Christian Meyer
40 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer - Schutzversprechen einlösen statt Industrialisierung vorantreiben
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist wissenschaftlicher Konsens, es ist weltweiter Konsens, es ist Konsens der Klimabeschlüsse der Bundesregierung, der EU, des Pariser Klimaabkommens, dass die Klimakrise existiert und man sie nicht wegleugnen kann. Der Meeresspiegel steigt, deshalb erhöhen wir die Deiche dort. Es wäre verantwortungslos, sich nicht auf die Prognosen der Wissenschaft zu verlassen und keine Vorsorge zu treffen. Man kann diskutieren, ob wir mit 1 m, 2 m oder 3 m in den nächsten Jahren rechnen müssen, aber es ist auf jeden Fall Fakt, dass der Meeresspiegel steigt. Die Meere werden wärmer das zeigen die Temperaturdaten, die wir haben, und das hat erhebliche Auswirkungen bis hin zum Kippen eines Ökosystems. Deshalb ist die Klimakrise insofern die größte Herausforderung für unser Wattenmeer, als ein steigender Meeresspiegel sofort die Sedimentströme verändert. Das Watt muss dann übrigens mitwachsen: Wenn der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts um 1 m steigt, was eine realistische Prognose ist, dann muss auch das Watt sozusagen mitwachsen. Und ob dieser Lebensraum das vor dem Hintergrund der hydromorphologischen Gegebenheiten schafft, ist unklar. Das ist eine große Gefahr. Deshalb ist die Klimakrise eine der größten Herausforderungen, die wir haben. Zum Schutz davor und zum Ausstieg aus fossilen Energien ist die Offshore-Windenergie die umweltfreundlichste, die klimafreundlichste, die flächensparsamste Möglichkeit. Übrigens: Wir bauen keine Windräder im Nationalpark; die werden weit draußen gebaut. Ihre Fundamente sind sehr natürlich wirkende Riffe, die man herstellen kann. Wir nehmen auch Rücksicht auf den Vogelzug. Die Offshore-Windenergie ist also nicht nur die kostengünstigste, sie ist auch die umweltfreundlichste Nutzung, um saubere, klimaneutrale Energie herzustellen. Natürlich gucken wir, dass wir die Stromkabeltrassen möglichst schonend verlegen und bündeln, sie möglichst in Erdverkabelung anlegen, und dass wir dabei auch Rücksicht auf die Natur nehmen. Ich habe angesprochen, dass man sie natürlich nicht verlegt, wenn gerade Brut- und Setzzeit ist, sondern in den Zeiten, in denen man einen möglichst geringen Eingriff vornimmt. Aber gegenüber dem Eingriff, den die Menschheit dadurch vornimmt, dass sie Unmengen an Öl, Kohle und Gas verfeuert, ist der Eingriff, den man für Offshore-Windräder und Seekabel vornimmt, deutlich geringer und deshalb ein Beitrag zum Schutz des Nationalparks Wattenmeer. Danke, Herr Minister. - Die zweite Zusatzfrage aus der
