Nicolas Mülbrecht Breer
Rechte und Schutz von Kindern stärken: Pubertätsblocker und Werbung für Geschlechtsumwandlungen untersagen
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist richtig und wichtig, über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt aufzuklären - in der Gesellschaft und auch in unseren Schulen. Denn Wissen schützt. Und wer Menschenrechte ernst nimmt, schützt auch die Würde von queeren Menschen, gerade von Kindern und Jugendlichen. Heute beraten wir aber keinen seriösen Kinderschutzantrag, sondern einen weiteren Versuch der AfD, Transjugendliche zum politischen Feindbild zu machen. Sie behaupten, Kinder würden massenhaft in medizinische Maßnahmen gedrängt, es gebe einen Trans-Hype und staatlich finanzierte Werbung für Transitionen. Das ist nicht nur inhaltlich falsch, das ist gefährlich - gefährliche Propaganda. (Beifall bei den GRÜNEN, bei der SPD und von Barbara Otte-Kinast 'CDU'' Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sollten in dieser Debatte zwei Dinge gleichzeitig können. Erstens: wissenschaftlich sauber bleiben. Pubertätshemmende Medikamente werden selten, nach klarer Indikation und sorgfältiger Abwägung, verabreicht. Diese Abwägung muss auch das Nicht-Einleiten und das Abwarten einschließen. Denn Abwarten ist in dieser Situation nicht automatisch neutral. Trotzdem werden mögliche Risiken dieser Medikamente nicht verkannt. Aber die Evidenzlage hat Grenzen, weil bestimmte Studiendesigns ethisch nicht einfach möglich sind. Das ist aber kein Argument für politisch motivierte Verbote, sondern für gute Versorgung, qualifizierte Diagnostik, engmaschige Begleitung und Forschung. Zweitens sollten wir in dieser Debatte politisch klar sein. Wer Transjugendliche pauschal unter Kindeswohlverdacht stellt und ihnen und ihren Familien unterstellt, sie würden manipuliert, der stigmatisiert. Die AfD will keinen Kinderschutz, sondern Sichtbarkeit und Beratung zurückdrängen und damit Hilfesysteme schwächen. Und das gefährdet Kinder, weil es Leidensdruck verstärkt und Wege zu professioneller Hilfe verbaut. Wenn die AfD wirklich Kinderschutz wollte, würde sie fordern, Versorgungsstrukturen zu stärken, Wartezeiten zu verkürzen, psychotherapeutische Angebote auszubauen und die interdisziplinäre Versorgung abzusichern, statt mit Schlagworten Stimmung zu machen. Kinderschutz heißt: ernst nehmen, zuhören, fachlich begleiten. Und nicht: verbieten, stigmatisieren, wegdrücken. Um echten Kinderschutz geht es hier aber mal wieder nicht. Deshalb werden wir diesen Antrag ablehnen. Vielen Dank. Vielen Dank, Herr Kollege Mülbrecht Breer. Weitere Wortmeldungen zu diesem Tagesordnungspunkt liegen nicht vor.
