Birgit Butter
Onlinezugangsgesetz 2.0 - Digitalisierung der Verwaltung endlich auf die Überholspur setzen
Da bin ich wieder. Sehr geehrte Frau Präsidentin! <v UU>Liebe Kolleginnen und Kollegen!</v> <v UU>Kommen wir nun zum</v> <v UU>Entschließungsantrag der CDU-Fraktion</v> <v UU>„Onlinezugangsgesetz 2.0 -</v> <v UU>Digitalisierung der Verwaltung</v> <v UU>endlich auf die Überholspur setzen“.</v> <v UU>Weil die Landesregierung immer viel</v> <v UU>vom „Turbo“ spricht und die</v> <v UU>Überholspur bekanntlich links ist,</v> <v UU>wundert es mich, dass Rot-Grün unser</v> <v UU>Entschließungsantrag, der heute zur</v> <v UU>abschließenden Beratung steht, nicht</v> <v UU>behagt und er weder im Innenausschuss</v> <v UU>noch hier im</v> <v UU>Plenum Zustimmung findet.</v> <v UU>Dabei wäre die Überholspur für die</v> <v UU>Verwaltungsdigitalisierung doch</v> <v UU>so wichtig.</v> <v UU>Seitdem wir unseren</v> <v UU>CDU-Entschließungsantrag im Plenum</v> <v UU>eingebracht haben, sind wieder acht</v> <v UU>Monate verstrichen.</v> <v UU>Was ist in der Zwischenzeit passiert?</v> <v UU>Das Onlinezugangsgesetz befindet sich</v> nach Anrufung durch die Bundesregierung im</v> <v UU>Vermittlungsausschuss, da der</v> <v UU>Bundesrat seine Zustimmung verweigert</v> <v UU>hat; denn das Gesetz war einfach</v> <v UU>schlecht gemacht.</v> <v UU>Und die Ampel-Regierung hat die</v> <v UU>Novellierung des OZG einfach liegen</v> <v UU>lassen, obwohl klar war, dass mit dem</v> <v UU>alten OZG die Ziele nicht zu</v> <v UU>erreichen sind.</v> Unsere Forderungen im vorliegenden Entschließungsantrag sind immer noch aktuell und können Eingang in das anstehende Vermittlungsverfahren finden. Deswegen erhalten wir diesen aufrecht. Das Ausbremsen des OZG bietet aus <v UU>kommunaler Sicht eine Gelegenheit,</v> <v UU>das Gesetz an einigen entscheidenden</v> <v UU>Stellen nachzubessern.</v> <v UU>Einige der im Gesetz enthaltenen</v> <v UU>Regelungen zielen deutlich in die</v> <v UU>richtige Richtung, etwa weniger</v> <v UU>Schriftformerfordernisse,</v> <v UU>einheitliche Basiskomponenten oder</v> <v UU>die Möglichkeit, durchgehend digitale</v> <v UU>Prozesse vorzuschreiben.</v> <v UU>Andere Punkte waren hingegen aus</v> <v UU>kommunaler Sicht höchst kritikwürdig,</v> <v UU>zum Beispiel der verfassungsrechtlich</v> <v UU>fragwürdige Versuch, Gemeinden und</v> Gemeindeverbände mittels dieses Bundesgesetzes unmittelbar <v UU>zu verpflichten.</v> <v UU>Das Scheitern des OZG 2.0 ist</v> insgesamt ein absolut schlechtes Signal für die ohnehin stockende <v UU>Verwaltungsdigitalisierung</v> <v UU>in Deutschland.</v> <v UU>Die Digitalpolitik verhaspelt und</v> <v UU>verirrt sich erneut im</v> <v UU>föderalistischen Klein-Klein.</v> <v UU>Diese fatale Botschaft darf so nicht</v> <v UU>im Raum stehen bleiben.</v> <v UU>Hauptstreitpunkt sind die Kosten.</v> Dazu haben wir auch einen Vorschlag in unserem <v UU>Entschließungsantrag gemacht.</v> <v UU>Obwohl überall gern und viel über die</v> <v UU>Bedeutung und den Stellenwert der</v> <v UU>Verwaltungsdigitalisierung gesprochen</v> <v UU>wird, sind</v> <v UU>dies meist Lippenbekenntnisse.