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Veronika Bode

CDU 07.11.2024 5:38 min Tagungsabschnitte 19/20

Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Kantinen stärken - DGE-Standards verbindlich umsetzen

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Fraktionen von Rot-Grün haben uns einen Antrag zur Stärkung der Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Senioreneinrichtungen und Kantinen vorgelegt. Das ist durchaus ein wichtiges Thema, wie wir finden. Ich vermute mal, dass Ihnen dieses Versprechen aus Ihrem Koalitionsvertrag wieder eingefallen ist, als meine Kollegen Hartmut Moorkamp, Christian Fühner und ich in einer Kleinen Anfrage im Mai nach dem Stand der Dinge zum kostenfreien Mittagessen in Niedersachsen gefragt haben. Aber gut, wir helfen ja gern auf die Sprünge. Meine Damen und Herren, im Zusammenhang mit Gemeinschaftsverpflegung gibt es die übelsten Geschichten. In diesen Tagen jagen die Medien aktuell die „Kartoffel des Grauens" durch das Netz. Vielleicht haben Sie davon gehört. Eine Mutter beklagt sich in einem Post über das Schulessen ihrer Tochter. Hier gab es in einer Schulkantine eine Pellkartoffel mit einem lieblosen Klecks Quark. Dies hat natürlich eine große Diskussion mit vielen Kommentaren ausgelöst, die vermuten lassen, dass dies in vielen Einrichtungen im Land so angeboten werden könnte. Sehr geehrte Kollegen von Rot-Grün, in Ihren Ausführungen zum Entschließungsantrag ist viel Richtiges dabei. Über die Hintergründe und Handlungsbedarfe haben wir auch in der vergangenen Legislaturperiode sehr intensiv gesprochen. Die Probleme um Mangelernährung und Übergewicht bei Jung und Alt sind bekannt. Vermutlich gab es noch nie so viele Probleme mit Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie es heute der Fall ist. Nicht ohne Grund haben wir in der vergangenen Legislaturperiode damals noch unter unserer Ministerin Barbara Otte-Kinast das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft eingerichtet, das bis heute eine sehr erfolgreiche Arbeit leistet. Ich freue mich, dass heute offenbar auch die jetzige Verbraucherschutzministerin hinter dem Projekt steht, obwohl sich Frau Staudte in der vergangenen Legislaturperiode noch ausdrücklich gegen das ZEHN ausgesprochen hat. Das hat sich offensichtlich geändert, und darüber freuen wir uns natürlich. Meine Damen und Herren, kommen wir zu den Maßnahmen in Ihrem Antrag. Vieles wurden von Ihnen, Frau Logemann, bereits ausgeführt. Sicher sind auch wichtige Ansätze dabei. Aber wir sprechen hier über die Gemeinschaftsverpflegung in Einrichtungen wie Kitas, Schulen, für Senioren und Arbeitnehmer. Glauben Sie wirklich, dass Modellprojekte, Stufenpläne und Projektgruppen hier weiterhelfen? Laut Ihrem Koalitionsvertrag streben Sie ein kostenloses und qualitativ hochwertiges, nach Möglichkeit regionales Mittagessenangebot in der Schule an. Sie versprechen, dass alle Kinder im Ganztagsbereich auch an weiterführenden Schulen am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen sollten. Meine Damen und Herren, wie soll das funktionieren? Wer soll das eigentlich umsetzen? Ich vermisse den Begriff der Hauswirtschaft in Ihrem Antrag. Sie haben die Damen in der Loge alle sehr herzlich begrüßt. Ich denke, die Damen werden das in Ihrem Antrag und in Ihrem Vortrag wahrscheinlich auch vermisst haben. Ohne die professionelle Hauswirtschaft wird es nicht umzusetzen sein. Sie reden immer von den Ganztagsschulen ab 2026. Sie reden von einem kostenfreien Mittagessen. Dann soll es bitte auch noch nach DGE-Standard zubereitet sein. Aber, meine Damen und Herren, nichts in dieser Richtung wird von Ihnen vorbereitet. Schulmensen als Lernorte der Ernährungsbildung sind eine geniale Idee und werden von uns im vollen Umfang unterstützt. Aber das wird nicht ohne professionelle Hauswirtschaft gehen. Dazu haben wir übrigens noch zum Ende der vergangenen Legislaturperiode einen Entschließungsantrag erarbeitet, auf den Sie gerne zurückgreifen mögen. Auch hier helfen wir sehr gern. Gerne gebe ich hier noch einmal Stichpunkte, was zu bedenken ist, da das, was Sie als Gemeinschaftsverpflegung vorhaben, eben nicht von ungelernten Kräften umzusetzen ist. Wir brauchen mehr Auszubildende in dem Bereich, und wir brauchen vor allem Menschen, die ausbilden können. So muss die Berufsausbildung zum Hauswirtschafter oder zur Hauswirtschafterin durch geeignete Maßnahmen gezielt auf junge Menschen ausgerichtet werden. Es braucht Fortbildungen niedersächsischer Lehramtsstudierender in den Fachrichtungen Ökotrophologie und Lebensmittelwissenschaften, die sich auf Hochschulniveau bewegen. Aus meiner Sicht ist es ganz besonders wichtig, dass die Fortbildung Hauswirtschaft für allgemeinbildende Schulen an den Lehramtshochschulstandorten schnellstmöglich organisiert werden kann. Es fehlt also so einiges in Ihrem Antrag. Vor allem fehlt es an Geld. Denn ich vermisse auch, dass Sie für Ihre weitreichenden Versprechungen irgendwelche Haushaltsansätze vorgesehen haben. Darüber werden wir im Ausschuss beraten. Darauf freuen wir uns schon. Herzlichen Dank.

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