Britta Kellermann
Verantwortungsübertragung für 3 400 Fässer mit radioaktiven Abfällen der Landessammelstelle Niedersachsen
(Rednerwechsel) Herr Präsident! Liebe Menschen! Das Zwischenlager Leese ist voll. Es gibt Rostspuren, Gasbildung, gewölbte Deckel und Risse an den Fässern, die voll mit Atommüll sind. Eine Nachkonditionierung ist also dringend erforderlich, auch weil sie so dicht stehen, dass eine umfassende Inspektion schon quasi unmöglich ist. Der Platzbedarf wird steigen, wenn die Fässer aus der Nachkonditionierung zurückkommen. Diese Fässer sollen in das Endlager Konrad transportiert werden; dessen Fertigstellung wird sich allerdings um weitere zwei Jahre verzögern. Womöglich kommt es auch gar nicht; denn dem Umweltministerium liegt ein Antrag auf Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses vor. Das ist übrigens keine Idee des Umweltministeriums, sondern es ist ein Antrag des BUND. Selbst wenn Konrad in vier Jahren in Betrieb ginge, würde das an der prekären Situation in Leese nichts ändern; denn die Nachkonditionierung der rund 5.000 Fässer, die da jetzt lagern, wird bis dahin sowieso nicht fertig sein. Das Ganze ist aber Voraussetzung für die Endlagerung. Der Mietvertrag in Leese läuft 2030 aus. Der Eigentümer will nicht verlängern. Das Umweltministerium kämpft hier an vielen Fronten, und es ist gut, dass die Probleme jetzt angegangen werden. Die Übernahme der Buchler-Fässer in die Verantwortung des Landes ist ein wichtiger Schritt. Die Nachkonditionierung der radioaktiven Fässer kann dann auch endlich ausgeschrieben werden. Gelöst sind die Probleme damit natürlich nicht. Es wird eine sichere Zwischenlösung benötigt, vielleicht in einem bundeseigenen Zwischenlager. Als Fazit bleibt wieder einmal nur festzuhalten, dass es eine Schnapsidee war, Atomkerne zu spalten, um daraus Energie zu gewinnen. Die Folgen holen uns ein, und sie kosten die Steuerzahler*innen unendlich viel Geld. Bitte nicht nachmachen! Das können wir auf die Fässer schreiben. Vielen Dank.
