Djenabou Diallo Hartmann
Sprachförderung sichern - Integration ermöglichen, Fachkräfte gewinnen, Zusammenhalt stärken
Frau Diallo Hartmann! Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr verehrter Herr Kollege Uhlen, ich bitte Sie darum, genau zuzuhören. Erstens: Sie haben von Ihrem Bekannten gesprochen, der inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft hat, der sich hat einbürgern lassen. Auch ich habe mich in diesem Land einbürgern lassen. Ich bin vor 20 Jahren hier eingewandert, und ich kann Ihnen sagen: Ohne die Sprache hätte ich den deutschen Pass nicht bekommen können. Ich musste 300 Fragen beantworten, unter anderem zur politischen Bildung, damit ich mich überhaupt einbürgern lassen konnte. Die Voraussetzung, um sich hier einbürgern lassen zu können, ist mindestens B1. Ich verstehe nicht, wie man dieses Niveau erreichen können soll, wenn man die Sprache nicht lernt. Das andere: Ich finde es maximal zynisch, was Sie zur „Eigenverantwortung" dargelegt haben. Wenn die Menschen zu uns kommen, hier leben, kein Geld haben - wie sollen sie denn die Kurse bezahlen, um die Sprache lernen zu können? Das verstehe ich nicht! Ein letzter Punkt, den zu erläutern mir wichtig ist: Es heißt von Ihnen immer: „Die wollen sich nicht integrieren." Unter anderem das hat mich im Übrigen in die Politik geführt, dass ich immer gehört habe: „Die Ausländer wollen sich nicht integrieren." Aber die Instrumente, um ihnen die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, die nehmen Sie ihnen weg. Und am Ende ist das „Stadtbild" schlecht, und: „Die müssen in den Flieger und abgeschoben werden." Das ist wirklich maximal zynisch! Sie sollten diese Entscheidung überdenken, wenn schon nicht aus Empathie, dann zumindest aus wirtschaftlichen Gründen. Vielen Dank. Ich unterstelle, Kollege Uhlen möchte antworten. Bitteschön!
