landtag-niedersachsen.de ↗

Miriam Staudte

30.11.2022 1:58 min Tagungsabschnitte 19/2

Tierhaltung im Transformationsprozess: Was tut die Niedersächsische Landesregierung für die Landwirtschaft und gegen Versorgungsengpässe?

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrter Kollege, vielen Dank für die Frage. Ich glaube, dass die größte Herausforderung sein wird, dass wir es schaffen, dass sich die Betriebe mehrere Standbeine erarbeiten können. In den letzten Jahren ist immer wieder gesagt worden: Leute, spezialisiert euch, produziert so günstig wie möglich, ihr müsst mit den günstigen Preisen auf dem Weltmarkt mithalten können, sonst habt ihr keine Zukunft! Das ist, glaube ich, der falsche Weg. Wir brauchen die Risikostreuung auch in den Betriebszweigen. Ich finde, man hat in der Krise auch gesehen, dass die flächengebundene Tierhaltung ein ganz wichtiger Aspekt ist, um resilienter durch Krisen zu gehen. Die Betriebe - ganz unabhängig davon, ob es konventionelle oder Biobetriebe waren -, die selber Futtermittel herstellen konnten, hatten bei den steigenden Futtermittelpreisen natürlich eine sehr viel größere Planungssicherheit und eine stabilere Ausgangssituation. Deswegen, glaube ich, ist alles wichtig, was wir für die flächengebundene Tierhaltung tun können. Die anderen Punkte habe ich schon angesprochen: Wertschöpfung erhöhen durch dezentraleren Strukturen mit mobilen Schlachteinrichtungen etc., sodass man auch direkt aus dieser mobilen Schlachtung den eigenen Hofladen beliefern kann. Und eben das Thema, Energiekosten zu senken. Im Bereich der Milchviehhaltung ist es z. B. durchaus möglich, dass man Wärmerückgewinnung macht, indem man die Wärme der warmen Milch nutzt, statt sie mit viel Energie runterzukühlen. Ich glaube aber nicht, dass das schon flächendeckend umgesetzt worden ist. Lauter solche kleinen Beispiele, die aber den Betrieben auf Dauer helfen, sind wichtig.

Rede ansehen ↗