Christian Meyer
Wölfe attackieren Weidetiere bis in Siedlungen hinein: Wird die Landesregierung schnelle und wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen?
nister antwortet. Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Der Herdenschutz bleibt eine ganz wichtige Säule und wird von den Tierhaltern auch eingefordert, da der Wolf ja bleibt. Wir sehen ja auch: Wenn wir einen guten Herdenschutz haben, dann geht die Zahl der Nutztierschäden zurück. Deshalb unterstützen wir die Weidetierhalter dabei. Wir haben im Dialogforum auch die bestehende Förderung geeint. Sie muss übrigens eine der größten aller Bundesländer sein. Im Gesetzentwurf der Bundesregierung steht, dass bislang für Herdenschutzmaßnahmen bundesweit 24,3 Millionen Euro ausgegeben werden. Sie wissen, in Niedersachsen haben wir 8,9 Millionen Euro im Etat. Wenn Sie pro Wolf bzw. pro Weidetier umrechnen, dann dürfte Niedersachsen das Land sein, das die höchste Förderung hat. Ich bin sehr froh über die unbürokratische Weideprämie, die wir an Deichen und im Binnenland weiter zahlen. Das war auch ein Punkt der Schafhalter: Wenn jetzt mehr entnommen wird, ist dann unsere Prämie gefährdet? Nein, wir werden diese Prämie natürlich weiter halten. Übrigens: Am 1. April geht eine weitere Phase los. Letztes Jahr hatten wir schon viele Anträge. Wir werden natürlich auch die Weidetierhalter unterstützen. Wir haben im Dialogforum auch geeint es war auch eine Forderung des Landvolkes, der Pferdehalter‑ und der Rinderhalterverbände, dass sie mehr Förderung bekommen, dass wir die Kriterien ändern. Bislang konnte man Stichwort „Interventionsgebiet" bei zwei Rissen von Großtieren also Pferden oder Rindern eine Förderung vom Land bekommen. In Zukunft werden Nutztierhalter, die Pferde oder Rinder halten, schon ab einem Riss eine Förderung bekommen. Also auch dort weiten wir die Förderung aus; denn wir wollen einen Ausgleich zwischen Nutztierhaltung und dem Wolf erreichen. Es gibt auch viele Beispiele dafür, dass sich Wölfe auch dort aufhalten, wo Nutztiere gut geschützt sind. Im Bundestag war bei der Anhörung zum Jagdgesetz ein Schäfer aus Brandenburg zugegen er war auf Einladung der SPD-Bundestagsfraktion gekommen, der berichtete, dass er große Herden hat, aber die Wölfe mittlerweile direkt 100 m neben seiner Weide Rehe reißen und nicht an seine Herden gehen, weil sie Respekt vor dem Herdenschutz haben. Er sagte: Bitte lasst meine Wölfe in Ruhe und entfernt sie nicht! Diese Wolfsrudel sind unauffällig, und die sollten wir in Ruhe lassen. Das ist, finde ich, ein gutes Beispiel, wie man Schafhaltung, Weidetierhaltung und Wolf gut in Einklang bringt. Vielen Dank, Herr Minister.
