Jens-Christoph Brockmann
Den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Journalismus transparent gestalten
insbesondere wenn wir über den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz, KI, im Journalismus sprechen. Der Journalismus, der eine Stütze unserer Demokratie sein sollte, könnte von einer unkontrollierten Technologie bedroht werden. Datenschutzprobleme, Desinformation und der Einfluss großer Tech-Unternehmen könnten die freie und informierte Entscheidungsfindung der Bürger untergraben. Im Antrag von Rot-Grün heißt es dazu: „Die Ergebnisse einer KI sind zudem nur so gut wie die Daten, auf denen sie basieren. Wenn diese Daten verzerrt oder voreingenommen sind, können die automatisch generierten Inhalte ebenfalls verzerrt oder voreingenommen sein.“ Dies ist richtig, gilt allerdings für voreingenommene oder ideologisch geprägte Journalisten gleichermaßen. Dort gibt es leider keine Kennzeichnung. Die Macht der künstlichen Intelligenz ist so unglaublich, dass sie die Gesellschaft auf tiefgreifende Weise verändern wird. Doch was passiert, wenn diese Kraft in die Hände von Journalisten und Medienunternehmen gelegt wird, die möglicherweise von politischen und finanziellen Interessen getrieben sind? Die Antwort ist eine bedrohliche Vermischung von Fakten und Fiktion, von Wahrheit und Propaganda. Im Antrag heißt es dazu weiter: „Auch eine perfekte KI wird in einem sensiblen, auf Fakten und Werten basierenden systemrelevanten Bereich zudem nie dasselbe Vertrauen genießen, wie es“ Journalisten „entgegengebracht wird.“ Leider hat das Vertrauen in den klassischen Journalismus insbesondere durch die Berichterstattung während der Corona-Zeit bereits massiv Schaden genommen. Es ist eine Schande, dass sich die öffentliche Debatte hauptsächlich auf die Transparenz und auf die Qualitätssicherung konzentriert, ohne die fundamentalen Fragen der Machtverteilung und Kontrolle anzusprechen. Die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für von KI erstellte Inhalte ist eine Sache, doch wo bleibt die Diskussion über die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Kontrolle dieser Technologien? Wo bleibt die Forderung nach einer ethischen und verantwortungsvollen Nutzung von KI, die über bloße Lippenbekenntnisse hinausgeht? Einen Moment, Herr Brockmann. Lassen Sie eine ‑ ‑ ‑ - Ich finde, die Präsidentin darf ihre Frage ordnungsgemäß zu Ende stellen, bevor sie beantwortet wird. - Möchten Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten Schulz-Hendel zulassen? - ich möchte zu Ende ausführen und die Zwischenfrage jetzt nicht zulassen. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass Integrität und Unabhängigkeit des Journalismus allein durch technische Maßnahmen geschützt werden können. Wahre Transparenz beginnt mit der Offenlegung von Beteiligungen politischer Parteien an Medienunternehmen. ‑ Schöne Grüße gehen an Madsack heraus! ‑ Dies ist der erste Schritt, um die Glaubwürdigkeit unseres Mediensystems wiederherzustellen und sicherzustellen, dass der Journalismus seinem Auftrag als vierte Gewalt gerecht werden kann. Es ist an der Zeit, dass wir den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Journalismus nicht nur als technologische, sondern auch als eine gesellschaftliche Herausforderung begreifen. Vor diesem Hintergrund freue ich mich auf die Beratungen im Ausschuss. Vielen Dank.