</v> <v UU>Denn es besteht auf allen Ebenen</v> <v UU>keine Bereitschaft, die dafür</v> <v UU>notwendigen Finanzmittel</v> <v UU>dauerhaft bereitzustellen.</v> <v UU>Das betrifft zum einen das OZG 2.0,</v> <v UU>zum anderen aber auch wichtige</v> <v UU>Projekte wie die</v> <v UU>Registermodernisierung oder den</v> <v UU>Aufbau von digitalen Kompetenzen in</v> <v UU>der Fläche.</v> <v UU>Hier müssen wir, und zwar wir alle,</v> <v UU>endlich umdenken, sonst laufen wir</v> <v UU>gegen die Wand.</v> Meine Damen und Herren, wir fordern daher ein zwischen Bund und Ländern <v UU>abgestimmtes Finanzierungskonzept.</v> <v UU>Das hat der Bund versäumt.</v> <v UU>Im Hauruckverfahren sollte das OZG</v> <v UU>durchgepeitscht werden.</v> <v UU>Noch immer liegt die vollständige</v> <v UU>Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes</v> <v UU>in weiter Ferne.</v> <v UU>Bis Ende 2022 sollte bekanntlich mit</v> <v UU>575 öffentlichen Serviceangeboten ein</v> <v UU>Großteil der Verwaltungsdienste im</v> <v UU>Internet verfügbar gemacht sein.</v> <v UU>Schritt für Schritt bewegen wir uns</v> <v UU>zwar von der Stelle, aber nicht im</v> <v UU>notwendigen Turbo und auf der</v> <v UU>Überholspur, sondern im</v> <v UU>Schneckentempo auf der Standspur.</v> Die Digitalisierung der Verwaltung ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine dringende Notwendigkeit in unserer modernen Welt, wenn im Laufe der nächsten zehn Jahre 25 % der Verwaltungsmitarbeiterinnen und ‑mitarbeiter in den Ruhestand gehen, haben wir echt ein massives Problem.</v> <v UU>Wir leben im Zeitalter der</v> <v UU>Technologie, in dem die</v> <v UU>Digitalisierung nicht nur die</v> <v UU>Effizienz, sondern auch die</v> <v UU>Transparenz und die Bürgernähe</v> <v UU>unserer Verwaltung verbessern kann.</v> <v UU>Die so notwendige und überfällige</v> <v UU>Verwaltungsdigitalisierung ist</v> <v UU>bislang nur Stückwerk und ist weit</v> <v UU>hinter dem Stand zurück, in welchem</v> <v UU>sie eigentlich sein müsste.</v> <v UU>Wir haben den Entschließungsantrag</v> <v UU>„Onlinezugangsgesetz 2.0 -</v> Digitalisierung der Verwaltung endlich auf die Überholspur setzen“ <v UU>vorliegen und fordern, dass die dort</v> <v UU>genannten Punkte noch durch die</v> <v UU>Landesregierung in Berlin eingebracht</v> <v UU>werden, um die</v> <v UU>Verwaltungsdigitalisierung</v> <v UU>erfolgreich voranzutreiben.</v> <v UU>Herr Ministerpräsident ‑ in</v> <v UU>Abwesenheit, letztes Mal musste ich</v> <v UU>ihn auch suchen ‑, ich habe Sie im</v> <v UU>Rahmen meiner ersten Rede zu diesem</v> <v UU>Thema im September letzten Jahres</v> <v UU>aufgefordert, die Aufgabe der</v> <v UU>Verwaltungsdigitalisierung</v> <v UU>ernstzunehmen, die unschätzbaren</v> Vorteile der Verwaltungsdigitalisierung zu sehen und das Thema Verwaltungsdigitalisierung zur <v UU>Chefsache zu machen.</v> <v UU>Mit Verlaub, Herr Ministerpräsident,</v> viel gemerkt haben wir ‑ und insbesondere die <v UU>Kommunen ‑ davon nicht.</v> <v UU>Herzlichen Dank.</v>
