Anne Kura
Ein aktives Wolfsmanagement in Niedersachsen etablieren - für ein gutes Zusammenleben von Menschen, Weidetieren und Wölfen
Ich versuche mal, jetzt zum Antrag zu sprechen. Der Wolf ist in Niedersachsen wieder heimisch geworden. In Ihrem Antrag, liebe CDU, schreiben Sie, dass dies u. a. nach Auffassung des NABU ein großer Erfolg für den Naturschutz in Niedersachsen sei. Da waren Sie in Ihrem Landtagswahlkampf von 2010 schon einmal weiter. Da haben Sie es nämlich als Ihren eigenen Erfolg gelobt, dass Sie den Wolf in Niedersachsen wieder angesiedelt hätten. Wie dem auch sei, es ist ein großer Erfolg des Artenschutzes, dass Wölfe in Niedersachsen wieder heimisch sind, und sie stehen unter besonderem Schutz. Gleichzeitig gibt es Konflikte mit der Weidetierhaltung, denen wir begegnen müssen; denn die Weidetierhaltung ist eine besonders wertvolle Haltungsform, und deshalb verdient sie auch besondere Unterstützung. (Beifall bei den GRÜNEN und Zustimmung bei der SPD) Liebe Kolleg*innen, wir führen seit vielen Jahren intensive Debatten dazu. Dabei ist ganz klar: Es gibt hier keine einfachen, einseitigen Lösungen, sondern es muss eine Vielzahl von Maßnahmen geben. Dazu gehören Herdenschutz, Förderung der Weidetierhaltung, Entschädigungen, Vergrämung und - wenn es nicht anders geht - auch die Entnahme von Problemwölfen. Und die vielfältigen Schutzmaßnahmen wirken auch: Trotz der wachsenden Wolfspopulation geht die Zahl der gerissenen Tiere zurück. Und weil es keine einfachen, einseitigen Lösungen gibt, ist der Dialog so wichtig. Deshalb ist es sehr gut, dass es jetzt nach langer Zeit der verhärteten Fronten einen Aufbruch für einen sachlichen Dialog gibt. (Beifall bei den GRÜNEN und Zustimmung bei der SPD) Weidetierhalter*innen, Jäger*innen und Naturschützer*innen reden wieder miteinander, und das ist das Verdienst unserer Landwirtschaftsministerin und unseres Umweltministers. (Beifall bei den GRÜNEN) Liebe Kolleg*innen, die Beteiligten der ersten Dialogrunde haben die sehr gute, sehr konstruktive Atmosphäre mit viel Verständnis und großer Sachlichkeit gelobt. Wenn Sie es erst meinen, dass auch Sie die Interessen der Weidetierhaltung und des Artenschutzes verbinden wollen, dann unterstützen Sie doch diesen Dialog, und greifen Sie ihm nicht vor! Arbeitsgruppen - das wurde eben schon ausgeführt - werden u. a. für die Themen Herdenschutz - auch am Deich -, Entschädigungszahlungen sowie Transparenz an Verbesserungen arbeiten. Uns geht es um größtmögliche Transparenz und eine Versachlichung der Debatte; denn gegenseitige Schuldzuweisungen und Zuspitzungen, wie wir Sie gerade eben hier gehört haben, führen nicht weiter. Deswegen will ich auf einen Punkt kurz eingehen: Die Forderung, Abschussgenehmigungen wieder zu Geheimsachen zu erklären, geht in die falsche Richtung. Gerade dadurch, dass Begründungen öffentlich bekannt und somit auch gerichtlich überprüfbar sind, wird die Akzeptanz der Entnahmen gesteigert. (Dr. Marco Mohrmann [CDU]: Nein!) Denn so wächst auch auf Seiten der Naturschützer*innen das Verständnis für die Notwendigkeit einzelner Abschüsse. Selbstverständlich werden keine personenbezogenen Daten, die Rückschlüsse auf die beteiligten Personen auf die Jäger*innen ermöglichen, veröffentlicht. (Zuruf von Alfred Dannenberg [AfD]) Deswegen ist auch nicht von der Bedrohungslage auszugehen, die Sie eben an die Wand gemalt haben. (Jörn Schepelmann [CDU]: Nein, natürlich nicht! Das haben wir alles erlebt!) Vizepräsidentin Barbara Otte-Kinast: Entschuldigung, Frau Kura, ich unterbreche Ihren Redeschwall ungern, aber lassen Sie eine Frage des Abgeordneten Schmädeke zu? Anne Kura (GRÜNE): Ja. Dr. Frank Schmädeke (CDU): Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Frau Kura, ich habe eine ganz kurze und einfache Frage: Von wem wollen Sie die Wölfe denn schießen oder entnehmen lassen?
