Marcel Queckemeyer
Ein aktives Wolfsmanagement in Niedersachsen etablieren - für ein gutes Zusammenleben von Menschen, Weidetieren und Wölfen
Marcel Queckemeyer (AfD): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebes Präsidium! Verehrte Kollegen! Dass ausgerechnet Sie von der CDU mit Ihnen, Herr Dr. Schmädeke diesen Entschließungsantrag stellen, ist doch bezeichnend. Fünf Jahre lang hatten Sie als Koalitionspartner der SPD Zeit, etwas zu bewegen. Und was haben Sie getan? Nicht viel, außer den Wolf mit einer ganzjährigen Schonzeit ins Jagdrecht aufzunehmen und somit uns Jäger in Sippenhaft zu nehmen. Und jetzt, nachdem wir von der AfD uns dieses Themas angenommen haben (Zurufe von und Lachen bei der SPD und bei der CDU) und in Brüssel auch noch eine Resolution zum Umgang mit dem Wolf auf den Weg gebracht wurde - übrigens erst, nachdem Ihre Frau von der Leyen privat selbst durch einen Wolfsriss sozusagen beschädigt wurde -, werden auch Sie sich dieses Themas annehmen, ja, annehmen müssen! (Zuruf von Jörn Schepelmann [CDU]) Wir unterstützen natürlich, dass ein besseres Wolfsmanagement in Niedersachsen etabliert wird. Aber Ihr Antrag geht uns nicht weit genug; denn es fehlt hier ganz klar die endlich stattzufindende Festsetzung des günstigen Erhaltungszustands jetzt, sofort, hier für Niedersachsen. (Beifall bei der AfD) Und es fehlt die 100-prozentige Entschädigung unserer Weidetierhalter. (Jörn Schepelmann [CDU]: Sie müssen einfach mal lesen!) Letzte Woche habe ich mich bei uns im Wahlkreis mit zwei Schäfern getroffen und erstaunliche Geschichten gehört - erschreckende Geschichten. Unabhängig voneinander haben sie mir beide bestätigt, dass das Land, Herr Minister Meyer, willkürlich die Entschädigung zusammenstreicht. Wolfsschutzmaßnahmen zusammen mit Rissentschädigung aus einem Topf mit maximal 30 000 Euro pro Jahr zu finanzieren, das geht so nicht! Das geht so nicht! Wenn wir den Heimatschutz gerade in Bezug auf unsere Naturschutzflächen wie Moore, Heideflächen und unsere Deiche gewährleisten wollen - nein, sogar müssen -, dann müssen wir uns auch unseren Berufsschäfern widmen und diese zu 100 % entschädigen und finanziell immer bei Schutzmaßnahmen unterstützen. Sie, lieber Herr Minister Meyer, haben sich beim letzten Mal bei unserer Befragung zum Thema Wolf sehr geschickt aus der Affäre gezogen, indem Sie sagten, beim günstigen Erhaltungszustand könnten Sie nichts machen, das wäre europäisches Recht. - Ja! Aber wie kann es dann sein, dass Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, die Slowakei, Frankreich, Spanien und Schweden den Wolf bejagen können, wir aber nicht? (Beifall bei der AfD) Da kommt doch der Verdacht auf, lieber Herr Minister Meyer, dass es uns gehen wird wie Rumänien. Denn da konnte der Wolf bejagt werden - solange, bis eine grüne Ministerin zusammen mit dem WWF die Jagd dort stoppte. Da Sie, Herr Minister Meyer, Mitglied des WWF, des NABU, des BUND, von Greenpeace und anderen Verbänden sind, liegt doch der Verdacht nahe, dass Sie unseren Weidetierhaltern aus persönlichen Gründen nicht helfen wollen. Schweden hat den Erhaltungszustand bei 300 Tieren festgesetzt - 300 Tiere auf 528 000 km² Fläche. Das entspräche für Niedersachsen auf 47 600 km² Fläche gerade einmal 26 Wölfen. Aktuell liegt der Bestand aber bei ca. 400. Also, Herr Minister Meyer, werden Sie doch endlich mal aktiv für Niedersachsen und unsere Weidetierhalter, und setzen Sie sich unabhängig von Ihren persönlichen Interessen für die Weidetierhalter und unseren Naturschutz ein. Und Sie von der SPD, hören Sie bei dieser Entscheidung doch auch mal auf Ihre Mitglieder vor Ort! Mitglieder Ihrer Partei haben kürzlich erst gesagt: In unsere Gemeinden gehört der Wolf nicht hin! Werden auch Sie aktiv für unsere Weidetierhalter, und hören Sie doch mal auf, sich von Ihrem kleinen Koalitionspartner, den Grünen, am Nasenring durch die Manege führen zu lassen! (Beifall bei der AfD) Wir von der AfD fordern ganz klar die Erklärung des günstigen Erhaltungszustands mit weit unter 300 Wölfen und eine sehr gut gemanagte Jagdzeit. Danke schön. (Beifall bei der AfD) Vizepräsidentin Barbara Otte-Kinast: Einen Moment! Ich glaube, es gibt eine Frage von der Abgeordneten Thordies Hanisch.
