Miriam Staudte
Von Lootboxen zu problematischem Glücksspiel? Jugendschutz und Suchtprävention konsequent umsetzen und simuliertes Glücksspiel regulieren
Vielen Dank. - Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Was Kinder und Jugendliche genau machen, wenn sie Videospiele an der Konsole, am PC oder am Handy spielen, entzieht sich oft der Kenntnis der Eltern. Auch in der Politikwelt ist die Aufmerksamkeit für diese Themen recht ausbaufähig. Dennis True war da eine löbliche Ausnahme. Auch von meiner Seite noch einmal herzlichen Dank für sein Wirken hier und sein Engagement bei diesem Antrag! Auch vielen Dank an Pascal Leddin, unseren jüngsten Abgeordneten, der die Initiative für diesen Antrag hier eingebracht hat und heute ebenfalls nicht dabei sein kann. Ich kann nur sagen: Es ist immer bereichernd, wenn ein Parlament vielfältig zusammengesetzt ist, auch was die Altersstruktur angeht. Bei der Einbringung und auch bei den Beratungen im Ausschuss haben, glaube ich, alle sehr viel gelernt, was diese Lootboxen die Beuteboxen und ihren glücksspielähnlichen Charakter, aber auch die Pay-to-Progress- oder Pay-to-Win-Modelle angeht, die gerade angesprochen worden sind also quasi das Gegenteil von Fair Play, weil man nur weiterkommt, wenn man zahlt. Es wurde festgestellt, dass es insgesamt an Transparenz fehlt, was zum Beispiel die Höhe der Kosten von Mikrotransaktionen oder die Umrechnung bei den In-Game-Währungen angeht, die häufig verschleiert werden. Es wurde auch deutlich, dass Hersteller ganz bewusst auf manipulative Designtechniken setzen. Ich kann da wirklich nur empfehlen, sich einmal den Vortrag von Torulf Jernström er ist zwar auf Englisch, aber wirklich sehenswert anzuschauen. Er ist CEO des Spieleanbieters Tribeflame, der auf YouTube alle Tricks darstellt, wie man Leute an den Haken kriegt. Er sagte „Let's go Whaling", also „Lassen Sie uns auf Walfang gehen". Wer sozusagen die dicken Fische sind es sind zwar Säugetiere, wird eben auch deutlich: Das sind die Spielerinnen und Spieler. Diese Rede wurde später als „berüchtigte Rede" und als moralische Bankrotterklärung von der Fachseite www.pcgames.de bezeichnet. Obwohl das stark kritisiert worden ist, sind diese fragwürdigen Methoden heute massenhaft in den Videospielen wiederzufinden. Es ist also ganz klar, dass interveniert werden muss und dass Kinder und Jugendliche diesen Mechanismen nicht schutzlos ausgesetzt werden sollen. Ich finde im Antrag sehr gut, dass es um Kennzeichnungspflichten im Rahmen des Jugendschutzgesetzes geht, dass es um die Freigabe von Lootboxen erst ab 18 Jahren geht, dass es aber zum Beispiel auch um die Einrichtung von anbieterübergreifenden Limitdateien geht, die, glaube ich, wirklich sehr wichtig sind, um den Gesamtüberblick behalten zu können. Wir brauchen mehr Transparenz durch Angabe der Gesamtkosten. Alles das sind Beiträge für mehr Verbraucherschutz. Ich glaube, wir müssen uns alle zusammen diesen Thematiken und problematischen Praktiken mehr widmen. Ich freue mich wirklich sehr, dass hier heute dieser Beschluss gefasst wird. Vielen Dank.
