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Marcel Queckemeyer

AfD 10.11.2023 3:18 min Tagungsabschnitte 19/11

Moorbodenschutz gemeinsam mit den Menschen in Niedersachsen gestalten: Klima schützen - Wertschöpfung sichern - Akzeptanz bewahren

Sehr geehrter Herr Präsident! Geehrte Kollegen! Viele kennen das Moor aus Sagen, Spukgeschichten und Liedern. Eine Vielzahl von Geschichten rankt sich jahrhundertelang um Irrlichter und andere geheimnisvolle Phänomene. Die Wahrheit: Kinder sollten nicht zu weit ins Moor gehen. - Aber auch die zahlreichen Verfilmungen geben dem Moor etwas Sagenumwobenes und Geheimnisvolles: ein Ort, den man gerade in der Nacht meiden sollte. Gleichzeitig liegen fast 70 % der deutschen Hochmoore in Niedersachsen. In der heutigen Zeit wissen wir, dass unsere Moore ein Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen sind wie zum Beispiel der Bergeidechse, des Birkhahns, des Goldregenpfeifers, aber auch Pflanzen wie der Glockenheide, der Zwergbirke oder des Sonnentaus. Außerdem sind sie auch wichtige Rastplätze für Zugvögel. Moorschutz impliziert generell überwiegend Komplementärbeziehungen zwischen Natur- und Artenschutz, tritt aber auch in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren, die als Acker- und Grünland erfolgt. Den Landwirten, die aktuell auf Moorflächen wirtschaften, muss dementsprechend auch eine neue wirtschaftliche Perspektive geboten werden - aber nicht mit erneuerbaren Energien. Ein degradiertes Moor ‑ gleich, ob früher genutzt oder ungenutzt ‑ wiederherzustellen, ist eine schwierige Aufgabe, die nicht automatisch von Erfolg gekrönt ist. Deshalb ist als Erstes zu klären, welche Flächen, wie viele Hektar von den im Landesbesitz befindlichen Flächen, überhaupt geeignet sind, um eine Renaturierung durchführen zu können. Offensichtlich scheint vielen nicht klar zu sein, dass eine Moorrenaturierung mehrere Jahrzehnte dauert und keine Artensofortförderung ist. Bundesumweltministerin Lemke betonte im ARD-Magazin „Panorama“, dass die trockengelegten Flächen wieder nasser werden müssten. Damit die Landwirte in Zukunft aber auch auf nassen Böden Geld verdienen könnten, müssten neue nachhaltige Bewirtschaftungsformen geschaffen werden, heißt es in der Moorschutzstrategie der Bundesregierung. Dazu zählen zum Beispiel Photovoltaikanlagen auf wiedervernässten Flächen. Diese Moorschutzstrategie ist nicht unumstritten. Die Idee, den Landwirten als Kompensation für wirtschaftliche Verluste im Zuge der Wiedervernässung die Möglichkeit einer nachhaltigen Nutzung durch Photovoltaik einzuräumen, veranlasst zum Schmunzeln. Freiflächen-Photovoltaik- und Windkraftanlagen haben in Mooren definitiv nichts zu suchen. Aber darum geht es ja auch nicht in diesem Antrag. Sehr geehrte CDU, der Antrag enthält viele wertvolle Forderungen, die im Ausschuss mit Sicherheit breite Zustimmung finden werden - so zum Beispiel die Forderung, Wiedervernässungsmaßnahmen sollen ausschließlich auf Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand realisiert werden. Wenn Sie es jetzt noch schaffen, den Antrag nicht als Versuch zu benutzen, die Grünen links bei der Klimahysterie zu überholen, kann ich mit vielen Forderungen konform gehen. Herr Dr. Schmädeke, meine Unterstützung im Ausschuss haben Sie. Danke.

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