Alfred Dannenberg
Landesweite Katzenschutzverordnung einführen - Tierleid beenden, Kastration, Kennzeichnung und Registrierung zur Pflicht machen
Alfred Dannenberg (AfD): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! „Tierleid beenden“, heißt es in Ihrem Antrag. Sehr gut! Aber welches Leid meinen Sie? Das der Katzen oder das der von denen erbeuteten Eichhörnchen und Vögeln? Idealerweise beides - genau. In weiten Passagen Ihres Antrages liest sich das auch so. Ein Blick auf die sechs Punkte in Ihrer Eingabe offenbart dann aber doch die Einseitigkeit Ihres Ansatzes. Da spielen nur noch Katzen und deren Halter eine Rolle, die geschundene Fauna aber gar nicht mehr. Die Dinge verinselt zu betrachten, gehört leider zu den wesentlichen Bestandteilen des rot-grünen Denkuniversums. Dabei kam schon vor zehn Jahren die Studie des Smithonion Conservation Biology Institute in Washington zu dem Schluss, dass Katzen eine größere Gefahr für die Artenvielfalt darstellen als Pestizide oder die Zerstörung von Lebensräumen durch Menschen. Ja, bei der Katze handelt es sich leider auch um einen invasiven, ortsfremden Beutegreifer. Ergo: Wenn Sie es ernst meinen, wirklich etwas tun zu wollen zum Schutz der Vögel, gegen überfüllte Tierauffangstationen und gegen verwahrloste Katzen in der Natur , dann müssen Sie konsequent verhindern, dass die Katzen in der Natur herumstreunen. Sie müssen im Haus, im Gehege oder von mir aus auch an der Leine bleiben. Das durchzusetzen, wäre freilich ein enormer Kraftakt. Angesichts dessen ist Punkt 4 in Ihrem Antrag aber total mutlos und hilflos formuliert: Man möge die Katzenhalter für diese Dinge sensibilisieren und für erhöhte Aufmerksamkeit werben. - Das ist ein wahrhaft scharfes Schwert. Fehlt nur noch der Rat, die Katzen sollen eine Armlänge Abstand von den Singvögeln halten kennen wir ja irgendwo her , und dann wird alles gut. Und falls dann doch nicht alles gut wird: Katzen muss man gegebenenfalls auch letal entnehmen. Das ist kein schöner Gedanke, aber auch die Wissenschaftler der erwähnten Studie äußern ihn. Sie aber wollen die Katzen teuer sterilisieren und dann wieder auf Freigang schicken. Was ist das denn, bitte? Die machen doch munter weiter den Singvögeln den Garaus. Ein Horror für Ornithologen! Wenn Sie so etwas für gut und erstrebenswert befinden, könnte man ja fast auf die Idee kommen, dass Sie auch glauben, Zäune könnten vor Wolfsangriffen schützen oder dass die Deindustrialisierung Deutschlands Einfluss auf das Wettergeschehen haben könnte. Willkommen im rot-grünen Denkuniversum! Noch etwas ganz Konkretes: Das Tierheim hier in Hannover, in Ihrer Stadt Träger ist wohlgemerkt der Tierschutzverein , bietet aktuell eine Reihe von Katzen an. Schauen Sie mal nach im Internet! Sie sind mehrheitlich als sogenannte Freigängerkatzen oder auch sogenannte Mäusefänger etikettiert. Donnerschlag! Merken Sie was? - Ja, diese Katzen sollen raus und räubern. Selbst Ihr eigenes Bodenpersonal, liebe Grüne, gibt offen zu erkennen, welch fragwürdig inselhafte Vorstellung es von Tierschutz hat. Stichwort „praktische Umsetzbarkeit“: Sie sprechen von 200 000 verwilderten Hauskatzen hier in Niedersachsen. Wie wollen Sie die alle erwischen? - Und dann die Kosten für Kastration und Registrierung: 250 Euro mal 200 000 Katzen ergibt 50 Millionen Euro. Was dagegen nur rund 1 Euro pro Katze kosten würde, wäre der Schuss eines Jägers. Doch laut einer NDR-Meldung vom 8. Februar wünschen Sie das nicht. Günstige und effektive Maßnahmen in der Natur sind Rot-Grün ja zuwider. Immerhin, einen ganz wichtigen Zweck, der ebenfalls zum rot-grünen Universum gehört, erfüllt Ihr Antrag aber auf jeden Fall: mehr Bürokratie. Es ist eine enorme Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Ich sehe sie schon vor meinem inneren Auge, die Katzenschutzverordnungsdurchführung- sbeauftragten und die zur Durchführungsüberwachung, Überwachungsdokumentation und Maßnahmenevaluation. Viele neue Stellen für Ihre Gesinnungsgenossen! Als wäre dieses Land mit Genderbeauftragten und lokalen Klimaschutzmanagern nicht schon genug gestraft! Egal, was Rot-Grün zum Schutz der Tiere tatsächlich erreichen mag oder auch nicht, etwas anderes werden Sie auf jeden Fall schaffen da bin ich mir ganz sicher : Sie machen aus einem kleinen Stubentiger einen riesengroßen Papiertiger. Vielen Dank.
