Jessica Miriam Schülke
Masterplan Marienburg 2030 - kultur- und landesgeschichtliche Bedeutung bewahren und erschließen!
Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Herren und Damen! Der Antrag der SPD und der Grünen zu Masterplan und Sanierung der Marienburg fasst zusammen, was in den letzten zwei Jahren bereits in etlichen Unterrichtungen erörtert wurde. Da bereits mehrere parlamentarische Initiativen auch von uns eingebracht wurden, sehen wir in dem Antrag von SPD und Grünen keine neuen Erkenntnisse oder gar zweckdienliche Lösungsansätze. Im Gegenteil: Die Causa Schloss Marienburg wird immer undurchsichtiger. In Punkt 3 des Antrags zum Beispiel wird die Landesregierung wieder einmal gebeten, fortlaufend zu prüfen, wie Teilbereiche der Marienburg trotz Sanierungsarbeiten nutzbar gemacht werden können. Da bin ich doch verwundert, da das Ministerium in der Vergangenheit eine Weiternutzung der Innenräume des Schlosses wiederholt vehement ausschloss. Und Sie, werte Kollegen von SPD und Grünen, stimmten Ihrem Minister uneingeschränkt zu. Seit dem Angebot von Amazon, unsere Marienburg als Hauptkulisse für die Serie „Maxton Hall" zu nutzen, war es nun doch möglich, einsturzgefährdete Bereiche abzustützen und begehbar zu machen, obwohl eine Nutzung eben dieser Räume bis vor Kurzem noch für lebensgefährlich erklärt wurde. Bemerken Sie den Widerspruch? Kommen wir noch zur Stiftung Schloss Marienburg. Deren Liquidität ist laut einer Unterrichtung des Ministeriums vom 28. Oktober 2024 stark angegriffen. Hier wird die Landesregierung in dem Antrag von SPD und Grünen gebeten, zukünftig mehr Mittel im Landeshaushalt für die Stiftung Schloss Marienburg einzuplanen. Für mich ergibt sich folgendes Gesamtbild: Was die weitere Nutzung vor allem der Innenräume betrifft, gab es frühzeitig Gutachten, die alternative Sanierungsmaßnahmen aufzeigten, auch um den Betrieb während der Bauarbeiten in Gang zu halten. Es gab einen Pächter, der ein sehr innovatives Nutzungskonzept inklusive modernem Museumsmarketing etabliert hatte. Dieses lief erfolgreich. Dieser Pächter garantierte außerdem der Stiftung zuverlässige Einnahmen und finanzierte weiterhin die laufenden Kosten des Schlosses. Warum wurde dieser Pächter vergrault? In der Vergangenheit verließen fünf innovative und kompetente Stiftungsvorstände vorzeitig ihr Amt, wobei der letzte ehemalige Vorstand der Stiftung den neuen Bekanntheitsgrad, den unsere Marienburg jetzt durch den Erfolg der Amazon-Serie hat, weiterhin für eine neue Marketingstrategie nutzen wollte. Diese war auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet und sollte der Stiftung weiterhin Einnahmen generieren und Unabhängigkeit garantieren. Warum wurde auch dieser Vorstand vergrault? Inzwischen hat die Stiftung wohl eine starke politische Schlagseite. Werte Kollegen, offenbart der aktuelle Machtkampf, dass diese Landesregierung aus der Marienburg ein staatswirtschaftliches Projekt machen will? Und wird das Schloss Marienburg somit zum Millionengrab für die steuerzahlenden Bürger? Ich bin wirklich sehr gespannt auf die weiteren Beratungen zur Causa Schloss Marienburg in den Ausschusssitzungen. Vielen Dank.
