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Alfred Dannenberg

AfD 18.06.2024 2:33 min Tagungsabschnitte 19/17

Direktvermarktung und regionale Wertschöpfung stärken - zukunftsfähige Landwirtschaft für Niedersachsen

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Direktvermarktung kann eine feine Sache sein. Sie macht zwar mehr Arbeit, aber wenn sie sich etabliert hat, bringt sie auch mehr Wertschöpfung, und das auch bei volatilen Märkten. Manchen Bauern bietet die Direktvermarktung eine interessante Alternative zu dem Prinzip „Wachse oder weiche“. Warum macht dann nicht jeder Landwirt Direktvermarktung? Der hohe Arbeitsaufwand, nicht genug Personal verfügbar, oder äußere Umstände wie die Lage des Hofes oder das Portfolio der Erzeugnisse passen nicht. Die zusätzliche Bürokratie ist erheblich. Mein Negativhighlight aus der Expertenanhörung war übrigens, dass der Bauer für einen simplen Fahnenmast auf dem Hof einen Bauantrag stellen musste. Insofern begrüße ich bei beiden hier vorliegenden Anträgen den Willen zum Bürokratieabbau. Es ist immer leicht gesagt, hier hoffentlich auch leicht gemacht. Die Einstiegskosten in die Direktvermarktung sind erheblich. Insofern ist auch die Forderung nach Förderangeboten begrüßenswert. Aber bitte verliere man trotz aller wohlmeinenden Willensbekundungen zum Ausbau der Direktvermarktung eines nicht aus den Augen: Es ist und bleibt eine Nische. Denn die Nachfrage wird nicht beliebig mitwachsen, insbesondere jetzt, wo bei vielen Menschen der Euro, weiß Gott, nicht mehr so locker sitzt. Die in diesem Zusammenhang für mich prägnanteste Aussage eines Direktvermarkters war: Alfred, die sollen mir jetzt nicht auch noch meine Nische kaputtmachen. Es ist nicht viel Platz in dieser Nische. Werden jetzt mit künstlichem Geld weitere Erzeuger in diese Nische gelockt, steigt der Konkurrenzdruck und macht am Ende alle in der Nische kaputt. Das kam auch in der Ausschussanhörung glasklar zum Ausdruck. Sehr bemerkenswert finde ich noch, dass in der Anhörung zu diesem Antrag das gleiche Credo vernehmbar war wie zum Thema Lebensmittelherkunftskennzeichnung – wir debattierten es gestern Abend –: Bloß nicht noch ein Logo! Das sagten sowohl die Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter als auch das Kompetenzzentrum Ökolandbau. Irgendwann sei vor lauter Siegeln das Etikett zu klein. Ohnehin sei ein regionales Siegel für kleine Betriebe immer schwierig, weil der Mehrwert für sie nicht groß genug ist. Der Lebensmitteleinzelhandel hingegen nutze ein etwaiges regionales Siegel stets in einem größeren Bereich, um sich damit zu schmücken. Ob sich die Direktvermarktung in der Wirklichkeit nachhaltig pushen lassen wird, darauf bin ich sehr gespannt. Meine Fraktion wird sich sowohl zum Antrag der Regierungsfraktionen als auch zu dem noch jüngst eingegebenen Änderungsantrag der CDU enthalten. Vielen Dank.

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