Anna Bauseneick
Gesunde Zähne von Anfang an - zahnärztliche Vorsorge für alle Kinder in Kitas stärken
Sie gerne nach vorne! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, so schnell kann es gehen, dass Karius und Baktus wieder zurück sind! Gesunde Zähne sind die Grundlage für Sprache, Entwicklung, Ernährung und auch Selbstbewusstsein. Ein kariöser Milchzahn kann zum Spielverderber in einer Kindheit werden. Als CDU-Fraktion sind wir froh, dass wir heute mit diesem gemeinsamen Antrag ein klares Signal senden können. Ein Blatt Papier darf nicht über die Zahngesundheit eines Kindes entscheiden. Künftig gilt: Jedes Kind wird automatisch im Kindergarten an einer Gruppenprophylaxe teilnehmen, es sei denn, die Eltern widersprechen ausdrücklich - ganz klar und unbürokratisch. Die Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie DMS 6 aus diesem Jahr belegt: Prävention wirkt. Frühe Vorsorge zahlt sich doppelt aus. Sie verbessert Lebensqualität und senkt die Krankheitskosten deutlich: weniger Füllungen, weniger Zahnersatz, weniger Schmerz. Klar ist auch: Zahngesundheit und Allgemeingesundheit hängen miteinander zusammen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufiger zahnlos und besitzen im Schnitt zwei Zähne weniger als gesunde Menschen, wie man der Pressemitteilung zu der Studie entnehmen kann. Der wissenschaftliche Direktor des Instituts der Deutschen Zahnärzte bringt es auf den Punkt: „Seit der Einführung der Gruppen- und Individualprophylaxe Ende der 1990er-Jahre konnten wir die Karieslast bei Kindern um 90 % senken ... Heute sind nur noch 5 % der 65- bis 74-Jährigen zahnlos." Das, meine Damen und Herren, ist doch ein starkes Signal und zugleich ein Auftrag für uns. Wir müssen diesen Weg konsequent weitergehen, denn gerade dort, wo zu Hause vielleicht wenig auf Zahnpflege geachtet wird, fängt die Kita-Vorsorge die Kinder auf. Sie gleicht ungleiche Startchancen aus. Diese niedrigschwellige kindgerechte Vorsorge schenkt Vertrauen, stärkt Gesundheit und lässt Kinder spielerisch lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, und stärkt das Bewusstsein für gesunde Zähne. Jetzt gilt es, diesen Erfolg endlich verbindlich in unsere Kitas zu bringen. Als CDU erwarten wir aber auch von der Landesregierung, dass sie nicht erst auf die nächste Novellierung des NKiTaG wartet, sondern jetzt handelt. Denn wenn die Landesregierung nur weiter rumtüftelt, ohne dass es etwas zu tüfteln gibt, dann tüfteln Karius und Baktus fröhlich mit. Und dann werden wir als CDU mit einem konkreten Gesetzentwurf noch einmal nachbohren müssen. Ich hoffe, dazu muss es nicht kommen. Ein Niedersachsen mit weniger Karies ist machbar.
