Marie Kollenrott
Niedersachsens Energiepotenzial effizient nutzen - die Herausforderungen von Energie, Industrie und Fläche lösen
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Meine liebe Kollegin hat es plastisch beschrieben: Industrie folgt Energie, und die Kohle dieses Jahrhunderts sind Sonne und Wind. Den Vorsprung Niedersachsens bei der Energiewende müssen und wollen wir industriepolitisch denken und nutzen, um dauerhaft grüne Arbeitsplätze im Land zu sichern und auszubauen. Doch die Energiewende ist kein Selbstläufer. Das haben wir viel beschrieben. Neben dem zügigen Ausbau der Erneuerbaren müssen insbesondere Leitungen und Energiespeicher gebaut werden. Ich bin froh, dass wir an dieser Stelle auch mit der CDU an einem Strang ziehen. Unternehmen ohne ausreichenden Strom- und Wasserstoffanschluss können in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung so behindert werden, dass Standortschließungen und Arbeitsplatzverlust drohen. Genau deswegen ist es uns in Niedersachsen ja auch so wichtig, was die Wasserstoffnetzplanung des Bundes macht, wo wir da in Niedersachsen landen und wie wir ausgestattet sind. Daher gilt es auch, möglichst frühzeitig die Potenziale der Erneuerbaren mit den Bedarfen von Industrie und Gewerbe zusammenzudenken und übergreifend und vorausschauend zu planen. Es gilt, Standort- und Wachstumschancen zu identifizieren und mit regionalen Wirtschaftskonzepten, Transformationsinitiativen und Energieentwicklungsstrategien zu verbinden. Energieverbrauch und Produktion regional zusammenzuführen erhöht eben die Effizienz, erhöht die Systemsicherheit und verringert die Kosten der Energiewende letztlich auch für Verbraucherinnen und Verbraucher. Das sichert durch die Bereitstellung günstiger erneuerbarer Energie aus regionaler Produktion auch lokal die Arbeitsplätze. Wer früh und effizient dekarbonisiert oder schon dekarbonisiert hat ‑ das wird zunehmend sichtbar ‑, gewinnt weltweit langfristige Wettbewerbsvorteile ‑ ein Vorhaben, das uns bereichsübergreifend wirklich fordert. Das Stichwort ist integrierte Energiesystemplanung: horizontal zwischen den Sektoren Energiebereitstellung, Energiespeicherung, Energietransport sowie Energiebedarf und vertikal zwischen Bund, Land und Kommune. Besonders wichtig für uns im Land ist es: Wir arbeiten ‑ und das müssen wir auch ‑ ressortübergreifend: Energieproduktion in der Zuständigkeit des Umweltministeriums, Energiebedarf beim Wirtschaftsministerium, Raumplanung in der Verantwortlichkeit des Landwirtschaftsministeriums, regionale Entwicklung beim MB, Liegenschaftsverwaltung beim MF. Die Unterrichtung im Umweltausschuss, vorgetragen durch diese fünf Ministerien, war ein eindrucksvolles Beispiel von konstruktiver Zusammenarbeit, bei der ein Rädchen ins andere greift. Meine Damen und Herren, es stimmt mich sehr optimistisch, dass der vorliegende Antrag ein gelungener Anstoß für eine grüne Industriezukunft in Niedersachsen ist und wir die Rädchen gemeinsam antreiben werden, die sich schon in Bewegung gesetzt haben. Unser niedersächsischer Anspruch ist hierbei nicht weniger, als ein bundesweites Vorbild für die industrielle und energetische Transformation zu sein. Meine Damen und Herren, die intergierte Energiesystementwicklung, die wir heute mit anstoßen, wird eine neue Daueraufgabe sein, die uns auch die nächsten 20 Jahre auf Trab halten wird. Ziel ist dabei nicht weniger als eine umfassende sozial-ökologische Transformation ‑ ich sage es noch einmal: sozial-ökologische Transformation ‑, weil auch das Soziale zukünftig noch mehr mitgedacht werden muss. Wir wollen uns von der fossilen Zeit der Energien distanzieren hinein in ein erneuerbares Energiezeitalter. Ich freue mich über diesen wirklich gelungenen rot-grünen Antrag, der übrigens, liebe CDU, in der Industrie sehr viel Anklang gefunden und sehr viel Lob erfahren hat. Ich bitte um breite Zustimmung, wenn es Ihnen möglich ist. Überdenken Sie Ihre Haltung dazu doch noch einmal, und stimmen Sie zu, liebe CDU! - Vielen Dank.
