Marcel Queckemeyer
Ausbau erneuerbarer Energie braucht neuen Schwung - gemeinsam in Niedersachsen für das Klima durchstarten
- Das Wort erteile ich dem Abgeordneten Marcel Queckemeyer von der Fraktion der AfD. (Beifall bei der AfD) Marcel Queckemeyer (AfD): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geehrte Kollegen! Bündnis 90/Die Grünen: Der Ausbau erneuerbarer Energie braucht neuen Schwung - richtig! -, aber nicht in die Richtung, die Sie gerne hätten. Ihr Kollege Herr Habeck als Bundeswirtschafts- und -klimaminister traute sich die Energiewende mit nach eigener Aussage „arroganter Überheblichkeit“ zu. Er will große und harte Entscheidungen treffen. Entscheidungen auf Kosten der Bürger? Entscheidungen, die unsere Heimat und unser Landschaftsbild dauerhaft negativ verändern? Sie, Herr Minister Meyer, sprechen auch noch als selbsternannter „Turbo-Minister“ von „Niedersachsen-Geschwindigkeit“. „Niedersachsen-Geschwindigkeit“? Erst letzte Woche musste ich erfahren, was „Niedersachsen-Geschwindigkeit“ bedeutet. In unserem Ort gab es einen Vortrag zum Ausbau der Energietrasse, welche den Strom der erneuerbaren Energien deutschlandweit verteilen soll. Frühestens Ende dieses Jahrzehnts, also ca. 2030, wird der erste Spatenstich in unserer Region erfolgen. Das ist Ihre so hochgelobte „Niedersachsen-Geschwindigkeit“? Respekt! Sie, die Grünen, setzen weiter auf Windenergie und Solarstrom. In beiden Fällen dieser Energiequellen kann der überschüssige Strom aktuell nicht gespeichert werden. Beide müssen in Dunkelflauten bisher durch ein konventionelles Kohle- oder Gaskraftwerk ersetzt werden. Da es aus technischer und finanzieller Sicht unmöglich ist, den Überschuss gerade im Bereich von 10 bis 20 TWh zu speichern, stellt sich die Frage, woher denn der Strom nach dem Aus von Gas und Kernenergie kommen soll. Da auch Frau Baerbock aufgefallen ist, dass man im Stromnetz keinen Strom speichern kann, sollen Pumpspeicherkraftwerke als Speicher dienen. Der Haken? Alle 26 Pumpspeicherwerke Deutschlands decken den Strombedarf für maximal 17 Minuten, dann ist Schluss. Ein weiterer Ausbau dieser Pumpspeicher ist geologisch fast unmöglich. „Ein Glück“, denken Sie jetzt, liebe Grüne: „Es gibt ja noch Wasserstoff.“ Ja, richtig! Wir haben den sogenannten grünen Wasserstoff. Hier wird der überflüssige Strom dann zu grünem Wasserstoff umgewandelt, und dieser dient somit als Speicher. Später wird dieser dann wieder in Strom zurückumgewandelt. Eigentlich eine tolle Idee - wenn man die Tatsache über Bord wirft, dass hier 75 % der Energie einfach weggeworfen werden. 75 % weg! Aber egal! Hauptsache, man hat biologisch produzierten Strom. Dann muss man bedenken, dass ein Großteil des Wasserstoffs auch noch zugekauft werden muss. Um diesen möglichst gefahrlos zu transportieren, will man Wasserstoff dann noch umwandeln in Ammoniak. Nach der Rückumwandlung ist dann faktisch keine Energie mehr übrig. Hier wird deutlich, dass diese Art von Energiegewinnung fast unbezahlbar wird und somit der Bürger, wie schon erwähnt, unvorstellbare Energiekosten aufbringen muss. Ihr Ziel, liebe Grünen, ist es, klimaneutral, also CO2-neutral, zu werden - mit Windenergieanlagen? Mit Windenergieanlagen möchten Sie also das Klima retten, wie Sie selbst gerade sagten: klimafreundlich? Diese Anlagen haben fast alle das Treibhausgas Schwefelhexalfluorid, kurz: SF6, als Isolator in den Schaltanlagen. Dieses Gas hat die überhaupt stärkste bekannte Treibhauswirkung. Nun können Sie doch nicht mehr von Klimaneutralität und Einsparung von CO2 sprechen! CO2-Neutralität funktioniert also nur - richtig! - mit Kernenergie. Ein fast unerschöpflicher Vorrat an Uran und Thorium ist ein Glücksfall für die Energieversorgung der nächsten Jahrhunderte. Andere Länder wie China, aber auch unser Nachbar Frankreich, haben das längst erkannt. Selbst grüne Parteien in anderen Ländern befürworten mittlerweile diesen Weg. Nachdem wir als Marktführer die Forschung im Bereich der Kernenergie faktisch eingestellt haben, wurden wir von anderen Ländern deutlich überholt. China baut erste Thorium-Reaktoren, und Frankreich und die EU haben Kernenergie zu grüner Energie erklärt. Durch Forschung an Dual-Fluid-Reaktoren ist es möglich geworden, selbst das Problem der Endlagersuche zu lösen. Aber auch das ist durch Ihre Partei ideologisch nicht gewollt. Daher fordern wir von der AfD von Ihnen, den Grünen: Fangen Sie endlich an, zum Wohle der Bürger umzudenken! Stärke zeigt man, indem man Fehler zugibt, wenn man sich verrannt hat. (Ulrich Watermann [SPD]: Da ist die AfD ja ganz vorne!) Herr Minister Meyer, stehen Sie auf, zeigen Sie Stärke, und gehen Sie in Zukunft den Weg der ideologiefreien Vernunft!
