Nicolas Breer
14. Eingabenübersicht
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus, sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte." Das Zitat stammt nicht von meinem Opa, sondern von Sokrates, einem relativ bekannten Philosophen der Antike. Mein Opa, damals Kfz-Meister mit eigenem Betrieb, hat früher allerdings ähnlich über so manchen Azubi gesprochen. Als ich damals 16 Jahre alt war, wurde die schwarz-gelbe Koalition unter Christian Wulff bei der niedersächsischen Landtagswahl wiedergewählt und Barack Obama Präsident in den USA. - Das waren noch Zeiten. Ich besuchte die 10. Klasse der Realschule, und Sie, sehr geehrte Damen und Herren, waren damals auch etwas jünger. - Herr Präsident, Sie strotzen natürlich immer noch vor Energie. Ich habe auf dem platten Land gewohnt, wo Haselünne 8 km in die eine Richtung und Meppen 8 km in die andere Richtung liegt. Das Dorf heißt Dörgen - drumherum Äcker, Wälder, Tiere. Zum Glück habe ich mit 15 meinen Mofa-Führerschein gemacht, sonst wäre ich von dort nicht so gut weggekommen. Um die Unterhaltskosten für den Roller zu zahlen, hatte ich wie viele andere einen Nebenjob. In den Ferien sind wir als Gruppenleiter mit in Zeltlager gefahren, haben Kinder über eine Woche betreut und bespaßt. Manche starteten ins Berufsleben und begannen zum 1. August eine Ausbildung, mit der auch zu zahlende Steuern einhergehen. Sehr geehrte Damen und Herren, auch 16‑ und 17-Jährige übernehmen Verantwortung. Zum Teil zahlen sie Steuern oder tragen wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Dennoch durften und dürfen sie bei Landtagswahlen in Niedersachsen nicht mit abstimmen. Aus psychologischer Sicht sind 16- und 17‑Jährige in der Lage, die Verantwortung für die Abgabe ihrer Stimme zu überblicken und eine gute Wahlentscheidung für sich treffen zu können. Mit einem Wahlrecht ab 16 würden wir dieser Bevölkerungsgruppe demokratische Mitwirkung ermöglichen. Aus diesem Grund lautet meine Empfehlung für dieses Votum „Berücksichtigung". Herzlichen Dank. Vielen Dank, Herr Kollege Breer. Ich fühle mich auch
