Antonia Hillberg
Erbrachte Prüfungsleistungen honorieren und die rechtswissenschaftliche Ausbildung attraktiver gestalten
Ich habe im Ausschuss schon probiert, es mit Nahverkehrsbeispielen zu beschreiben. Ich versuche es jetzt noch einmal mit Fernverkehrszügen. Stellen wir uns die juristische Ausbildung als einen ICE vor! Man steigt in Hannover ein und möchte nach München. - Hallo, zuhören! Sie können etwas lernen! Hannover entspricht dem Start des Studiums, München dem zweiten Staatsexamen. Wenn man in Hannover ist, ist man noch nicht in München - so viel wissen wir. Wenn man aber bis nach Kassel gefahren ist, dann ist das schon mal richtig gut. Kassel wäre in diesem Fall der Bachelor, weil man ja in Kassel und nicht mehr in Hannover ist. Für das erste Staatsexamen muss man dann beispielsweise bis nach Nürnberg, weil richtig! Nürnberg weiter als Kassel von Hannover entfernt ist. Man ist aber noch nicht in München. Wenn man dann - Liebe Kolleginnen und Kollegen der AfD-Fraktion, ich bitte Sie, zuzuhören! Eine Unverschämtheit ist - Mäßigen Sie sich jetzt bitte! Frau Hillberg, wir warten einen Moment, bis Beruhigung eingekehrt ist, dann können Sie weiterreden. - So, jetzt können Sie fortfahren, denke ich. Bitteschön! Danke schön. Wir waren gerade in Nürnberg, das bildlich für das erste Staatsexamen steht. Bleibt man weiter im Zug, bleibt man der Linie der Ausbildung treu, geht man ins Referendariat, macht das zweite Staatsexamen, dann endet die Zugreise figurativ in München. Das ist sehr weit von Hannover entfernt, das ist auch ordentlich weit von Kassel entfernt. Deshalb: Alles gut! Keine Sorge um die juristischen Staatsexamen, um die Qualität - egal, ob deutsche oder nicht deutsche Qualität; das ist da wirklich ganz egal. Ich glaube an die gute juristische Ausbildung in diesem Land und hoffe, dass Sie es irgendwann verstehen. Vielen Dank.
