Pascal Mennen
Nein zur Gendersprache an Hochschulen, Schulen und Verwaltungseinrichtungen!
gemeldet: für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: der Kollege Mennen. <v UU>Bitte schön! Sehr geehrter Herr Präsident! <v UU>Sehr geehrte Kolleg*innen! Es widerstrebt mir etwas, diesem <v UU>Antrag noch drei Minuten zusätzliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, <v UU>auch wenn ich Ihren taktischen Impuls verstehen kann, kurz vor den <v UU>Europawahlen noch ein paar TikTok-Klicks zu generieren und <v UU>entspannt in das Fahrwasser von Bayern einzutauchen. <v UU>Dass ich als überzeugter Vertreter der doch angeblich größten deutschen <v UU>Verbotspartei gegen einen Verbotsantrag sprechen darf und <v UU>stattdessen die freie Entscheidung über die Sprache fordere, freut und <v UU>belustigt mich hingegen irgendwie - vor allem, weil Sie auf Ihren <v UU>aktuellen Wahlplakaten stehen haben: „Gegen Sprechverbote!“ Als studierter <v UU>Germanist und Deutschlehrer kann ich sagen: Sprache ist <v UU>mehr als Grammatik. Sprache schafft, gestaltet und <v UU>verändert Realität. Sprache ist kein Selbstzweck. <v UU>Sie dient Zwecken, und sie hat direkte Konsequenzen. <v UU>Eine Sprache, die ausschließt, die ein Geschlecht über ein anderes <v UU>stellt und alles, was außerhalb dieses Systems ist, gänzlich <v UU>ignoriert, bietet den Nährboden für Ignoranz, für Hass und für Hetze. <v UU>Das belegen übrigens zahlreiche Studien. <v UU>Aber gut, das mit den Studien passt eben nicht in Ihre Ideologie. In einer dieser Studien habe ich <v UU>gelesen, Gendern sei Ausdruck eines gesunden, eines selbstbewussten <v UU>Bildes von Männlichkeit. Es drückt selbstverständlichen <v UU>Respekt aus. Gendern abzulehnen, sei im <v UU>Umkehrschluss ein ängstlicher Umgang mit Männlichkeit. <v UU>Wer hat das nötig? Eine Partei, die bundesweit einen <v UU>traurigen Frauenanteil von 18 % hat, die hier mit <v UU>17 Leuten sitzt, davon 3 Frauen? Ich persönlich halte es für wichtig und richtig, zu gendern. <v UU>Ich halte es für angebracht, dass der Staat und seine Institutionen alle <v UU>Bürger*innen vertritt und diese entsprechend anspricht. <v UU>Nur, weil sich die AfD-Fraktion mit dem generischen Maskulinum <v UU>anscheinend ausreichend angesprochen fühlt, heißt das nicht, dass das auch <v UU>der Rest der Menschen in diesem Bundesland so sieht. Wenn ich Wörter wie „Lehrkräfte“ oder <v UU>„Kolleg*innen“ verwende, tut das hoffentlich nicht weh. Dass Sie es anders <v UU>machen, ist mir klar. Aber wenn Sie hier mit „Werte Damen, <v UU>werte Herren!“ begrüßen, spricht mich das persönlich, ehrlich gesagt, auch <v UU>nicht an. Gleichzeitig finde ich den Weg dieser <v UU>Landesregierung richtig, niemanden in Schule, Hochschule oder Verwaltung zu <v UU>zwingen, zu gendern - aber es eben auch nicht zu verbieten. Weder verbieten noch zwingen! <v UU>Mit diesem Weg gehen wir in Niedersachsen nicht nur mit den <v UU>allermeisten Bundesländern ‑ wir haben ja 16, Sie haben eben nur 4 <v UU>aufgezählt ‑, sondern halten uns auch an die Vorgaben <v UU>des Deutschen Rechtschreibrates. Ihre Obsession mit diesem Thema ist <v UU>also wirklich bemerkenswert und würde mich belustigen, würde <v UU>es nicht so nerven. Der „links-woke Wahnsinn“, wie Sie es <v UU>in Ihrem letzten Video beschrieben haben, wird von niemandem so oft auf <v UU>die Tagesordnung des Landtages gesetzt wie von Ihnen selbst. <v UU>Man kann es zählen: Hier beschäftigt sich eigentlich nur die AfD permanent <v UU>mit dem Gendern. Ich denke, wir könnten da alle mal <v UU>eine Pause vertragen. Danke schön.
