Pascal Leddin
Dem Auftreten von klimabedingten Pflanzenkrankheiten angemessen begegnen - Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade entwickeln
Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn man sich die Anträge von Rot und Grün, aber auch von der CDU selbst manchmal ja sogar geeint im Ausschuss, die wir so beschlossen haben, mal anschaut, dann ist doch eines ziemlich deutlich, und zwar, dass die Landwirtschaft mit immensen Herausforderungen zu kämpfen hat, die sich aufgrund der Klimaerwärmung einfach verstärken. Pflanzen breiten sich hier aus und fühlen sich hier wohl, auch Tiere fühlen sich hier wohl, und sie bringen eben auch Krankheiten mit sich. Herr Dannenberg, ich fand es ganz spannend, dass Sie darauf gerade gar nicht eingegangen sind. Denn das war im Ausschuss Ihr einziges Argument, warum Sie dem Antrag so nicht zustimmen können. Gut, dann haben Sie Ihre Meinung anscheinend geändert, wenn Sie das gar nicht mehr kritisieren. Ich fand es aber ganz spannend, dass Sie das nach einer wirklich aufschlussreichen Ausschussanhörung als einziges Argument gebracht haben. Kommen wir zur Schilf-Glasflügelzikade - auch ich kann dieses Wort mittlerweile sehr gut aussprechen; manchmal träume ich nach der intensiven Beratung sogar davon. Das ist ein wirklich ernstzunehmendes Problem. Zentrale Kulturen, die hier in Niedersachsen angebaut werden, sind davon betroffen. Und in Süddeutschland sind schon jetzt immense Schäden zu verzeichnen. Das führt zu einem totalen Ernteverlust; teilweise können die Produkte nicht weiterverarbeitet werden. Frau Jensen, auch wir haben uns natürlich im Nachhinein die Ausschussanhörung noch einmal sehr genau angeguckt und etwa das Thema Weiterverarbeitung das wurde dort ja auch angesprochen mitberücksichtigt. Auch wenn Sie das im Antrag nicht wiederfinden können - wir haben das natürlich aufgenommen. In der Anhörung wurde deutlich, dass es um ein wirklich sehr großes Problem geht, für das es noch keine wirkliche Antwort gibt. Es ist aber wichtig, dass wir das Zeichen nach außen senden, dass wir das Problem erkannt haben und die Landwirtinnen und Landwirte mit dem Problem nicht alleine lassen. Unser Ansatz dabei ist die Forschung zu resistenten Sorten sowie ein Monitoring, das konsequent fortgeführt werden muss. Und ein sehr wichtiger Punkt ist auch die Beratung: Falls es zu Lösungen kommt, müssen diese schnell in die Fläche gebracht werden können. Frau Ministerin hat mal in einer Pressemitteilung gesagt, dass zum Beispiel das Abdecken mit Netzen eine Lösung für sehr hochwertige Kulturen sei, vor allem im Gemüsebau. Dafür wurde sie in der lokalen Presse belächelt; es wurde gefragt, was das für ein Vorschlag sei usw. Im Ausschuss wurde aber sehr deutlich, dass das bis jetzt tatsächlich eine der wenigen Maßnahmen ist, die wirklich effizient ist und eine Lösung darstellt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei Kartoffeln und Rüben funktionieren wird, aber es gibt spezifische Lösungen für kleine Teilbereiche. Diese Richtung müssen wir einschlagen. Ich möchte auch sagen, dass wir hier eigentlich nur ein Symptom bekämpfen, das aufgrund des Klimawandels existiert. Also müssen wir, um die Landwirtschaft zu schützen denn das ist der erste Wirtschaftsbereich, der aktiv von der Klimakrise bedroht wird, den Klimawandel bekämpfen und die Temperaturanstiege auf ein Minimum begrenzen. Ich möchte abschließend allen danken, die bei der Anhörung dabei waren. Ich fand sie wirklich sehr, sehr aufschlussreich. Wir haben tiefgehend fachlich diskutiert. Frau Jensen, ich hätte mich auch über einen Änderungsvorschlag von Ihnen gefreut, der uns aber nicht vorgelegt wurde. Vielleicht können wir das ja beim nächsten Mal noch besprechen. Ich kann nur dafür werben, diesem wirklich wundervollen Antrag zuzustimmen und damit ein wichtiges Signal ins Land Niedersachsen zu senden. Vielen Dank. Herzlichen Dank, Herr Kollege. - Die nächste Wortmeldung kommt
