Jens-Christoph Brockmann
Machtmissbrauch und sexueller Belästigung in der Filmbranche entgegentreten
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrten Damen und Herren! Heute widmen wir uns einem Thema von großer Tragweite, das innerhalb der Film- und Medienbranche dringende Beachtung verdient: der Missbrauch von Macht und die Vorfälle von sexueller Belästigung. Es bleibt unumgänglich, dass wir gemeinsam über geeignete Maßnahmen nachdenken, die es ermöglichen, in Zukunft eine Arbeitswelt zu schaffen, die respektvoll und sicher ist. Das Problem der sexualisierten Grenzüberschreitung ist keinesfalls nur auf die Filmbranche begrenzt, doch aufgrund der prominenten Darstellung ist es in dieser Branche besonders greifbar. Ein Kodex könnte Sorge dafür tragen, dass Verhaltensrichtlinien konkretisiert werden, um Verfehlungen zu vermeiden. Es ist aufschlussreich, dass bereits unabhängige Anlaufstellen wie Themis existieren, die den Betroffenen zur Seite stehen. Unser Ansatz sollte sein, diese bestehenden Einrichtungen zu stärken und effiziente Unterstützungsmöglichkeiten zu schaffen, anstatt durch neue Strukturen Verwirrung zu stiften. Viele Produktionsfirmen haben bereits reagiert und sind aktiv geworden. Bei der Filmförderung sollten Schutzkonzepte und Vertrauenspersonen eine wesentliche Rolle spielen. Es gilt, diese gewissenhaft zu integrieren und zu prüfen, damit sie nicht nur formal existieren, sondern auch tatsächlich zum Schutz Betroffener beitragen. Doch lassen Sie uns beachten, dass Maßnahmen und Konzepte einfach umsetzbar sein müssen. Übermäßige Bürokratie kann von den notwendigen Schutzmaßnahmen ablenken und ihre Wirksamkeit mindern. Es lohnt sich, überlegte und klare Prozesse zu etablieren. Die Etablierung einer respektvollen Zusammenarbeit ist ein Prozess, der Zeit und Hingabe erfordert. Die Bereitschaft, in neuen Bahnen zu denken und altbewährte Strukturen zu hinterfragen, ist notwendig, um nachhaltige Lösungen zu finden. Es sei erwähnt, dass die Etablierung eines Verhaltenskodex und die Installation von Vertrauenspersonen wertvolle Schritte in die gewünschte Richtung darstellen können. Unser gemeinsames Ziel bleibt das Bestreben, eine Arbeitskultur basierend auf Vertrauen und Klarheit zu schaffen. Der Antrag, von dem wir hier sprechen, verfolgt sicherlich ein ambitioniertes Ziel. Dabei sollten wir jedoch die bereits vorhandenen Strukturen und Anlaufstellen nicht aus den Augen verlieren. Es liegt an uns, bestehende Maßnahmen zu optimieren und sie gegebenenfalls sinnvoll zu erweitern. Ich freue mich auf die Beratung im Ausschuss. Vielen Dank. Vielen Dank, Herr Kollege Brockmann. - Als Nächstes hat sich zu
