Evrim Camuz
Frauen und Mädchen jetzt vor Gruppenvergewaltigungen schützen! - Dunkelfeld aufklären und mehr Rechtssicherheit schaffen!
<v UU>Vielen Dank.</v> <v UU>- Frau Präsidentin!</v> <v UU>Sehr geehrte Abgeordnete!</v> <v UU>Es ist bezeichnend, dass die AfD</v> <v UU>immer nur dann und ausschließlich ihr</v> <v UU>Interesse für Frauenrechte entdeckt,</v> <v UU>wenn es ihren rassistischen</v> <v UU>Ressentiments dient.</v> <v UU>Man muss einfach die</v> <v UU>Dinge beim Namen nennen.</v> <v UU>Der uns vorliegende Antrag steht</v> <v UU>sinnbildlich dafür: In diesem Antrag</v> <v UU>geht es nicht</v> <v UU>darum, Frauen zu schützen.</v> <v UU>Es geht Ihnen allein darum, Stimmung</v> <v UU>gegen Muslime und gegen Geflüchtete</v> <v UU>zu machen.</v> <v UU>In Ihrem Antrag suggerieren Sie unter</v> <v UU>Nr. 3 a, dass sogenannte</v> <v UU>Gruppenvergewaltigungen von unserem</v> <v UU>Strafgesetzbuch nicht erfasst seien.</v> <v UU>Das ist de facto falsch!</v> <v UU>In § 177 Abs. 6 Nr. 2 StGB ist die</v> <v UU>gemeinschaftlich begangene</v> <v UU>Vergewaltigung als besonders schwerer</v> <v UU>Fall aufgelistet.</v> <v UU>Eine Strafbarkeitslücke</v> <v UU>besteht nicht.</v> <v UU>Den Begriff der Gruppenvergewaltigung</v> <v UU>in das StGB einzuführen, nur weil Sie</v> <v UU>das Gesetz nicht lesen können, ist</v> <v UU>rechtspolitisch nicht haltbar.</v> <v UU>Sie benutzen ja auch gerne den</v> <v UU>Begriff der</v> <v UU>sogenannten Messerstecher.</v> <v UU>Bevor Sie auf die Idee kommen, auch</v> <v UU>hier einen eigenen Straftatbestand</v> <v UU>einzufordern, möchte ich Sie</v> <v UU>vorsichtshalber auf den § 224 Abs. 1</v> <v UU>Nr. 2 StGB aufmerksam machen.</v> Hiernach wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren <v UU>bestraft, wer die Körperverletzung</v> <v UU>mittels einer Waffe oder eines</v> <v UU>gefährlichen Werkzeugs begeht.</v> <v UU>Ein Messer ist eine Waffe, hilfsweise</v> <v UU>ein gefährliches Werkzeug.</v> <v UU>Eine Strafbarkeitslücke besteht auch</v> <v UU>hier nicht.</v> <v UU>Wer subsumieren kann,</v> <v UU>ist klar im Vorteil.</v> <v UU>Als Nächstes suggerieren Sie, dass</v> <v UU>die derzeitige Polizeiliche</v> <v UU>Kriminalstatistik gemeinschaftlich</v> <v UU>begangene Vergewaltigungen nicht</v> <v UU>statistisch erfasse.</v> <v UU>Auch das ist falsch!</v> Die PKS unterscheidet zwischen Einzeltätern auf der einen Seite und gemeinschaftlich begangenen Taten auf der anderen Seite und erfasst damit <v UU>auch gemeinschaftlich</v> <v UU>begangene Vergewaltigungen.</v> <v UU>In Ihrer ersten Rede zu diesem Antrag</v> <v UU>haben Sie suggeriert, dass sich nun</v> <v UU>zahlreiche straffällige Ausländer</v> <v UU>munter einbürgern lassen dürften.</v> <v UU>Auch das ist falsch!</v> <v UU>Nach dem von Ihnen zitierten</v> <v UU>Chancen-Aufenthaltsrecht steht in</v> <v UU>§ 104 c Abs. 1 Nr. 2</v> <v UU>Aufenthaltsgesetz, dass Menschen, die</v> <v UU>wegen einer Tat zu mindestens</v> <v UU>90 Tagessätzen verurteilt worden</v> <v UU>sind ‑ darunter fallen eben auch</v> <v UU>immer gemeinschaftlich begangene</v> <v UU>Vergewaltigungen ‑, von der Erteilung</v> <v UU>einer Aufenthaltserlaubnis</v> <v UU>ausgeschlossen sind.</v> Auch das Staatsangehörigkeitsrecht steht in § 12 a StAG einer Einbürgerung nach einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von über <v UU>90 Tagessätzen entgegen.</v> <v UU>Nehmen wir also an, Höcke wäre nicht</v> <v UU>deutscher Staatsbürger und das</v> <v UU>gestern ergangene Urteil wegen der</v> <v UU>Verwendung von Nazi-Parolen wäre</v> <v UU>rechtskräftig, dann hätte er nach dem Chancenaufenthaltsrecht keine Bleiberechtsperspektive <v UU>in Deutschland.</v> <v UU>Ich finde, das</v> <v UU>ist ein schöner Gedanke!</v> <v UU>Schließlich suggerieren Sie, dass minderjährige Täter für eine gemeinschaftlich begangene <v UU>Vergewaltigung straffrei aus der</v> <v UU>Sache rauskommen würden.</v> <v UU>Das haben Sie gerade auch gemacht.</v> <v UU>Sie fordern daher, dass die</v> <v UU>Aussetzung zur Bewährung und die</v> <v UU>Aussetzung der Verhängung der</v> <v UU>Jugendstrafe ausbleiben.</v> <v UU>Das widerspricht nicht nur dem</v> Kerngedanken des Jugendstrafrechts, nämlich der Resozialisierung und dem Erziehungsgedanken, sondern Sie verkennen auch die Maßnahmen im SGB‑VIII-Katalog, also im Sozialgesetzbuch für die <v UU>Kinder- und Jugendhilfe.</v> <v UU>Darin gibt</v> <v UU>es diesen Maßnahmenkatalog.</v> <v UU>Unsere qualifizierten</v> <v UU>Jugendrichter*innen wissen am besten,</v> <v UU>wie sie im</v> <v UU>Einzelfall zu entscheiden haben.</v> <v UU>Sie hier einzuschränken,</v> ist nicht haltbar. In Ihren Behauptungen verbergen sich noch so viele Punkte - aus Zeitgründen kann ich aber leider nicht auf jeden einzelnen Punkt eingehen. ‑ Frau Präsidentin, ein letzter Gedanke! Den feministischen Kampf werden wir <v UU>niemals mit Rassismus gewinnen.</v> <v UU>Mit Rassismus wurden noch nie</v> feministische Utopien erkämpft. Genau deswegen, weil uns das Thema so wichtig ist, lehnen wir Ihren Antrag entschieden ab. Danke.
