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Björn Meyer

SPD 29.01.2026 6:43 min Tagungsabschnitte 19/31

Nachhaltige Mobilität in Urlaub und Freizeit: Rad- und Wanderwege touristisch ausbauen

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Niedersachsen ist Fahrradland Nummer eins. Kein Wunder, Niedersachsen eignet sich besonders gut zum Fahrradfahren. Es ist flach und wahnsinnig abwechslungsreich. Vom Harz über die Heide bis zur Küste, oft auch mit einer gut ausgebauten Fahrradinfrastruktur. Der beliebteste Radweg Deutschlands, der Weserradweg, 520 km lang, führt durch Niedersachsen, und wer es etwas kürzer mag, bucht seinen Familienurlaub im schönsten Wahlkreis Niedersachsens und fährt über die Rhododendronroute 47 km durchs Ammerland. ‑ Zum Weserbergland kommen wir gleich noch. Die können Sie übrigens unter anderem auch mit dem sogenannten Knotenpunktsystem oder auch Radeln nach Zahlen abfahren. Das Knotenpunktsystem. Wir Niedersachsen haben gelernt, das Rad nicht ständig neu zu erfinden, sondern auch von guten Ideen zu lernen. In Belgien wurde es erfunden das Knotenpunktsystem, nicht das Rad, in den Niederlanden optimiert. Wir müssen jetzt nur noch den nächsten Schritt gehen und es nur noch möglichst landesweit übernehmen. Belgien hat es flächendeckend, die Niederlande haben es flächendeckend die gelten ja auch weithin als Vorbild, was das Thema Radverkehr angeht, Nordrhein-Westfalen hat es fast flächendeckend, und wir haben es immerhin regional. Das Ammerland hat es, das Teufelsmoor hat es, die Südheide hat es, und Ostfriesland hat es natürlich schon lange. Wie funktioniert das Knotenpunktsystem? Ich höre da gerade jemand sagen: Wir haben es auch. Also es haben noch mehr, aber einige Gebiete in Niedersachsen haben es halt noch nicht. Ja, wie funktioniert es also? Einige von Ihnen kennen es schon lange. Entweder ist man oldschool und nutzt die Karte, was ja nicht schlecht ist. Für diese Nutzer gibt es in den Touristenformationen Karten mit entsprechenden Knotenpunkten, die mit Nummern versehen sind. An jedem wichtigen Knotenpunkt ist ein Schild angebracht: quadratisch, rot oder grün, mit einer Nummer, die man auf der Karte wiederfindet. Dann muss man einfach nur noch diesen Nummern folgen und findet sein Ziel entlang schöner touristischer Radrouten. Oder Sie sind etwas moderner unterwegs und nutzen die App Fietsknoop, was nichts anderes als „Fahrradknoten" auf Niederländisch heißt. Da das so einfach ist, möchten wir in Niedersachsen auch hier den nächsten Schritt gehen und wollen die Kommunen dabei unterstützen, dieses System auszubauen und möchten es dafür über die Tourismusmarketing Niedersachsen noch besser vermarkten. Dieses System ist jetzt schon international, und umso weiter es ausgebaut wird möglichst flächendeckend, umso erfolgreicher ist es. Sehr geehrte Damen und Herren, jetzt haben wir uns gefragt: Was hindert jemanden eigentlich am häufigsten daran, aufs Fahrrad zu steigen, als Tourist, aber auch als Alltagsfahrerin? Die am häufigsten genannten Punkte sind da zum Beispiel: Ich bin dem Verkehr ausgeliefert, das rücksichtslose Verhalten von Autofahrern nur, wenn ich nicht selber im Auto sitze; das ist natürlich klar, zu viel Verkehr auf den Straßen, zu hohe Geschwindigkeiten von Autos und eben nicht ausreichend ausgebaute Infrastruktur. Die beste Lösung sind da natürlich gut ausgebaute Fahrradwege. Viele von uns sind kommunal aktiv und wissen, dass das nicht immer so einfach ist. Oft scheitert es am Geld, manchmal an Eigentumsverhältnissen und oft auch einfach am fehlenden Platz. Auch hierbei müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Die Niederlande gelten als Vorbild in Sachen Radverkehr. Auch dort sind die Radverkehrswege bei Weitem nicht immer voll ausgebaut. Nein, außerorts sehen wir dort häufig Fahrradschutzstreifen auf außerörtlichen Wegen, auf denen der Verkehr nicht so stark ist. Auch gibt es da entsprechende Geschwindigkeitsbeschränkungen. Nordrhein-Westfalen hat sich gedacht: Okay, das übernehmen wir. Auch wir hier sollten genau diesen nächsten Schritt gehen. Zumindest temporär, finde ich, sind Fahrradschutzstreifen außerorts eine pragmatische Lösung, die wir den Kommunen an die Hand geben sollten. Selbstredend ist es dann auch teilweise notwendig, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Meine Damen und Herren, auch beim Thema Wandern oder Neudeutsch „Hiking" denken Urlauberinnen und Urlauber immer öfter an Urlaubsregionen in Niedersachsen. Der längste Wanderweg, der sogenannte Nord-Süd-Trail, immerhin 3 620 km lang, führt natürlich durch Niedersachsen. Ein Teil davon, der Heidschnuckenweg mit über 220 km Länge da hinten kommt die Meldung führt durch die Lüneburger Heide sehr attraktiv, glaube ich und lädt dazu ein, im Sommer da mal langzulaufen. - Sehr, sehr schön höre ich gerade von Detlef Schulz-Hendel. Wir merken also, wir alle haben auch eine Verbindung zum Radfahren und zum Wandern. Wer es wiederum kürzer mag, läuft zum Beispiel 12 km um den drittgrößten Binnensee Niedersachsens, das Zwischenahner Meer. ‑ Man kann da auch Fahrradfahren. Oder wer es noch knapper mag, nimmt den 5 km langen Naturerlebnisweg Dinosaurierfährten bei Bückeburg im Weserbergland. - Da kommt Applaus aus dem Weserbergland. - Dann haben wir sie alle, genau. Wir wollen ja hier auch Werbung für das Tourismusland Niedersachsen machen. Aber aus dem Weserbergland kam auch der Hinweis, dass die Wegweisung und die Kartierung von Wanderwegen in Niedersachsen oft Flickwerk sind. Deshalb möchten wir durch das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung eine Kartierung der touristisch sinnvollen Wanderwege auf den Weg bringen. Meine Damen und Herren, mit dem Ausbau des Knotenpunktsystems, mit der pragmatischen Möglichkeit, Fahrradschutzstreifen auch außerorts anzulegen, und besseren Kartierungen und Wegweisungen von Wanderwegen gehen wir in Niedersachsen den nächsten Schritt als Fahrradland und vielleicht auch als Wanderland Nummer eins. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und beantrage die vorbereitende Mitberatung gemäß § 12 Abs. 3 der Geschäftsordnung des Landtages für den Unterausschuss „Tourismus".

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