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Alfred Dannenberg

AfD 17.04.2024 5:26 min Tagungsabschnitte 19/15

Die Ausbreitung des Erdmandelgrases verhindern und zurückdrängen

Jetzt wird es lustig! Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Bezeichnung „Erdmandelgras“ klingt unscheinbar, und es sieht auf den ersten Blick auch aus wie ein Weidelgras: grün, aber etwas fester von der Struktur. Doch es hat es in sich. Diese ortsfremde invasive Pflanze breitet sich seit den 80er-Jahren auf Äckern in verschiedenen Regionen Niedersachsens exponentiell aus. Dabei kann es den übrigen Aufwuchs nahezu komplett verdrängen. Tückisch ist: Das Erdmandelgras trotzt Pflanzenschutzmitteln, Fruchtfolgen und mechanischer Bodenbearbeitung. Es gibt aktuell kein wirksames Gegenmittel. Es durchsetzt den Boden mit kleinen Mandeln, das sind knapp kirschkerngroße Knöllchen. Sie überdauern Trockenheit, Hitze, Kälte und sind auch nach Jahren noch keimfähig. Einmal auf dem Acker angekommen, wird das Erdmandelgras zu einem Riesenproblem. Erhebliche Ertragseinbußen bis hin zum Komplettausfall drohen. Die Verbreitung erfolgt durch Verschleppen mittels Erde an Maschinen oder Schuhwerk. Feldhygiene einzuhalten ist daher eine sinnvolle Sofortmaßnahme, um der weiteren Ausbreitung des Erdmandelgrases entgegenzuwirken. Ein am Traktor montierter Tank mit Waschdüse, um das Gespann zu reinigen, wäre, wenn dieses auf einer entsprechenden Fläche eingesetzt worden ist, eine gute Lösung. Herr Leddin, es geht nicht um die Bevorzugung irgendeines Unternehmers. Es geht darum, hier schnell mit Lösungen in Gang zu kommen. Es bedarf darüber hinaus einer verlässlichen Datenlage über die aktuelle Verbreitung des Erdmandelgrases, um die betreffenden Personen für die Thematik zu sensibilisieren. Unabhängig davon muss dringend erforscht werden, wie man das Erdmandelgras von unseren Feldern zurückdrängen kann. Stimmen aus der Praxis deuten an, dass eine Kombination aus mechanischer und thermischer Bearbeitung der Schlüssel sein kann. Aber da besteht großer Entwicklungsbedarf. Meine Bitte an die Landesregierung ist: Nehmen Sie sich dieses Themas an! Die Zeit drängt! Das Erdmandelgras mag Staunässe. In diesem Frühjahr findet es optimale Startbedingungen vor. Gleichzeitig birgt die Feuchtigkeit auf den Äckern besonders hohes Potenzial für Anhaftungen an Maschinen, ergo Weiterverbreitung. Da wäre es doch schön gewesen, wenn wir hier in Niedersachsen schon etwas weiter wären. In der Tat hat meine Fraktion den Antrag zum Zurückdrängen des Erdmandelgrases schon letzten Spätsommer gestellt. Die CDU ist vier Wochen später aufgesprungen auf das Thema. Vielen Dank für das Kompliment! Schade finde ich aber, dass in dem Antrag der CDU das Kernanliegen „Erdmandelgras“ durch die Hinzunahme weiterer Pflanzenarten verwässert wird. Borstenhirse, Berufkraut, Samtpappel, Ambrosia - gewiss sind die auch erwähnenswert, aber, liebe Kollegen von der CDU, die Problematiken mit jenen Pflanzen sind lösbar, sei es durch integrierten Pflanzenschutz, durch Herbizide oder Bodenbearbeitung. Das hat auch die Landesregierung in ihrer Unterrichtung betont. Wenn es darum geht, hätte ich die Liste auch noch beliebig erweitern können, zum Beispiel durch Quecke, Gänsefuß, Knöterich, Jakobskreuzkraut oder Ackerfuchsschwanz. Das habe ich aber nicht. Warum? - Der Hauptgegner ist das Erdmandelgras. Das ist eine ganz andere Liga und hat einen besonderen Fokus verdient. Jedenfalls hatten wir von der AfD in unserem Haushaltsentwurf in der Tat als einzige ‑ soweit ich weiß ‑ Mittel zur Unterstützung der Feldhygiene eingeplant. So herum wird ein Schuh daraus! Mit Spannung sah ich dann dem rot-grünen Änderungsvorschlag entgegen. Und es kam wie so oft: Trotz mehrmonatiger Zeit wurde einfach der CDU-Antrag hergenommen, wurden ein paar Füllwörter und Halbsätze geändert - inhaltlich nichts Wesentliches. Ich werde nie verstehen, wie man für so wenig so lange brauchen kann. Aber ich werde auch nie verstehen ‑ und jetzt wird es interessant ‑, wie man sich dabei so wenig Mühe geben kann. Das geht insbesondere an die Adresse von Rot-Grün. Sie haben nämlich preisgegeben, dass Sie sich mit dem Thema nur sehr oberflächlich beschäftigt haben, und zwar durch die einzigen drei Sätze, die in Ihrem Änderungsvorschlag neu hinzugekommen sind. Jetzt hören Sie einmal zu! Sie offenbarten, für Sie ist Erdmandelgras das Gleiche wie Tigernuss. Sie schwadronieren etwas von „Erdmandelgras zur Erzeugung von Nahrungsmitteln“ und „Superfood“. Wie bitte? - Werte Kollegen, die Knöllchen des Erdmandelgrases hier in Niedersachsen sind keine Tigernüsse. Das ist eine andere Unterart. Hier, schauen Sie mal! Das hier oben sind die Mandeln des Erdmandelgrases, um das es hier bei uns in Niedersachsen geht, botanischer Name „Cyperus esculentus ssp. Aurea“ benannt nach Ten. Das hier unten sind Ihre Tigernüsse. Das sehen Sie sogar von ganz hinten, dass das etwas ganz anderes ist. Die kommen meist aus Afrika. Die wachsen hier gar nicht. Das ist eine ganz andere Ausprägungsform. Botanischer Name: Cyperus esculentus var. sativus, benannt nach Boeck. Das hier ist der Moment, wo Ihnen Ihre fehlende Fachlichkeit, ehrlich gesagt, peinlich sein sollte. Ich möchte den Landwirten bei der Abwehr des Erdmandelgrases helfen. Sie googeln das offenbar nur oberflächlich, verwechseln es prompt mit der Tigernuss und tun so, als ob das ein vermarktungsfähiges Superfood wäre, um mal in Ihrem albernen woken Sprachgebrauch zu bleiben. Aber wenn Sie sich das hier nur einmal in Wirklichkeit angeguckt hätten: Dieser Unterschied, den ich zeige: Schon ein Kleinkind hätte ihn gesehen. Tun Sie mir einen Gefallen, und den Ackerbauern da draußen auch: Vergessen Sie Ihre Tigernuss, versuchen Sie nicht, das Problem zu relativieren, und fokussieren Sie sich ganz schnell aufs Erdmandelgras. Mein letzter Satz: Ich lege die Materialproben ‑ ich habe noch mehr davon ‑ auf meinen Platz und lade Sie recht herzlich zum Angucken ein, wenn Ihnen das nicht mal wieder zu viel Wirklichkeit sein sollte. Danke schön.

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