auf den Prüfstand stellen. Dann ist es ein schöner Mix aus wenig Bürokratie und finanzieller Förderung. Die Mikroförderung war ein Riesenerfolg beim letzten Durchgang. Es gilt, diese Mikroförderung auszubauen und weiter durchzuführen. Es geht aber auch um einen Aspekt, der in der Sportfamilie zentral ist, nämlich: Demokratie verteidigen und Schutzräume schaffen. Dabei ist der Landessportbund auf einem sehr guten Weg, und wir wollen dort den Rücken stärken. Programme wie „Sport mit Courage", „Vielfalt verstetigen", das Projekt „Vielfalt in Bewegung" mit dem Queeren Netzwerk Niedersachsen sowie das Jugendprogramm „Bewegt was!" zur Jugendbildung werden dauerhaft gestärkt. Und ganz zentral ist auch das Programm PSG. Das bedeutet: flächendeckende Unterstützung des Kinderschutzkonzeptes „Prävention Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport". Hier machen sich Vereine und Kreissportbünde auf den Weg, präventive Konzepte, die genau auf den Verein zugeschnitten sind, gemeinsam zu erarbeiten. Denn Kinder und Jugendliche brauchen Schutzräume. Liebe Sportsfreundinnen und Sportsfreunde, mit diesem Antrag setzen wir den Weg unserer Ehrenamtsstrategie und des Konzepts zur Stärkung der Zivilgesellschaft konsequent fort. Wir zeigen den 2,7 Millionen Sportlerinnen und Sportlern und all den unermüdlichen ehrenamtlichen Niedersachsen: Wir stehen an eurer Seite und stärken euch den Rücken! Denn ihr seid das Rückgrat unserer Demokratie und unserer Gesellschaft. In diesem Sinne: Packen wir es an auf den Plätzen im Land und im nächsten Monat auch auf den Plätzen in Amerika! Vielen Dank.
