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Christian Schroeder

GRÜNE 23.02.2023 4:27 min Tagungsabschnitte 19/5

Aktuelle Herausforderung Agrarwende - den Wandel auf Höfen und Äckern gemeinsam gestalten

und alle anderen bitte ich um Ruhe und Aufmerksamkeit. Christian Schroeder (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleg*innen! Ich freue mich, dass wir heute über die Agrarwende sprechen können. Denn die Herausforderungen, die uns da begleiten werden, sind wahrlich groß. Wir sprechen hier von Umständen, denen unsere Landwirtschaft noch nie in diesem Maße ausgesetzt war. Die Landwirtschaft wird der Sektor sein, der am umfangreichsten und am härtesten vom Klimawandel getroffen wird: Zunehmende Dürreperioden, Starkregenereignisse und die klimatischen Veränderungen an sich - auch die Zahl der heißen Tage wird zunehmen. Die Ernten werden dadurch definitiv geschmälert. Aber auch Herausforderungen, die nicht durch das Klima bedingt sind, werden zu bewältigen sein. Abhängigkeiten von internationalen Märkten führen zu stark schwankenden Absatzzahlen für die Schweinehalter*innen; darüber muss immer wieder geredet werden. Die Afrikanische Schweinepest hat vielen Höfen mit dem Behördenwahnsinn, den das zur Folge hatte, wirklich den Rest gegeben. Das Höfesterben können wir nur aufhalten, wenn wir nicht nur einzelne Maßnahmen ergreifen, sondern verschiedenste Maßnahmen zusammendenken. Denn die Probleme sind vielfältig: Mangel an Nachwuchskräften, die die Höfe übernehmen könnten, bäuerliche Landwirtschaftsbetriebe, die dem Preisdruck der großen Agrarholdings nicht standhalten, Investoren, die die Bodenpreise in die Höhe treiben, der Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels, der mich persönlich am meisten ärgert, und vieles Weitere. Doch wir werden bei all den Dingen nicht einfach zusehen. Vielmehr werden wir den fleißigen Landwirt*innen unter die Arme greifen und das Heft des Handelns in die Hand nehmen. (Beifall bei den GRÜNEN) Liebe Kolleg*innen, die Land- und Ernährungswirtschaft ist eine starke wirtschaftliche Säule unseres Landes. Damit das auch so bleibt, müssen wir diesen Sektor zukunftsfähig gestalten. Wir müssen es schaffen, das Spannungsfeld zwischen Arten- , Natur- und Klimaschutz zusammenzudenken, und den Landwirt*innen ein auskömmliches Einkommen ermöglichen. Kurzum: Wir müssen den „Niedersächsischen Weg“, der angestoßen ist, gemeinsam gehen. Auch wir haben begonnen. Kürzlich wurde die Niedersächsische Pflanzenschutzmittel-Reduktionsstrategie vorgestellt. Das ist einer dieser gemeinsamen Schritte, der zusammen mit der Landwirtschaft, den Naturschutzverbänden und der Politik gegangen wird. Auch das „Zukunftsprogramm Diversifizierung“, das wir hier vor Kurzem besprochen haben, wird den Schweinehaltern helfen und Perspektiven aufzeigen, wie wir Natur-, Klima- und Artenschutz zusammendenken und den Betrieben nicht nur kurz-, sondern langfristig helfen können. Betriebe, die diverser aufgestellt sein werden, sind gegen unvorhersehbare Ereignissen besser gewappnet. Doch das ist natürlich nur der Anfang. Wir müssen uns über viele Dinge Gedanken machen, die wir auf dem Zettel haben. Das Wassermanagement muss sich den Veränderungen anpassen. Große Wassermengen müssen in Zukunft aufgefangen und sinnvoll gespeichert werden, Grundwasserstöcke müssen aufgebaut werden, und neue Bewässerungsanlagen müssen gefunden und erprobt werden. Wir müssen mit der Ressource Wasser viel effizienter umgehen. Andere Länder sind da weiter - leider. Aber wir können daraus lernen. Wir können gucken, was andere machen, und das selber umsetzen. All das packen wir jetzt gemeinsam an. Die Probleme spitzen sich zwar zu. Wir haben aber erkannt, dass wir handeln müssen. Wir werden weiter von Ernteeinbußen hören und über Missernten sprechen. Daher ist das Handeln wirklich wichtig. Hier sind wir aber alle in der Verantwortung, diese zukunftsgerichteten Maßnahmen zu erarbeiten und den Dialog zu suchen. Damit komme ich zum Ende. Meine Damen und Herren, liebe Kolleg*innen, die sozial-ökologische Transformation der Landwirtschaft ist eine Mammutaufgabe, die wir alle gemeinsam anpacken müssen. Denn wir sind Verbündete. Das meine ich ausdrücklich so. Ich gucke da bewusst auch in Richtung der CDU. An der Stelle sind wir Verbündete, um diesem Wandel entgegenzutreten. Wir werden das entschlossen tun und reichen allen, die daran mitarbeiten wollen, die Hand, dies mit uns zu tun. Danke schön. (Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD)

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