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Pascal Leddin

GRÜNE 28.04.2026 3:14 min Tagungsabschnitte 19/33

Bezahlbare Lebensmittel für alle - hohe Lebensmittelpreise durch eine angebotsorientierte Agrarpolitik senken!

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Dannenberg, Ihr Wortbeitrag gerade war mindestens genauso wirr wie der Antrag. Aber gut, ich habe auch nicht viel mehr erwartet. Wenn man sich den Antrag der CDU durchliest, gerade den ersten Punkt, könnte man glauben, die Sache sei eigentlich ganz einfach: Wir müssen nur mehr produzieren, und dann werden Lebensmittel einfach so billiger. Aber so einfach ist die Welt nicht. Herr Mohrmann, Sie haben in Ihrer Rede richtige Sachen gesagt - die im Antrag aber leider nicht zu finden sind, und das ist wirklich schade. Hohe Lebensmittelpreise entstehen nicht alleine auf dem Acker. Wer so tut, als müsse man nur mehr erzeugen, der beschreibt ein ziemlich altes Lehrbuch, aber eben nicht die Realität auf unseren Höfen. Diese Realität kann man gerade auch ganz gut sehen: Nehmen wir mal die Kartoffel, ein Grundnahrungsmittel, bodenständig und auch niedersächsisch. Davon ist genug da, teilweise sogar viel zu viel. Und was passiert? Kartoffeln werden verschenkt, Kartoffeln landen in Biogasanlagen, und Landwirte, die monatelang gearbeitet haben, die gepflanzt, gepflegt und geerntet haben, stehen am Ende da und fragen sich: Wofür eigentlich? Für nichts und wieder nichts! Da stehen Menschen morgens früh auf, sie arbeiten bei Regen, bei Wind, bei Hitze, sie tragen das Risiko, und sie investieren auch eine ganze Menge Geld - und am Ende reicht der Erlös oft kaum aus. Dafür können Sie im Supermarkt Kartoffeln aus Ägypten kaufen. Die Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher sind nämlich nicht so stark gesunken, wie es beim Erzeuger der Fall war. Wer da sagt „Produziert einfach mehr!", der redet an der Wirklichkeit vorbei. Herr Mohrmann, schauen Sie doch einfach mal aus dem Fenster, und gucken Sie mal, ob Sie nicht selbst im Elfenbeinturm sitzen! Das Problem ist doch eigentlich offensichtlich: Zwischen dem Feld und dem Einkaufskorb verdienen oft andere. Die Landwirtschaft produziert, die Verbraucher zahlen hohe Preise, aber bei den Erzeugern kommt einfach zu wenig an. Genau darin liegt doch der Kern des Problems: nicht im Fleiß unserer Landwirte, nicht in der Leistungsfähigkeit unserer Höfe, sondern in einer Wertschöpfungskette, die zu oft ungerecht verteilt ist. Darum brauchen wir faire Marktbedingungen, faire Erzeugerpreise, mehr regionale Wertschöpfung und klare Grenzen dort, wo Marktmacht missbraucht wird. Ja, Lebensmittel müssen bezahlbar sein. Bezahlbar heißt aber nicht, dass am Anfang der Kette jemand ruiniert wird. Wer Verbraucher entlasten will, muss Preise gerecht machen, wer Bauern stärken will, muss Erlöse gerecht machen. Und was im Ausschuss sehr deutlich wurde: „Wachse oder Weiche!" ist eben nicht die Antwort für unsere Agrarstruktur. Deshalb lehnen wir den Antrag ab. Vielen Dank. Herzlichen Dank, Herr Leddin. - Die nächste Wortmeldung kommt

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