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Christoph Willeke

SPD 29.08.2024 5:54 min Tagungsabschnitte 19/18

Robotereinsatz in der Landwirtschaft erleichtern

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Robotik in der Landwirtschaft, Digitalisierung in der Landwirtschaft, autonomes Fahren in der Landwirtschaft, Precision Farming - die Landwirtschaft entwickelt sich weiter, und wir bleiben dran an der Entwicklung. Um ehrgeizige Ziele zu erreichen, zum Beispiel, um Herbizide und Insektizide einzusparen - das Thema Spot Spraying wurde bereits genannt -, ist Präzisionstechnik nicht nur ein Hebel, sondern aus meiner Sicht der große Hebel. Ich kann Ihnen als Landwirt sagen: Wir nutzen gerne weniger Pflanzenschutzmittel. Wir nutzen gerne weniger Düngemittel. Wir nutzen gerne weniger Diesel. Das hat einen ganz einfachen Grund: Das ist alles ziemlich teuer. Jetzt könnte man natürlich sagen: Diesen Einsatz der Technik regelt dann doch alles der Markt, wenn wir die Effizienz steigern. - Ja, das stimmt auch zu einem gewissen Grad. Aber gerade bei autonomen Fahrzeugen und Algorithmen, die automatisiert Entscheidungen für den Landwirt treffen, ist an einigen Stellen noch Unterstützung nötig. Da sind zum Beispiel die Fragen zur Versicherung von autonomen Systemen. Da ist auch die Haftungsfrage, und da sind auch Zulassungsfragen. Denen möchten wir uns mit diesem Antrag ganz zentral stellen. Technik muss sich am Markt etablieren und in der Praxis beweisen. Wir konnten uns bei den Feldtagen im letzten Jahr von fahrerlosen Traktoren überzeugen. Ob sich autonome Fahrzeuge in diesem Bereich dann tatsächlich durchsetzen und wie schnell dieser Wandel passiert, das kann ich Ihnen nicht abschließend sagen. Ich glaube auch nicht, dass das irgendjemand anderes kann. Wir wollen aber die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass autonome Technik eine faire Chance als Marktteilnehmer in diesem Land hat. Auch ein Thema in diesem Antrag - das ist mir ganz besonders wichtig; es wurde auch schon angesprochen - : Daten in der Landwirtschaft. Die Daten, die in der Landwirtschaft heute gesammelt werden, sind ein wertvolles Gut. Diese Daten werden auf den Betrieben gesammelt, und sie müssen den Betrieben zugutekommen. Dafür braucht es kompatible Kommunikationsschnittstellen zwischen den Geräten verschiedener Hersteller und klare Regelungen zum Datenaustausch. Auch das steht im Antrag. Schön, dass auch die CDU das erkannt hat. Digitaler Austausch zwischen Landwirten und der Verwaltung - wie kann der aussehen? Da gehe ich gerne auch auf Ihren Punkt des Bürokratieabbaus ein. Bei der Düngekartierung zum Beispiel, finde ich, sollte es doch wohl möglich sein, eine Schnittstelle zwischen den Düngekarten der Privatwirtschaft und denen herzustellen, die an die Verwaltung gemeldet werden müssen. Das muss auch nicht alles der Staat machen. Viel besser wäre es, wir definierten Schnittstellen zur Ackerschlagkartei, gern zum Agrarantrag. Wir sorgen dafür, dass Landwirte ihre Daten nur einmal eingeben müssen. Landwirtschaft ist Innovationstreiber. Landwirtschaft setzt neue Technologien nicht nur ein, sondern Landwirtschaft treibt Technik aktiv voran. Wir sprechen hier nicht nur von einer Erleichterung der Arbeitsprozesse, sondern auch von einer teils drastischen Reduzierung des Einsatzes von Kraftstoff, Pflanzenschutzmittenl und Dünger. Das ist nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Landwirtschaft. Doch der Einsatz von Robotern kann noch mehr. Durch die Integration von Drohnentechnologie in der täglichen Arbeit können wir Maschinen besser steuern, Wildtiere schützen - es wurde schon gesagt - und die Effizienz unserer Betriebe steigern. Liebe Kolleginnen und Kollegen, um diese Potenziale voll auszuschöpfen, müssen wir die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehören eine flächendeckende 5G-Abdeckung und eine schnelle, zuverlässige Datenübertragung. Nur so können wir sicherstellen, dass die Daten, die in Echtzeit von den Robotern und Drohnen erfasst werden, auch sofort verarbeitet werden können. Das ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern vor allem auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft. Unser Antrag fordert die Landesregierung daher auf, sich für eine Erhöhung der genehmigungsfreien Höhen von Mobilfunkmasten und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren einzusetzen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die digitale Infrastruktur in ländlichen Gebieten zu verbessern - vielleicht hören wir dann auch nicht mehr von solchen Einzelfällen - und der Technologie den Weg zu ebnen. Mein Kollege von den Grünen hat es bereits erwähnt: Auch die Ausbildung unserer jungen Landwirte darf nicht vergessen werden. Die Curricula an unseren landwirtschaftlichen Berufsschulen müssen um digitale Themen erweitert werden, damit die nächste Generation von Landwirten diese Technologien kennt und auch in der Lage ist, sie gezielt einzusetzen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Landwirtschaft in Niedersachsen steht vor großen Herausforderungen, aber auch vor großen Chancen. Mit diesem Antrag legen wir den Grundstein dafür, dass unsere Betriebe von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren und ihre führende Rolle in der Agrarwirtschaft auch in Zukunft behaupten können. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam beschreiten und den Robotereinsatz in der Landwirtschaft erleichtern - für eine moderne, nachhaltige und wettbewerbsfähige Landwirtschaft in Niedersachsen! Ich danke für die Aufmerksamkeit und freue mich auf die Beratungen im Ausschuss. Bis dahin: Glück auf!

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