Karin Emken
Mobilitätsinfrastruktur im Tourismus stärken - Masterplan Mobilität Ostfriesische Inseln unterstützen
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Morgen nach dem letzten Tagesordnungspunkt der eigentlich dieser hätte sein sollen werden viele von uns direkt nach Hause in den Wahlkreis fahren, um entweder weitere Termine zu absolvieren oder um sich eine verdiente Wochenendpause zu gönnen. Frau Emken, wir warten einen kleinen Moment! - In der ersten Reihe der CDU-Fraktion bitte ich um ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Es geht um den ganz wichtigen Punkt Tourismus. Auch hier auf der rechten Seite bitte ich um etwas mehr Ruhe ‑ es ist einer der letzten Tagesordnungspunkte. Bitte, Frau Emken! Sie haben das Wort. Danke, Frau Präsidentin. In vier Wochen, nach dem Oktoberplenum, werden wir uns die gleiche Frage stellen: weiterarbeiten oder ein paar Tage Urlaub nehmen? Denn dann beginnen die Ferien in Niedersachsen. Wenn dann Urlaub auf Ihrem Programm stehen sollte, was bietet sich dafür im Herbst besser an, als in unserem schönen Niedersachsen im Harz, in der Lüneburger Heide, im Weserbergland oder an der Nordseeküste, unserer bedeutendsten Tourismusdestination diese beste Zeit des Jahres zu verbringen? Vielleicht verbringen Sie sie auf einer der wunderbaren im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer gelegenen Ostfriesischen Inseln oder in einem der Nordsee-Heilbäder dort an der Küste in meinem Wahlkreis. Und dann wird sich Ihnen die Frage stellen: Wie komme ich dorthin? Darum wird es im Folgenden gehen: um die Herausforderungen, die Sie bewältigen müssen, und die Notwendigkeit einer guten Mobilität für einen erfolgreichen Tourismus. Wenn Sie sich also für einen Aufenthalt auf der tideunabhängig zu erreichenden Insel Norderney entscheiden würden, hätten Sie das folgende mögliche Anreise-Szenario: Sie könnten in Hannover in einen Regionalzug, einen IC oder ICE steigen, in Norddeich Mole aussteigen, zum Schiff schlendern und nach Norderney fahren ‑ wunderbar. Übrigens auch von Köln aus könnten Sie direkt ohne Umstieg nach Norddeich Mole fahren. Wenn Sie aber zum Beispiel zu den nur tideabhängig erreichbaren Inseln Spiekeroog oder Wangerooge fahren möchten, gestaltet sich die Anreise erheblich komplizierter: Zuerst müssten Sie ermitteln, wann ein Schiff fährt, da sich der Fahrplan täglich ändert ‑ wir haben Ebbe und Flut. Dann müssten Sie sich entscheiden: Wollen Sie die Fähre oder die Schnellfähre nehmen oder ein Flugzeug nach Wangerooge mit den unterschiedlichsten Abfahrts- oder Flugzeiten? Dann könnten Sie eine passende Bahnverbindung auswählen, zum Beispiel ab Hannover mit dem Regionalzug oder IC mit einem Umstieg in Bremen oder auf alle Fälle in Oldenburg und dann auch wieder in Sande, um nach Esens zu fahren. In Esens müssten Sie in den Bus nach Neuharlingersiel steigen, um dann endlich auf das Schiff nach Spiekeroog zu kommen. Nach Wangerooge könnten Sie schon in Sande in den Wangerooge-Bus steigen, der Sie direkt zum Schiff in Harlesiel fahren würde. Allerdings ist der Zugverkehr stündlich getaktet und nicht passend zu den Fährverbindungen. Es gäbe auch die Möglichkeit, in Bremen in den Ostfriesland-Express zu steigen, wenn Sie wissen, dass der existiert, der die Fährhäfen Neuharlingersiel und Harlesiel direkt anfährt. Allerdings fährt er nur bei Bedarf und maximal vier- bzw. im Winter nur zweimal am Tag. Zudem müssten Sie diesen bezahlen, weil er nicht mit dem Deutschlandticket kompatibel ist. Wenn Sie einen Zug verpassen sollten, haben Sie ein Problem und eine Verspätung von mindestens einer Stunde. Wenn Sie einen Bus verpassen sollten, haben Sie ein Problem, erreichen eventuell Ihre Fähre und damit Ihre Möglichkeit, zur Insel zu kommen, nicht. Sie sind verwirrt? - Den Eindruck habe ich! Dann haben Sie den Kern des Problems verstanden. Sie haben den Kern des Problems verstanden, denn auch unsere Gäste sind verwirrt. Das ist ein großes Problem. Frau Emken, lassen Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten Hilbers zu? Nein. Er kann zuhören und wird dann Erkenntnisse
